DRK-Kreisversammlung
: Debatte über Finanzierung des Ehrenamts

Der DRK-Kreisverband hat im vergangenen Jahr Strukturen auf den Prüfstand gestellt und damit auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert. Intern sorgte dies für ziemliche Diskussionen.
Von
NC
Kreis Freudenstadt
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Das Bürgerhaus in Seewald-Göttelfingen war voll besetzt.

Das Bürgerhaus in Seewald-Göttelfingen war voll besetzt.

DRK-Kreisverband
  • Der DRK-Kreisverband Freudenstadt debattierte über die Finanzierung des Ehrenamts.
  • Präsident Dr. Roland Lepold erläuterte strukturelle Veränderungen wegen sinkender Fördermitgliedszahlen.
  • Fünf Workshops identifizierten Bedarf und bestätigten Ehrenamtsinhalte.
  • Finanzplanung für die Verteilung der Fördermittel wird erarbeitet.
  • Dank und Lob von Politikern für vielfältiges DRK-Engagement.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im vollbesetzten Bürgerhaus in Göttelfingen widmete sich DRK-Kreisverbandspräsident Dr. Roland Lepold vor allem den Ursachen und Konsequenzen der strukturellen Veränderungen. Diese haben Vertreter des Kreisverbands mit Vertretern der Ortsvereine in den vergangenen Wochen bei Workshops aufgearbeitet. Dies, so Lepold, um die „dunklen Wolken“, die aufgezogen waren, wieder zu beseitigen.

Lepold machte in seinem Vorstandsbericht kein Geheimnis aus dem Unmut, der sich in den Ortsvereinen aufgrund der vom Präsidium vorgeschlagenen strukturellen Veränderungen breit gemacht hatte. Der Grund für diese Änderungen waren sinkende Fördermitglieder und die aufgrund allgemein gestiegener Kosten nicht mehr mögliche Quersubventionierung des Ehrenamtsbereiches über den Hauptamtsbereich, die es bisher immer gegeben hatte.

Fünf Workshops

Nach intensiven und nicht immer erfreulichen Diskussionen habe der Kreisverband deshalb beschlossen, fünf Workshops rund um die wichtigsten Ehrenamtsthemen Sozialarbeit, Jugendrotkreuz, Katastrophenschutz und Rettungshundestaffel, Bereitschaften und Servicestelle Ehrenamt durchzuführen, um die dortigen Bedarfe zu konkretisieren. Im Ergebnis wurden die Inhalte der Ehrenamtsbereiche hundertprozentig bestätigt und zusätzlicher Bedarf identifiziert.

Auch ein gemeinsames Verständnis für die Finanzierung des Ehrenamtsbereiches über Fördermitgliedsbeiträge wurde entwickelt. Für die konkrete Verteilung der Fördermitgliedsbeiträge würden in den kommenden Monaten Modelle erarbeitet. Kein Ortsverein müsse befürchten, dass ihm der finanzielle Boden entzogen werde, versprach Lepold.

Er appellierte in diesem Zusammenhang an die Landtagsabgeordnete Katrin Schindele, die Landesmittel für den Katastrophenschutz zu erhöhen. „Baden-Württemberg zahlt 40 Cent pro Bürger, wir bräuchten aber 1,60 Euro“, so Lepold. Die Ortsvereinsvertreter forderte er dazu auf, „gemeinschaftlich, positiv und konstruktiv“ mit dem Kreisverband zu kooperieren.

Weitere wichtige Themen der vergangenen Monate waren die Übernahme der sich positiv entwickelnden Tagespflege in Oberiflingen, der reibungslose Umzug der Rettungswache Freudenstadt und die Erweiterung der Rettungswache Baiersbronn sowie die Verlagerung von Teilen der Geschäftsstelle in das Gewerbegebiet Sulzhau. Auch einen neuen stellvertretenden Geschäftsführer habe man eingestellt.

Kreisverbandspräsident Dr. Roland Leopold spricht.

Kreisverbandspräsident Dr. Roland Leopold spricht.

DRK-Kreisverband

Finanzvorstand Karl-Heinz Trautmann präsentierte die Zahlen und die finanzielle Entwicklung des Kreisverbandes. Dieser sei für die Zukunft gerüstet, müsse sich dem veränderten Umfeld aber anpassen. Das große Plus beim Anlagevermögen sei den großen Investitionen geschuldet. Mit einer Eigenkapitalquote von über 30 Prozent sei das DRK aber grundsolide aufgestellt. Der Jahresabschluss 2023 wurde bei einer Enthaltung festgestellt.

Bürgermeister Dominic Damrath aus Seewald dankte dem DRK zuvor für das Engagement und die Unterstützung. Vor allem die kleineren Hilfen des DRK stünden oft viel zu wenig im Fokus. Gemeinsam werde man die Herausforderungen der kommenden Jahre bewältigen.

Landrat Dr. Klaus Michael Rückert lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst und er würdigte das Engagement des DRK im Bereich der Notfallseelsorge, der Jugendarbeit und auch beim Frauenhaus. „Sie können deshalb sicher sein, dass ich als Landrat immer an der Seite des Roten Kreuzes stehe“, sagte Rückert. Freudenstadts Oberbürgermeister Adrian Sonder hob den DRK-Leitsatz „Helfen - ohne zu fragen wem!“ in seinem Grußwort hervor. Heute sei der wichtiger denn je. Besonders dankbar sei er als Freudenstädter Oberbürgermeister für das RufAuto 60 plus, für das ihn immer wieder positive Rückmeldungen erreichten. Die Stadt werde diese Einrichtung deshalb weiterhin unterstützen.

Weitere Berichte

Kreisbereitschaftsleiterin Gisela Lobmiller berichtete von zahlreichen Sitzungen, Besprechungen, Veranstaltungen und Einsätzen. Rund 300 Ehrenamtsstunden für den Kreisverband seien dabei zusammengekommen.

Kreissozialleiterin Marion Schmid berichtete über die Wohlfahrts- und Sozialarbeit mit wöchentlichen Gymnastik- und Tanzgruppen, über die DRK-Servicezeit, die Arbeit mit Therapiehunden, den Kleidershop, die Demenzarbeit und die Öffentlichkeitsarbeit. Einblicke gewährte sie zudem in aktuelle Angebote wie das offene Kaffee für Senioren und einen betreuten Ausflug. Aktuell beteilige sich das DRK aktiv an den Wochen der Pflege und bereite sich auf die Gartenschau vor.

Den Bericht des Jugendrotkreuzes präsentierte Melanie Bruder. Der Nachwuchs hatte unter anderem Schnuppertage für den Nachwuchs durchgeführt und zwei neue Jugendrotkreuzgruppen gegründet.