Doppeltes Fest: Horb feiert seine Hochbrücke - einmaliger Blick hinter die Kulissen

Katharina Henle vom Verschalungs- und Gerüstbauspezialisten Peri zeigt den Event-Truck, an dem es beim Fest auf der Hochbrücke Getränke und Speisen gibt: „Eine tolle Idee, wir freuen uns auf die Besucher.“
Jürgen Lückd- Horb verbindet Stadtfest mit Brückenfest zur neuen Hochbrücke und öffnet die Baustelle.
- Auf der Brücke gibt es einen Event-Truck mit Speisen und Getränken, dazu einen Eiswagen.
- Unten zeigt Gfrörer Baumaschinen, Besucher dürfen einen Bagger ausprobieren – „Faszination Bau“.
- Das Stadtfest zog aufs ehemalige Gartenschaugelände, es wirkt grüner und weitläufiger.
- Politische Wegbegleiter feiern mit Fassanstich, der Bau der Brücke ist weit fortgeschritten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Eine Stadt, eine Brücke, ein Fest“ – unter diesem Motto verbindet Horb in diesem Jahr zwei besondere Ereignisse. Das große Stadtfest ist 15 Jahre nach der Gartenschau auf das damalige Gelände am Festplatz gezogen. Gleichzeitig laden die am Bau der Hochbrücke beteiligten Firmen zu einem Brückenfest ein und ermöglichen Besuchern einen besonderen Blick hinter die Kulissen der Großbaustelle.
Oben auf der Brücke laufen die Vorbereitungen. Mitarbeiter stellen unter anderem einen roten Bauwagen quer zur Brücke. Der Gerüst- und Schalungsspezialist Peri bringt seinen Event-Truck mit. Dort sollen Speisen und Getränke angeboten werden, am Bauwagen ist zudem ein Eiswagen vorgesehen.
Event-Managerin Katharina Henle freut sich auf die ungewöhnliche Veranstaltung. Der Event-Truck war bereits 2019 zum 50-jährigen Bestehen des Unternehmens auf Tour durch europäische Niederlassungen.
Rund 70 Meter tiefer präsentiert das Unternehmen Gfrörer große Baumaschinen. Bauleiter Max Plocher will den Besuchern zeigen, was hinter der Arbeit auf einer solchen Baustelle steckt. Radlader, Bagger und große Kipper können aus der Nähe betrachtet werden. Besucher sollen außerdem selbst ausprobieren können, wie es ist, einen Bagger zu bedienen. Ziel sei es, Jung und Alt die „Faszination Bau“ zu vermitteln.

Das einmalige Stadt- und Brückenfest könnte auch „Horb im Park“ heißen.
Juergen LueckGut zwei Stunden später genießen die ersten Besucher das neue Stadtfest auf dem ehemaligen Gartenschaugelände. Es hat was von einem Parkfest vor der Brücke, die Horb lange ersehnte und erkämpfte und bald haben wird. Kinder spielen zwischen den Weiden, bei den ersten Auftritten wird bereits getanzt. Zum Programm gehören unter anderem Bauchtanz mit Ayana und Zumba mit Lisa Cortez.
Bei Lisa Cortez Zumba bewegen auch Evelyn und Elke vom Cocktailstand Hände und Hüften - kein Wunder. Die beiden sind auch bei der Fasnet Gute-Laune-Bringer der Horber Konfettis. Vom Festplatz aus sorgen Schießbude, Süßigkeitenstand und Karussell für Kirmes-Atmosphäre, bevor sich die weiteren Stände anschließen. Durch den neuen Standort wirkt das Stadtfest grüner und weitläufiger als zuvor.
Viele Beschicker hoffen darauf, dass die Hochbrücke zusätzliche Besucher auf das Festgelände bringt. Lilo Fradella hat seinen Eisstand vom Alten Freibad dorthin verlegt. Er setzt darauf, dass die Faszination des Bauwerks auch dem Stadtfest zugutekommt.

