Betra · Ortschaftsrat
: Wem gehört das Quellwasser?

Die prophezeite globale Wasserknappheit ist unverhofft ein lokales Thema in Betra geworden.
Von
Philipp Eichert
Betra

Landwirte und Nutzer der Betraer Tretanlage sind auf das Quellwasser angewiesen.

Philipp Eichert

Tagesordnungspunkt 3 war in der jüngsten Sitzung des Betraer Ortschaftsrats der Auslöser: „Antrag auf Erhöhung der Wasserentnahme aus einer Quelle der Gemarkung Betra, Flur „Beim Pfarrwald“ (Wassertretanlage)“. Die Frage aus der Überschrift dieses Artikels ist längst beantwortet: Wasser ist Allgemeingut. Zuständig für seine Verteilung ist das Landratsamt Freudenstadt (LRA). Und um eben diese Verteilung beziehungsweise Nutzung ging es in der Betraer Sitzung.

Per Entscheidung des LRA Freudenstadt hatte die Firma Gfrörer, Schotterwerk Empfingen, 1989 die wasserrechtliche Erlaubnis zur Brauchwasserentnahme aus der besagten Quelle zum Betrieb einer Mineralbetonanlage erhalten. Sie war zunächst bis 2004 befristet und danach bis 2024 verlängert worden. Die Entnahmemenge war auf 5000 Kubikmeter pro Jahr begrenzt, eine Änderungsentscheidung des LRA erhöhte sie 2008 auf 15000 Kubikmeter. Der Ortschaftsrat Betra war damals zu dieser Erhöhung nicht gehört, sondern lediglich im Nachhinein informiert worden.

Nachdem das Volumen in den letzten Jahren erneut überschritten wurde, beantragt die Firma Gfrörer, die Entnahmemenge auf 20000 Kubikmeter zu erhöhen. Bei einer inzwischen möglichen Messung wurde festgestellt, dass sie in den vergangenen drei Jahren jeweils bis zu 17000 Kubikmeter in Anspruch genommen hatte.

Dieses Begehren löste in der Sitzung des Ortschaftsrates unterschiedliche Empfindungen aus. Gerade der letzte trockene Sommer hatte gezeigt, dass das Quellwasser für die Landwirtschaft und die Speisung der Wassertretanlage Priorität haben muss. Es war nämlich aus der dort installierten Handpumpe zeitweise kein Wasser mehr zu bekommen.

Schnell war sich der Ortschaftsrat einig, dass Wasser ein besonders wertvolles Gut ist, auf Grund der Höhenlage Betras hier ganz besonders. Die Entnahmestelle ist sowohl für die Landwirtschaft sehr wichtig, aber auch zur Speisung der bestehenden Wassertretanlage, die vom Betraer Budget saniert wurde und die Besucher aus nah und fern nutzen.

Ein Tank als Sicherung

Kl ar war aber auch, dass eine gesicherte Zuteilung für Betra wohl nur über einen eigenen, aber kaum finanzierbaren Tank realisierbar ist - wenn überhaupt.

Die Ansichten zu Regulierungsmöglichkeiten blieben uneinheitlich wie die Zustimmung zum Beschlussvorschlag mit einer Enthaltung: „Aus den dargelegten Gründen kann einer weiteren Erhöhung der Entnahmemenge nur zugestimmt werden, wenn der Wasserbedarf der Wassertretanlage gewährleistet ist.“