Die 28. Horber Ritterspiele
: Mit einer Bierpfütze und Selbstironie bestritt der OB den Fassanstich

Vor rund 4000 Leuten hat Horbs Oberbürgermeister Michael Keßler beim Fassanstich am Freitagabend mit einem verkanteten Zapfen zu kämpfen. Er nahm es mit Humor.
Von
Mara Lucas
Horb
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Rettet das Bier! Bei seinem ersten Fassanstich macht ein verkanteter Zapfen Oberbürgermeister Michael Keßler das Leben schwer. Eberhard Haizmann von der Hochdorfer Kronenbrauerei (rechts) und Maxx der Narr versuchen, ihm zu helfen.

Rettet das Bier! Bei seinem ersten Fassanstich macht ein verkanteter Zapfen Oberbürgermeister Michael Keßler das Leben schwer. Eberhard Haizmann von der Hochdorfer Kronenbrauerei (rechts) und Maxx der Narr versuchen, ihm zu helfen.

Mara Lucas
  • Holpriger Fassanstich bei den 28. Horber Ritterspielen: Der Zapfen verkantete, Bier floss ab.
  • OB Michael Keßler brauchte viele Schläge und nahm den Patzer humorvoll auf.
  • Vor der Markthalle verfolgten rund 4000 Menschen den Auftakt, Bier wurde zügig verteilt.
  • Keßler trat im schlichten Leinenhemd auf und betonte seine Nähe zum „Bauernstand“.
  • Ex-OB Peter Rosenberger war als Besucher vor Ort – er erinnerte an eigene Fassanstiche.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Bier plätschert auf den Boden vor der Bühne an der Markthalle. Wieder und wieder schlägt Oberbürgermeister Michael Keßler auf den Zapfen ein, während das Bier zu seinen Füßen eine Pfütze bildet. Die Menge raunt und Maxx, der Narr, lacht – schließlich sitzt der Zapfen und der Horber OB füllt das erste Glas. Auf der Bühne fragt der Herold (Arnold Stopper) verdutzt: „Wie viel Schläge waren das?“. Er schiebt rasch nach: „Ich habe nicht mitgezählt.“

„Fünfzehn“, tönt eine Schätzung aus dem Publikum. Von dem Horber Herold und seinem Kollegen, Francois de Montcorbier (Harry Rischar) fordert Keßler das Recht ein, noch ein paar Worte zu sagen: „Ich darf das, auch wenn ich ein bisschen länger gebraucht habe.“

Er dankt seinem Team vom Stadtmarketing das für das „Riesen-Event einen Riesenaufwand“ getrieben hat, und kündigt an, das Bier zügig zu verteilen, schließlich sei es Sommer. „Wir werden die letzten Tage immer wieder gefragt, warum es so heiß ist. Die Erklärung ist, es ist ein schöner Sommer“, scherzt er.

Schlichtes Gewand als Statement

Dann schenkt er Glas um Glas für die durstigen Wikinger- und Ritterdarsteller und Gäste aus, die zum Fassanstich der 28. Horber Ritterspiele gekommen sind. Was für ein Gefühl ist es, seine ersten Horber Ritterspiele als OB anzumoderieren? „Mein Gefühl wäre besser, wenn es besser geklappt hätte“, gibt er zu. Und fügt selbstironisch an: „In Altheim waren es vier Schläge, bei den Ritterspielen 27.“ Der Zapfen habe sich verkantet. Das benennt auch Eberhard Haizmann von der Hochdorfer Kronenbrauerei als Ursache.

Keßler trägt ein weißes, mittelalterliches Leinenhemd über der schwarzen, modernen Alltagshose und betont, dass das schlichte Gewand ein Statement ist. „Ich zähle mich nicht zu den Edelleuten. Ich hätte damals dem Bauernstand angehört und tue es heute noch.“ Er lobt, dass der Horber Abend ein Treffpunkt für Horber aus der Kernstadt und aus den Teilorten seien.

Claudia Beuter vom Stadtmarketing schätzt, dass rund 4000 Menschen beim Fassanstich auf dem Gelände sind. Wie gut die Ritterspiele besucht sind, erkennt auch Keßlers Vorgänger Peter Rosenberger an, der das erste Mal als „Zivilist“ vor Ort ist. Musste er beim Fassanstich grinsen? Der ehemalige OB lächelt und erwidert: „Ich hab’ versucht zu reflektieren, ob meine ersten Fassanstiche ähnlich waren... Aber Fassanstiche konnte ich halt.“