Peter Haipt erinnert daran: „Wir Bürger haben die Hochbrücke damals gegen die CDU-Mehrheit erkämpft.“ Er hatte vor 38 Jahren die ersten Unterschriften für ein Bürgerbegehren in Horb gesammelt.
Juergen LueckKurz vor dem Fassanstich treffen auf dem Festplatz mehrere Menschen zusammen, die die jahrzehntelange Diskussion um die Hochbrücke begleitet haben. Peter Haipt ist eigens aus der Reha gekommen, um Michael Theurer zu treffen.
Er erinnert sich, wie er einst von Ortschaft zu Ortschaft zog, um Unterschriften für ein Bürgerbegehren zugunsten der Hochbrücke zu sammeln. „Ich bin damals jeden Sonntag von Ortschaft zu Ortschaft gelaufen, um Unterschriften für das Bürgerbegehren für die Hochbrücke zu sammeln“, erinnert er sich und führt weiter aus: „Die CDU mit gefühlt 60‑Prozent-Mehrheit im Gemeinderat wollte damals die innerörtliche Entlastungsstraße. Das hätte unter anderem geschätzt acht Prozent Steigung für Lkw zwischen Nordstetter Steige und Mühlener Straße bedeutet. Wie soll das im Winter gehen? Und Horb hätte dafür noch 30 Millionen bezahlen sollen.“
Theurer habe ihn 1988 damals in den Gemeinderat geholt. Haipt: „Jetzt ist die Hochbrücke CDU, dabei haben sich die Bürger die Hochbrücke erkämpft."

Eine einmalige Stimmung, die Lust macht auf das Feuerwerk am Samstag, 12. September um 22 Uhr: Unten das Stadtfest im ehemaligen Gartenschaugelände, oben die Hochbrücke.
Juergen LueckAuch Michael Theurer, bis 2009 Oberbürgermeister in Horb, kommt zum Fest. Er bezeichnet das damalige Brückenbündnis als überparteilich. Deshalb sei es auch trotz wechselnder politischer Mehrheiten entwickelt und durchgesetzt worden.
Landrat Andreas Junt zeigt sich ebenfalls beeindruckt vom inzwischen weit fortgeschrittenen Bauwerk. „Die Brücke wirkt toll - so filigran.“ Junt war angetreten, um eine feste Brücke zwischen Freudenstadt und Horb zu bauen. Jetzt sagt er: „Horb macht es einem leicht.“ Und lästert noch in seiner Rede: „In Stuttgart sagt man, ein solcher Bau sei ambitioniert. In Horb wird er pünktlich fertig gebaut.“ Eine Anspielung auf das Bauchaos rund um Stuttgart 21.
Anschließend bittet Oberbürgermeister Michael Keßler (CDU) den Landrat zum Fassanstich. Junt braucht drei Schläge, bis der Hahn sitzt. Damit läuft es deutlich schneller als einst beim früheren Landrat Klaus Michael Rückert, der bei einem Fassanstich in Empfingen mehr als 20 Schläge benötigte.

Brückenbauer stoßen auf das einmalige Fest in Horb an: Eberhard Haizmann (Brauerei Hochdorfer), Ex-OB Peter Rosenberger (CDU), Michael Theurer (FDP), OB Michael Keßler (CDU), Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) und Landrat Andreas Junt.
Juergen LueckGemeinsam stoßen anschließend mehrere Wegbegleiter des Hochbrückenprojekts an. Mit dabei sind auch Hochdorfer-Chef Eberhard Haizmann und Horbs ehemaliger OB Peter Rosenberger (CDU). In dessen Amtszeit wurde das Projekt gemeinsam mit politischen Unterstützern wie Ex-Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), Michael Theurer (FDP) und dem früheren Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (CDU) entscheidend vorangebracht.
Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) muss bei der Zentralisierung der Straßenerhaltung noch beweisen, dass er die Brücke zwischen Ortschaften und Kernstadt schlagen kann.OB Michael Keßler hatte entschieden, das Stadtfest mit dem Brückenfest zusammen zu legen.
Auf ein gelungenes Zusammenspiel zwischen dem neuen Stadtfest und dem einmaligen Brückenfest in Horb hoffen viele Marktbeschicker. Lilo Fradella, der seinen Eisstand vom Alten Freibad aufs neue Stadtfest verlegt hat, sagt: „Wir hoffen natürlich, dass die Faszination für die Brücke uns auch hier unten viele Besucher bringt.“























