Bauernfeind-Museum in Sulz: „50 Jahre Gesamtstadt Sulz am Neckar / Ansichten“

Richard Weinzierl, der Leiter des Bauernfeind-Museums, hatte für die neue Ausstellung „50 Jahre Gesamtstadt Sulz am Neckar / Ansichten" bei den Zeichnungen von Erwin Eberhardt die Qual der Wahl.
Marcella Danner- Ausstellung „50 Jahre Gesamtstadt Sulz am Neckar / Ansichten“ beginnt am 18. Januar im Bauernfeind-Museum.
- Gezeigt werden Werke von Erwin Eberhardt, Frank Börnard und historische Postkarten von Peter Vosseler.
- Älteste Exponate: Merian-Kupferstich von 1643 und Aquarell des Mettstetter Wasserturms von 1570.
- Künstler wie Paul Kälberer und Norbert Stockhus repräsentieren die Kernstadt und ihre Ortsteile.
- Die Ausstellung läuft bis 17. Mai und betont das 50-jährige Jubiläum der Gesamtstadt Sulz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Richard Weinzierl stammt aus Bayern. Sulz ist jedoch mittlerweile seine zweite Heimat geworden. Seit ihn der frühere Leiter des Bauernfeind-Museums, Altbürgermeister Peter Vosseler, mit ins Boot holte – das ist jetzt ziemlich genau auf den Tag zehn Jahre her –, engagiert sich Weinzierl in den Räumen in der Unteren Hauptstraße. Seit fünf Jahren leitet er das Bauernfeind-Museum.
Die Idee, dort Gemälde, Aquarelle und Stiche zu präsentieren, die Motive der Gesamtstadt Sulz zeigen, entstand Anfang Oktober 2025. Hauptamtsleiter Hartmut Walter gab ihm seinerzeit mit den Worten „Das passt gut zu 50 Jahren Gesamtstadt Sulz.“ eine positive Antwort und bot ihm seine Unterstützung an, erinnert sich Weinzierl. „Als Zugezogener war mir dieses 50. Jubiläum der Kreis- und Gemeindeform im Raum Sulz nicht geläufig.“
Wenige bildliche Objekte aus den Ortsteilen
Bernhard Rüth, Kreisarchivdirektor a.D., hatte beim kommunalpolitischen Jahresabschluss Ende 2024 einen Vortrag mit dem Titel „Aus zehn mach eins“ gehalten. Dieser ist jetzt in Form einer Broschüre kostenlos bei der Stadt und auch im Bauernfeind-Museum erhältlich. Weinzierl: „Darin wird ausführlich dargestellt, wie tiefgreifend die Zäsur in der Verwaltungsgeschichte war, deren Auswirkungen noch bis heute in Stadt und Land spürbar sind. Die Schwierigkeiten bei der politischen Durchsetzung der Verwaltungsreform sind auch sehr gut ablesbar an den zeitlich unterschiedlichen Daten des Inkrafttretens, bis die heutige Gesamtstadt Sulz aus ihren zehn Teilorten gegründet werden konnte.“
Von Besuchen und Gesprächen mit Paul T. Müller im Sulzer Stadtarchiv ging Weinzierl davon aus, dass auch in den Archiven der Teilorte viele ausstellungswerte Darstellungen schlummern. „Im Kontakt und bei den Besuchen in den Ortsverwaltungen musste ich leider feststellen, dass nur von Dürrenmettstetten und Hopfau bildliche Objekte für diese Ausstellung ausgeliehen werden konnten.“ Den ersten gemeinsamen Nenner für die grafischen Darstellungen aller Teilorte fand er im vor 17 Jahren verstorbenen Illustrator Erwin Eberhardt, der einst alle Zeichnungen für das Buch „Sulzer Bilderbogen“ angefertigt hat.

