52-Jähriger tritt ab
: Paukenschlag! Peter Rosenberger hört im Herbst als Horber OB auf

Die Entscheidung ist verkündet: Peter Rosenberger (52) stellt sich in Horb nach zwei Amtszeiten nicht wieder zur Wahl.
Von
Moritz Hagemann,
Dagmar Stepper
Horb
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Oberbürgermeister Peter Rosenberger vor der Bekanntgabe seiner Entscheidung am Dienstagabend.

Oberbürgermeister Peter Rosenberger war entspannt vor der Bekanntgabe seiner Entscheidung am Dienstagabend. Später kämpfte er mit den Tränen.

Moritz Hagemann
  • Peter Rosenberger, 52, tritt nach 17 Jahren als Horber Oberbürgermeister zurück.
  • Rosenberger entschied sich im engsten privaten Kreis zum Rücktritt.
  • Er betonte, weiterhin engagiert zu sein, trotz missglückter Bewerbung in Esslingen.
  • Rosenberger war seit 2009 im Amt und wurde 2017 mit 71% der Stimmen wiedergewählt.
  • Zukunftspläne ließ er offen, versprach aber einen engagierten Endspurt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Peter Rosenberger kämpfte mit den Tränen. Die Stimme des zuvor bestens aufgelegten Oberbürgermeisters war brüchig, als er verkündete, dass er sein Amt nach 17 Jahren in der Horber Verwaltung niederlegen wird. Viele Rätinnen und Räte wurden offenbar von der Entscheidung überrascht. Silke Wüstholz (CDU) beispielsweise schlug die Hände fassungslos vor ihr Gesicht.

Er habe die Argumente abgewogen, "es hielt sich die Waage", sagte der 52-Jährige. Er sei letztlich rund um den Jahreswechsel "nicht einsam", sondern "im engsten privaten Umfeld" zu dieser Entscheidung gelangt. Als Rosenberger seine Rede beendet hatte, brandete langanhaltender Applaus auf. Der Saal erhob sich.

"24/7 an 365 Tagen für unsere Stadt"

Zuvor wehrte sich Rosenberger gegen die Annahme, er identifiziere sich nicht mehr mit Horb, weil er sich im Juni erfolglos in Esslingen als Landrat beworben hatte. Das, so Rosenberger, "ist völliger Irrsinn, sogar unverschämt". Man könne an den aktuellen Themen durchaus erkennen, "dass ich keineswegs amtsmüde bin". Seine Entscheidung habe nichts mit der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat zu tun.

Ein Dutzend Zuschauer war in der Halle der Gutermann-Grundschule dabei, vor dem Livestream verfolgten zeitweise mehr als 150 Zuschauerinnen und Zuschauer die Sitzung. Üblich ist das nicht. Doch es war eben eine ganz besondere Sitzung des Horber Gemeinderats am Dienstagabend. An deren Ende Rosenberger auch über seine bisherige Zeit als Stadtoberhaupt sprach, über den Verzicht, den das Amt mit sich bringe, über private Dinge, die immer hintenan gestanden und oftmals auch ausgefallen seien. "Im 17. Jahr arbeite ich quasi 24/7 an 365 Tagen im Jahr für unsere Stadt", sagte der dreifache Familienvater. Diese Strapazen nehme man nur hin, "wenn man für eine Aufgabe glüht".

Einige Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Sitzung in der Halle der Gutermann-Schule. Vorne: Citymanager Thomas Kreidler.

Einige Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Sitzung in der Halle der Gutermann-Schule. Vorne: Citymanager Thomas Kreidler.

Moritz Hagemann

Rosenberger ist seit 2009 im Amt. Damals hatte er als Beigeordneter (diese Stelle übernahm er im Juni 2008) zunächst kommissarisch den damaligen Oberbürgermeister Michael Theurer (FDP) abgelöst, der ins Europaparlament gewählt worden war. Nachdem Rosenberger im Jahr 2015 erfolglos für das OB-Amt in seiner Heimatstadt Mannheim kandidiert hatte, wurde er 2017 mit 71 Prozent der Stimmen in Horb wiedergewählt. Rosenbergers Amtszeit dauert noch bis Oktober an.

Zu einer erneuten Wiederwahl wird es also nicht kommen. Jetzt müssen sich vor allem die Fraktionen auf die Suche nach geeigneten Nachfolgekandidaten machen. Eine logische Wahl wäre der Erste Beigeordnete Ralph Zimmermann (56). Er bewerbe sich jetzt zunächst wieder als Beigeordneter, sagte Zimmermann im Anschluss an die öffentliche Sitzung am Dienstagabend. "Heute Abend kann ich noch nicht mehr sagen."

Was Rosenberger zukünftig machen möchte, ließ er am Dienstagabend offen. Einen Plan B habe er noch nicht, sagte der Oberbürgermeister der SÜDWEST PRESSE. Die große Weichenstellung für Horb sei erledigt. Nach einem 17-jährigen Marathonlauf komme er nun auf die Zielgerade. "Aber das wird kein Trudeln ins Ziel, sondern ein echter Endspurt mit besonderem Einsatz für Horb", sagte Rosenberger. Und schob nach: "Mein Zuhause".