Ärger vor Windkraft-Entscheid: „Die einseitige Zusammenstellung verfälscht meine Aussagen“

Prof. Ulrich Schraml wehrt sich gegen einen der drei BI-Flyer.
Dagmar Stepper (Archiv)- Streit um Bürgerentscheid in Horb: Stadt, FVA und Forum Energiedialog kritisieren BI-Flyer.
- FVA-Direktor Schraml sieht seine Aussagen zu Windkraft verfälscht und missverständlich dargestellt.
- Bürgerinitiative nahm kritisierten Flyer offline, Name von Schraml auf Facebook retuschiert.
- Stadt und Partner fordern, Verbreitung des Flyers zu stoppen und Empfänger zu informieren.
- 10.000 Flyer wurden bereits verteilt, Infoveranstaltung der BI und des Nabu am Mittwochabend.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bis jetzt war es ein friedvoller Umgang der Befürworter und der Gegner von Windrädern auf kommunalen Waldflächen. Doch wenige Stunden, bevor am Mittwochabend (26. November) die Bürgerinitiative und der Nabu die letzte Infoveranstaltung vor der Abstimmung am Sonntag abhalten, veröffentlichte die Stadt Horb eine Pressemitteilung. Und zwar gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) und dem Forum Energiedialog Baden-Württemberg. Sie wehren sich gegen eine Darstellung im Flyer der Initiatoren des Horber Bürgerentscheids.
Konkret geht es um Aussagen, die FVA-Direktor Prof. Dr. Ulrich Schraml bei der Infoveranstaltung am 13. November in der Hohenberghalle getätigt hat. Er sieht sich laut der Mitteilung im Flyer der Windkraft-Gegner „irreführend und aus dem Zusammenhang gerissen wiedergegeben“. Dazu sagt er nun: „Die einseitige Zusammenstellung von Halbsätzen aus meinem Vortrag verfälscht meine Aussagen. Es wird der Anschein erweckt, ich würde die Nein-Position beim Bürgerentscheid in Horb unterstützen.“
Auch die Art der Darstellung im Flyer vermittle diesen Eindruck, der falsch sei. „In meinem Kurzvortrag habe ich ausgeführt, welche Aspekte gegeneinander abzuwägen sind. Ich habe darauf hingewiesen, dass der Ausbau der Windkraft ein wichtiges Element im Klimaschutz und damit auch im Waldschutz ist. Ich traue den Bürgerinnen und Bürgern zu, sich daraus selbst eine Meinung zu bilden“, erklärt Schraml in der Mitteilung.
Die Bürgerinitiative reagierte bereits auf die Kritik und nahm einen Teil des Flyers von ihrer Internetseite. Nach Angaben von „Waldschutz statt Windkraft“ wurden 10.000 Flyer angefertigt und seit vergangenen Freitag vollständig verteilt. Auf der Facebook-Seite der BI war der Flyer auch nach der Mitteilung noch abrufbar. Sogar samt den Zitaten von Schraml. Nur: Der Name des FVA-Direktors wurde retuschiert.

Die Zitate unten, gegen die sich Prof. Ulrich Schraml wehrt, sind nach wie vor auf der Facebook-Seite der BI zu lesen. Aber inzwischen ohne seinen Namen.
Screenshot: Facebook/Waldschutz statt WindkraftIn der städtischen Mitteilung heißt es: „Gemeinsam appellieren die FVA, das Team des Forum Energiedialog und die Stadt Horb am Neckar an die Bürgerinitiative, den Flyer in dieser Form auch gedruckt nicht weiter zu verbreiten und die verfälschende Darstellung gegenüber den Empfängern des Flyers richtigzustellen.“