Diese Zeichnung von Erwin Eberhardt zeigt Kirche und Pfarrhaus in Hopfau.
Richard WeinzierlWeinzierl begann zu recherchieren, berichtet er im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. Und bekam schließlich von der früheren Stadträtin Heidi Kuhring den entscheidenden Tipp auf der Suche nach dem Erbe von Erwin Eberhardt. „So kam ich glücklicherweise mit dessen Tochter in Verbindung, die mir dankenswerterweise einen ganzen Koffer voller Zeichnungen ihres Vaters ins Museum brachte.“
Der zweite gemeinsame Nenner für die Ausstellung ist Frank Börnard, der unter dem Kürzel „#Sulz365“ als künstlerisches Projekt in einem Jahr 365 aquarellierte Zeichnungen – Urban Sketchings – zu Sulz und allen Ortsteilen zu Papier brachte. Seine Bilder bringen die notwendige Farbe in den Raum mit den neun Teilorten, so Weinzierl. Und Peter Vosseler gibt mit einer Auswahl von überwiegend lithografierten Postkarten zu allen Teilorten einen historischen Überblick von über 100 Jahren. „Damit ist dies der dritte gemeinsame Nenner über alle Teilorte von Sulz“, erläutert der Museumsleiter.
Glatt ist neben der Kernstadt ein Ort, der auch durch den dort ansässigen hochkarätigen Künstler Norbert Stockhus mehrfach dargestellt wurde. „Sein großformatiges Gemälde von Glatt können wir den Besuchern aus Platzgründen leider nicht zeigen. Dafür ist das Schloss als Hauptmotiv mehrfach in der Ausstellung vertreten“, so Weinzierl. Der Platzfrage seien auch Glatter Ortsansichten von Paul Kälberer zum Opfer gefallen, da dieser Künstler im Raum der Kernstadt bereits mit drei Sulzer Ölgemälden ausgestellt werde. Aquarelle und Zeichnungen zum Kloster Kirchberg befinden sich zusätzlich im Gang.

Bei der Ausstellung darf natürlich Paul Kälberer nicht fehlen – hier ein Gemälde mit Blick zur Ruine Albeck.
Richard WeinzierlDer Kernstadt Sulz sind aufgrund der Vielzahl von Ausstellungsobjekten ein eigener Raum und ein Teil des Ganges gewidmet. Am Ende des Ganges ist ein großformatiges Bild mit Puzzle-Fotos aus allen Ortsteilen ausgestellt. Es wurde unter Federführung der Jugendreferentin Gertrud Teller für das Kinderfest Mitte 2025 von Kindern und Jugendlichen erstellt und dort erstmals präsentiert. Es ist das jüngste Kunstwerk der Ausstellung.

Diese Kupferätzung für den Meridianstich der Sulzer Ansicht gehört zu den Ausstellungsstücken.
Richard WeinzierlDer Kupferstich von Merian von 1643 mit der alten Schreibweise „Sultz“ stellt die älteste Ansicht von Sulz dar. Das älteste Ausstellungsstück aber ist ein Aquarell, das den Mettstetter Wasserturm/Brunnenturm zeigt. Es stammt aus dem Jahr 1570 und ist im Besitz der Gemeinde Dürrenmettstetten.

Das älteste Ausstellungsstück aber ist ein Aquarell, das den Mettstetter Wasserturm/Brunnenturm zeigt. Es stammt aus dem Jahr 1570 und ist im Besitz der Gemeinde Dürrenmettstetten.
Richard WeinzierlDie ausgestellten Künstler der Kernstadtmotive
In alphabetischer Reihenfolge die ausgestellten Künstler der Kernstadtmotive: Christa Abt-Gysling, Paul Kälberer, KUNO, Maria Kopp-Gössele, A. Fr. Müller, Anton Munding, Hugo Schmid, HP Schmid, F. Schnorr, Norbert Stockhus, P. Vogt sowie H. Wiedenmann.
Wichtig ist Weinzierl noch zu betonen: „Einen herzlichen Dank für die freundliche Unterstützung und Aufnahme sende ich an alle zehn Teilorte sowie an die Mitarbeiter in den Archiven. Auch ohne die Leihgeberinnen und Leihgeber wäre diese Ausstellung nicht zustande gekommen, auch an sie ein herzliches Dankeschön.“ Und: „Diese Ausstellung ist all jenen gewidmet, die dazu beitragen, dass bei all ihren Entscheidungen und all ihrem Tun stets das Wohl der Gesamtstadt im Vordergrund steht.“
Die Ausstellung „50 Jahre Gesamtstadt Sulz am Neckar /Ansichten“ wird am Sonntag, 18. Januar, 11 Uhr, eröffnet und findet bis Sonntag, 17. Mai, zu den regulären Öffungszeiten des Bauernfeind-Museums statt.
„Sulzer Bilderbogen“
Dieses Buch mit 538 Seiten und einem Gewicht von 1340 Gramm erschien 1990. Es wurde vom damaligen Bürgermeister Peter Vosseler anlässlich des 1200-jährigen Stadtjubiläums von Sulz in Auftrag gegeben. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung „50 Jahre Gesamtstadt Sulz am Neckar – Ansichten“ im Bauernfeind-Museum können es für einen Sonderpreis von 5 Euro erwerben.
