Einkaufsverhalten wandelt sich
: Marktbeschicker kommen nicht -Krämermarkt in Empfingen ist abgesagt

Der Krämermarkt am 9. Juli in Empfingen entfällt. Der Musikverein Empfingen wird in diesem Jahr kein Marktessen anbieten. Und Veränderungen im Einkaufsverhalten machen sich bemerkbar.
Von
Mira Bültel
Empfingen
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(ohne Überschrift): Vorsicht: Dieses Foto ist möglicherweise nur für den einstigen Verlag Schwäbisches Tagblatt verwendbar. Mahmood Khawar aus Tübingen kommt mit Kurz-, Leder- und Spielwaren
schon seit zehn Jahren zum Markt nach Empfingen.

Der Empfinger Krämermarkt entfällt im Juli. Manche Händler kommen bereits seit Jahren zum Markt.

Gerhard Rebmann (Archiv)
  • Krämermarkt in Empfingen am 9. Juli fällt aus – Gemeinde begründet mangelndes Angebot.
  • Musikverein bietet dieses Jahr kein Marktessen an, Aufwand steht laut Verein nicht mehr dafür.
  • Weniger Händler und Besucher: Beschicker sagen ab, Käufer konzentrieren sich auf größere Märkte.
  • Bürgermeister: Viele kommen nur zum Essen, an den Ständen wird kaum gekauft.
  • Nächster Krämermarkt ist für Donnerstag, 3. Dezember 2026, geplant, mit Marktessen des Musikvereins.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der für Donnerstag, 9. Juli, geplante Krämermarkt in Empfingen wird nicht stattfinden. Dies teilte die Gemeindeverwaltung Empfingen mit. Ausschlaggebend hierfür ist laut Pressemitteilung unter anderem, dass der Musikverein Empfingen in diesem Jahr kein traditionelles Marktessen anbieten wird. Gleichzeitig haben bereits im Vorfeld mehrere Marktbeschicker ihre Teilnahme abgesagt, sodass ein attraktives Marktangebot nicht mehr gewährleistet werden kann.

Über viele Jahre hinweg war der Krämermarkt ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders der Gemeinde Empfingen und bot Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, bei Händlern einzukaufen und den Markttag mit dem Marktessen des Musikvereins abzurunden. In den vergangenen Jahren hat sich laut Gemeindeverwaltung jedoch gezeigt, dass sowohl die Zahl der Händler als auch die Besucherfrequenz spürbar zurückgegangen sind.

Besucher kommen nur zum Marktessen

Bereits mit dem Wegfall des Männergesangvereins reduzierten sich die vier Markttage auf zwei Markttage im Jahr. „Viele Besucher kommen nur zum Marktessen und lassen leider keinen Cent an den Ständen liegen. Einen Krämermarkt nur für einen Wurststand zu organisieren, steht leider in keinem Verhältnis“, so Bürgermeister Ferdinand Truffner.

Der Musikverein Empfingen hat der Gemeinde mitgeteilt, dass der organisatorische und personelle Aufwand für die Durchführung des Marktessens inzwischen in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum Ertrag steht. Diese Entscheidung ist laut Verwaltung nachvollziehbar und verdient Respekt, denn das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer kann nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden.

Händler konzentrieren sich auf größere Märkte

„Wir bedauern die Absage des Krämermarktes sehr. Gleichzeitig müssen wir die Realität anerkennen: Das Einkaufs- und Freizeitverhalten der Menschen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Viele Einkäufe werden heute online erledigt oder in großen Einkaufszentren getätigt. Davon bleiben auch traditionelle Krämermärkte nicht verschont“, erklärt Truffner.

Auch die rückläufige Zahl der Marktbeschicker sei Ausdruck dieser Entwicklung. Immer mehr Händler konzentrierten sich auf größere Märkte mit höheren Besucherzahlen oder hätten ihren Betrieb inzwischen ganz aufgegeben. „Traditionen leben davon, dass sie angenommen werden – sowohl von den Besucherinnen und Besuchern als auch von den Beschickern. Wenn beide Seiten spürbar weniger werden, müssen wir uns ehrlich die Frage stellen, wie ein solches Angebot künftig aussehen kann. Es bringt niemandem etwas, an Veranstaltungen festzuhalten, die ihren ursprünglichen Charakter nicht mehr erfüllen können“, so Truffner weiter.

Überwiegend schlechte Rückmeldungen

„Mal andesrum gefragt, was soll man auf Krämermärkten denn kaufen?“, fragt ein User unter den Facebook-Beitrag der Gemeinde zur Absage des Markts. Es werde stets dasselbe angeboten, und ein solches Angebot finde man auch auf jeden Frühlings-, Oster- und Sommermarkt. „Nichts Besonderes“, lautete das Resultat. Die Gemeinde Empfingen gab dem User unter dem Post recht: „Leider sind wir keine Stadt und im Marktbereich dann halt nicht so attraktiv. Alles ändert sich und es wird sicher Neues entstehen.“

Eine andere Kommentatorin finde es schade, dass immer mehr Traditionen wegbrechen, woraufhin das Gemeindeteam sie fragte, was sie das letzte Mal auf dem Krämermarkt gekauft habe. Denn: „Wir haben überwiegend schlechte Rückmeldung der Beschicker gesammelt …“ Ihre Antwort: Leder- und Strickwaren sowie Süßigkeiten.

Ein anderer Nutzer beschwert sich über die steigenden Preise: „Eine Bratwurst für 7 Euro und ein Bier für 4 Euro brauche ich nicht. Da werfe ich zu Hause den Grill an und habe mehr davon. Zumal die Stände alles andere als attraktiv sind.“

Zweimal im Jahr findet der Krämermarkt in der Ortsmitte am Weiherplatz statt. Bis vor einem Jahr hat noch Rita Pfaus Imbisswagen den Krämermarkt in Empfingen bereichert. Mehr als 30 Jahre lang kam sie zum Weiherplatz, bevor sie in Rente ging.

Nächster Krämermarkt ist im Dezember

Ganz verabschieden möchte sich die Gemeinde vom Krämermarkt jedoch „noch“ nicht. Der nächste Krämermarkt ist weiterhin für Donnerstag, 3. Dezember 2026, vorgesehen – mit dem Marktessen des Musikvereins.