Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald
: „Eine gute Ausbildung ist nach wie vor die beste Grundlage!“

Nach dem Ende der Ferien- und Urlaubszeit ist die Arbeitslosigkeit auch im Nordschwarzwald leicht zurückgegangen. In Horb (Kreis Freudenstadt) liegt die Quote aber noch bei 4,4 Prozent.
Von
red
Kreis Freudenstadt/Horb am Neckar
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Berufsschule: ARCHIV - 13.11.2024, Baden-Württemberg, Sindelfingen: Berufsschüler lernen im praktischen Unterricht in einem Schulraum mit einem KFZ-Labor KFZ Hochvolttechnik.  (zu dpa: «Lehrermangel an Berufsschulen - das sagen die Betroffenen») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

„Viele junge, gut ausgebildete Menschen, die sich nach ihrer Ausbildung bei uns gemeldet haben, konnten wir schnell wieder in Beschäftigung vermitteln“, sagt Martina Lehmann, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. „Das zeigt deutlich, dass eine gute Ausbildung nach wie vor die beste Grundlage für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben sowie zur Fachkräftesicherung unserer Unternehmen ist.“

Bernd Weißbrod/dpa (Symbolbild)
  • Arbeitslosigkeit im Nordschwarzwald ging nach Ferienende leicht zurück, Quote bei 4,9 Prozent.
  • Horb und Mühlacker mit 4,4 Prozent, Nagold am besten mit 3,7 Prozent – Pforzheim 5,6 Prozent.
  • Weniger Jugendarbeitslose nach Ferienende; Zitat: gute Ausbildung bleibt beste Grundlage.
  • Mehr Meldungen aus Beschäftigung, auch wegen Insolvenz Frischfaser Karton in Baiersbronn.
  • Nachfrage nach Arbeitskräften sank deutlich, nur 729 neue Stellenmeldungen im September.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

16.964 Männer und Frauen waren Mitte September ohne Job, 319 (1,8 Prozent) weniger als im August und 153 (0,9) weniger als vor einem Jahr. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen den vierten Monat in Folge unter dem Wert des Vorjahrs. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ist sowohl gegenüber dem Vormonat im Agentur-Bezirk Nagold-Pforzheim als auch gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 4,9 Prozent geblieben. Unter den sieben Geschäftsstellen hat Nagold mit 3,7 Prozent den besten Wert. Es folgen Calw mit 4,0, Mühlacker und Horb mit je 4,4 Prozent, Freudenstadt mit 4,7 Prozent, Bad Wildbad mit 5,0 Prozent und Pforzheim mit 5,6 Prozent.

Weniger junge Arbeitslose nach den Sommerferien

Erfreulich entwickelte sich laut Arbeitsmarktbericht die Situation bei den jüngeren Arbeitslosen. Mit dem Ende der Sommerferien und dem Start von Schule, Ausbildung und Studium ist ihre Zahl erwartungsgemäß zurückgegangen. „Viele junge, gut ausgebildete Menschen, die sich nach ihrer Ausbildung bei uns gemeldet haben, konnten wir schnell wieder in Beschäftigung vermitteln. Das zeigt deutlich, dass eine gute Ausbildung nach wie vor die beste Grundlage für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben sowie zur Fachkräftesicherung unserer Unternehmen ist“, sagt Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur

Weniger erfreulich sei der Anstieg der Arbeitslosmeldungen aus vorheriger Beschäftigung, sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahr. Hier machte sich laut Agentur für Arbeit auch die Insolvenz des Verpackungsmittelherstellers Frischfaser Karton in Baiersbronn mit rund 220 Beschäftigten bemerkbar.

Nachfrage nach Arbeitskräften hat nachgelassen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im September allerdings deutlich nachgelassen. Von den Unternehmen wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur nur 729 Stellenangebote gemeldet. Das sind 120 (14,1 Prozent) weniger als im August und 80 (9,9) weniger als im September 2025. Lehmann: „Weniger gemeldete Arbeitsstellen bedeuten für uns geringere Chancen, Arbeitslosigkeit von Menschen in der Region schnell wieder zu beenden.“

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Wie erwartet ging nach dem Ferienende insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit deutlich zurück. In der Altersgruppe unter 25 Jahren gab es im September 1661 Arbeitslose, 140 weniger als im August. Eine positive Entwicklung zeigt sich laut Agentur auch bei anderen Personengruppen. So ist die Zahl der ausländischen Arbeitslosen in den vergangenen vier Wochen um 83 zurückgegangen, die der Langzeitarbeitslosen um elf. Jedoch ist die Zahl der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre im Vergleich zum Vormonat um 24 erneut minimal gestiegen.

Im Bereich der Agentur für Arbeit ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 264 (3 Prozent) zurückgegangen, gegenüber dem Vorjahr aber um 357 (4,3) auf 8673 gestiegen. Bei den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit von August auf September um 55 (0,7) und gegenüber dem Vorjahr um 510 (5,8) auf 8291 zurückgegangen.

Arbeitslosigkeit in den Kreisen Freudenstadt und Calw

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Freudenstadt liegt im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 4,6 Prozent. Im September 2025 lag sie noch bei 4,5 Prozent. Insgesamt waren im September 3313 Menschen im Kreis Freudenstadt arbeitslos gemeldet, davon 1722 (52 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1591 (48) in der Grundsicherung. Im September wurden der Agentur von hiesigen Betrieben 242 Stellenangebote gemeldet – ein Angebot mehr als im Vormonat, aber 48 mehr als im September vergangenen Jahres. Aktuell sind 838 offene Stellenangebote im Kreis Freudenstadt im Bestand der Agentur, 166 (16,5) weniger als vor einem Jahr.

Im Nachbarlandkreis Calw ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr lag sie bei 4,4 Prozent. 3793 Menschen waren arbeitslos gemeldet, davon 2109 (55,6 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1684 (44,4) in der Grundsicherung. Im September wurden 179 Stellenangebote gemeldet, 68 weniger als im Vormonat und 24 weniger als im September 2025. Aktuell gibt es 860 offene Stellen, das sind neun weniger als vor einem Jahr.

Auch der Kreis Freudenstadt profitiert vom Kümmerer-Programm

Mit dem Kümmerer-Programm fördert das Wirtschaftsministerium seit 2016 flächendeckend im Land sogenannte regionale Kümmerinnen und Kümmerer. Deren Aufgabe ist es, geeignete junge Menschen passgenau in Praktikum, Einstiegsqualifizierung und Ausbildung zu vermitteln. Dafür bieten die Kümmerinnen und Kümmerer ein umfassendes Unterstützungsangebot. Sie helfen Zugewanderten bei der Berufswahlentscheidung, unterstützen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Gleichzeitig sind sie Ansprechpersonen für die Betriebe und beraten diese beispielsweise zu Unterstützungsangeboten während der Ausbildung.

Die Handwerkskammer Reutlingen erhält Fördergelder aus dem Programm in Höhe von 173.600 Euro, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Mit dem Geld werden zwei Kümmerer-Stellen finanziert. Die kommen auch dem Landkreis Freudenstadt zugute, der zum Bezirksbereich der Handwerkskammer in Reutlingen zählt.

Seit 2016 wurden nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums durch das Kümmerer-Programm bereits rund 5100 Zugewanderte in Ausbildung vermittelt.