Diese Geschichte steckt dahinter: Landespolizeiorchester spielt in Freudenstadt für den guten Zweck

Das Landespolizeiorchester mit Dirigent Stefan Halder kommt nach Freudenstadt.
Sabine Ackermann- Benefiz in Freudenstadt: Das Landespolizeiorchester spielt am Freitag, 26. Juni, 19 Uhr.
- Ort und Anlass variieren: Theater im Kurhaus, Oest-Gruppe feiert 111-jähriges Bestehen.
- Erlös geht an „Mitten im Leben“ von Andreas Braun, die nach Schicksalsschlägen hilft.
- Braun ist seit 2005 querschnittgelähmt, gründete die Stiftung 2022 und ist kommunal aktiv.
- Exklusiv angekündigt: „Hamburg – das Tor der Welt“ wird nur beim Oest-Konzert 2026 gespielt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwei Männer verbindet die Leidenschaft zur Musik und derselbe Wohnort: Hardy Bökle, Marketingleiter der Firma Oest in Freudenstadt, und Andreas Braun, Gründer der Stiftung „Mitten im Leben“, wohnen beide in Wolfenhausen, einem Teilort der Gemeinde Neustetten (Kreis Tübingen). Und beide widmen sich der Blasmusik – Bökle als Dirigent und Braun als Bassist – im örtlichen Musikverein.
Um die Musik geht's auch in Freudenstadt – und da schließt sich wieder der Kreis von Bökle und Braun: Zu einem Benefizkonzert mit dem Landespolizeiorchester Baden-Württemberg lädt die Freudenstädter Oest-Gruppe im Rahmen ihres 111-jährigen Bestehens und im Nachklang des Schwarzwald-Musikfestivals am Freitag, 26. Juni, um 19 Uhr in das Theater im Kurhaus ein.
Der Ticketerlös geht zu 100 Prozent an die Andreas-Braun-Stiftung „Mitten im Leben“, die Menschen nach einem Schicksalsschlag oder in akuter Not mit schneller und unkomplizierter Hilfe unterstützt. Gründer Braun sitzt seit September 2005 im Rollstuhl. Damals stürzte der damals 24-Jährige als aktiver Feuerwehrmann bei einem Einsatz von einer Leiter und zog sich schwerste Verletzungen zu. Seitdem ist Braun querschnittgelähmt.
Ein halbes Jahr im Krankenhaus
Er lag ein halbes Jahr im Krankenhaus und hatte Glück im Unglück, dass in diesem Fall die Berufsgenossenschaft die Kosten übernahm – nicht nur für die medizinische Behandlung, sondern auch für die Reha und den barrierefreien Umbau zu Hause. Schnell erkannte er, dass es bei Hilfsmitteln und Zuschüssen für Umbauten drei Klassen von Menschen gibt: die über die Berufsgenossenschaft Versicherten sowie die privat und die gesetzlich Versicherten.
Braun findet das ungerecht. Er schloss sein Studium ab, machte am Eugen-Bolz-Gymnasium in Rottenburg sein Referendariat und unterrichtet seitdem dort als Lehrer in den Fächern Mathematik und Geschichte. Die Ungerechtigkeiten ließen ihn aber nie los. Es könne doch nicht sein, dass Menschen nach einem Unfall oder einer Krankheit mehr oder weniger versorgt seien, während andere von heute auf morgen vor dem Nichts stünden, moniert er.
Er führte viele Gespräche mit Schicksalsgenossen, Sachverständigen und Politikern und kam letztlich auf die Idee, eine Stiftung zu gründen. Diese rief er am 22. September 2022 ins Leben – gemeinsam mit dem Landesverband körperbehinderter Menschen (LSK) und unter dem Dach der Caritasstiftung „Lebenswerk Zukunft“. In das Kuratorium holte er sich Fachleute wie die LSK-Geschäftsführerin Sabine Goetz, den stellvertretenden ärztlichen Direktor der Tübinger Unfallklinik Andreas Badtke und die frühere Staatsministerin im Gesundheitsministerium Annette Widmann-Mauz (CDU). Dazu gesellte sich ein kompetenter Stiftungsbeirat, der ausschließlich aus Menschen mit einer Behinderung besteht, die auch wissen, wovon sie sprechen.

Kennen sich aus dem Musikverein Wolfenhausen: Andreas Braun und Hardy Bökle.
Klaus RanftDer heute 44-jährige Stiftungsgründer ist einer, der nie aufgibt und immer nach vorne schaut. Ehrenamtlich ist er Vorsitzender des LSK und seit 17 Jahren stellvertretender Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Neustetten. Der Feuerwehr Wolfenhausen ist er nach wie vor eng verbunden und auch aktiv im dortigen Musikverein. Außerdem war er 15 Jahre Mitglied des Tübinger Kreistages. Im Jahre 2025 wurde er für sein unermüdliches Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
„Ich freue mich auf Freudenstadt“, sagt Braun und hofft, dass seine Stiftung auch im Nordschwarzwald bekannter wird, denn schließlich könnten auch Menschen aus den Nachbarlandkreisen davon profitieren. Dabei soll nun das Landespolizeiorchester helfen, welches zu den renommiertesten seiner Art in Deutschland zählt. Seit 2015 steht es unter der Leitung von Honorarprofessor Stefan R. Halder, der auch an der Hochschule für Musik in Trossingen als Dozent tätig ist.
Hamburger Premiere in Freudenstadt
Neben Konzerten im In- und Ausland engagiert sich das Ensemble regelmäßig bei Benefizveranstaltungen und kulturellen Projekten. Als besonderes Highlight an diesem Abend in Freudenstadt ist die exklusive Aufführung der sinfonischen Dichtung „Hamburg – das Tor der Welt“ von Guido Rennert angekündigt. Dieses Werk werde auf der gesamten Tournee 2026 ausschließlich beim Oest-Konzert in Freudenstadt gespielt. Daran nicht ganz unbeteiligt: Hardy Bökle, der sich stark dafür einsetzte, dass dieses musikalische Meisterwerk im Kurhaus zu hören sein wird.
In diesem wird das Rad der Zeit zunächst einmal zurückgedreht und die musikalische Zeitreise beginnt mit der Hanse-Saga über die Störtebeker-Anekdoten und die Sturmflut von 1962 bis hin zum modernen Hamburg. Emotional und monumental und mit eindrucksvollen Klangbildern soll's zugehen. Es werde ein außergewöhnlicher Konzertabend, versprechen die Beteiligten.
Info Tickets ab 15,40 Euro gibt es unter reservix.de. Sie können auch per E-Mail an julia.freitag@schwarzwald-musikfestival.de oder telefonisch unter (07441) 520 42 00 gebucht werden.
