300 Jahre Rock’n‘Roll
: Open Air-Konzert mit Vincent Rocks im Mai beim „Seeblick“

Zu einer beschwingten Reise durch drei Jahrhunderte Unterhaltungsmusik laden Paul Vincent und seine Band am Samstag, 28. Mai , nach Empfingen ins Restaurant „Seeblick“ ein. Es ist das erste Open Air-Konzert in der Geschichte des Lokals. Wenn das Wetter mies ist, dann wird die Bühne allerdings im „Seeblick“ aufgebaut.
Von
Reinhard Seidel
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Vincent Rocks – eine Band musikalischer Schwergewichte. Das Bild zeigt von links Günther Gebauer (Bass), Uli Eisner (Klangdesign), Paul Vincent (Gitarre/Gesang) und den Mann am Schlagzeug, Andreas Keller. Agenturbild

Nicht gesetzt

Auch der nächste Zwischenstopp beim „Türkischen Marsch“ von Wolfgang Amadeus Mozart lässt mittendrin ganz unverhofft Bob Marleys Song „I Shot The Sheriff“ erklingen und mündet am Ende sogar noch in einen kleinen Abstecher zum Tango „Hernando’s Hideaway“.

Mozarts „Kleine Nachtmusik“ trifft auf „Sunshine Of Your Love“ von Eric Claptons Supergroup Cream, Kurt Weils „Mäckie Messer“ hat den Blues, denn nichts ist Paul Vincent, Andreas Keller, Günther Gebauer und Uli Eisner heilig. Auch die weiteren Programmpunkte sind Musikstücke, die fast jeder kennt, und die doch von den großen Meistern geschrieben wurden, um das Publikum niveauvoll zu unterhalten.

Im zweiten Teil von „300 Jahre Rock‘n‘Roll“ widmet sich der Zeitreise-Express unter anderem ausführlich den Songs der Beatles. Aber die Herren von Vincent Rocks sind keine Cover-Band, sondern sie interpretieren die Lieder der Fab Four aus Liverpool in ungewöhnlichen Arrangements. So sind in diesem Programm auch seltener gespielte Songs wie etwa „Eleanor Rigby“, „Norwegian Wood“ und „Day Tripper“ in aufregenden Versionen zu hören.

Wer die Musiker auf der Bühne erlebt hat, egal, ob früher bei der Wolle Kriwanek Band, Eric Burdon, Udo Lindenberg oder Sting, bei Joy Fleming, Eberhard Schoener, Stefan Waggershausen, Gary Brooker von Procol Harum oder eben bei Vincent Rocks, der weiß, dass ein Abend voller musikalischer Ekstase mit allerfeinstem Blues und Rock garantiert sein dürfte.

Die Mitglieder der Band

spielten mit Weltstars

Paul Vincent (Gitarre/Gesang) gehört zur Generation derjenigen, die unter dem musikalischen Einfluss der Beatles und Jimi Hendrix groß wurden. Seit über 35 Jahren ist er überaus erfolgreich im Musikgeschäft tätig und teilte sich dabei Studio und Bühne mit den ganz Großen. So war er unter anderem Mitglied in Udo Lindenbergs Panikorchester, spielte sämtliche Gitarren auf Freddie Mercurys Soloalbum „Mr. Bad Guy“, tourte mit Eric Burdon und war 28 Jahre lang der musikalische Kopf der Wolle Kriwanek Band.

Parallel dazu komponierte er die Musik für zahlreiche TV-Produktionen, die nicht nur in Deutsch land, sondern auch im Ausland Quotenrenner waren und sind. Seine Musik hat wohl jeder schon einmal gehört – ob nun in TV-Serien wie „Auf Achse“, „Tatort“, „Doppelter Einsatz“ oder „In aller Freundschaft“. Paul Vincent erhielt im Jahre 2001 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Filmmusik“.

Andreas Keller (Schlagwerk) begann im Alter von 13 Jahren Schlagzeug zu spielen. Später nahm er Kompositionslehre-Unterricht in New York. Zwischen 1988 und 1990 erhielt Keller an der P.I.T. in Los Angeles Unterricht von einigen der weltweit besten Schlagzeuger, darunter Ralph Humpfrey (Frank Zappa) und Doanne Perry (Jethro Tull). Zwischen 1992 und 1993 trat er live zusammen mit der „Bond-Brother-Band“ in rund 150 Folgen von Thomas Gottschalks Late-Night-Show auf. International arbeitete er etwa mit Jennifer Rush, Ian Anderson (Jethro Tull), Bobby Kimball (Toto) und David Clayton Thomas (Blood, Sweat and Tears) zusammen. .

Günther Gebauer (Bass) erhielt im Alter von acht Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Wenig später folgten Gitarrenstunden und mit 15 Jahren schließlich Unterricht am Bass. Gebauer ist Musiker, Arrangeur, Komponist und Musikproduzent. Sein Weg als Musiker begann Mitte der 1970er-Jahre in der Münchener Live-Szene. Erste Aufträge als Studiomusiker folgten. Er spielte unter anderem für Boney M., Klaus Doldinger, Umberto Tozzi, Udo Jürgens, Mick Jackson, Al Bano & Romina Power, Udo Lindenberg, Maggie Reilly oder Donna Summer. Mittlerweile hört man ihn – meist als Bassist – auf über 700 LPs bzw. CDs, auf unzähligen Singles und in Filmmusiken wie der von „Tatort“, „Captain Future“, „Derrick“, „Schwarzwaldklinik“, „Nightwatch“ und „Das Boot“. Er komponierte für die erste Solo-CD der Irin Maggie Reilly, arrangierte und co-produzierte die Comeback-CD der legendären englischen Rockband „Smoke“ („My Friend Jack“), vertonte aber auch Erich von Dänikens CD-ROM „Kontakt mit dem Universum“.

Uli Eisner (Klang) spielte mit elf Jahren in seiner ersten Band, zunächst als Schlagzeuger, später als Gitarrist, Keyboarder und Sänger. 1979 wechselte er zur anderen Seite des Multicores und war fortan ein gefragter Live-Mischer.

Auf zahlreichen Tourneen in den 1980ern quer durch Europa arbeitete er beispielsweise mit den Dire Straits, Chris de Burgh, Münchener Freiheit, Bonfire oder Judas Priest.

Ende 1989 gründete er zusammen mit Paul Vincent das erste gemeinsame Studio unterm Namen „Schall und Rauch“, und zwar in Nebenräumen der legendären Musicland-Studios (ELO, Queen, Deep Purple, Rolling Stones, Donna Summer). Parallel zum Studio arbeitete er im Live-Bereich und konnte weitere Namen wie Bryan Adams, Paul Young, Katrina & The Waves, Brian May oder White Lion zu seiner Referenzliste hinzufügen.

Bei der Wolle Kriwanek Band (später: Vincent Rocks) ist er seit 1990 auch festes Bandmitglied als kreativer Klanggestalter. Er ist Autor des Buchs „Mixing Workshop“, das bis heute ein Standardwerk in der Szene ist.

Info Der Musikabend ist am Samstag, 28. Mai, um 20.30 Uhr, vor oder im Empfinger „Seeblick“. Karten gibt es direkt im Restaurant und bei der Neckar-Chronik in Horb, Telefon 07451/90090. Die Karten kosten im Vorverkauf 16 Euro, mit der NC- Card 15 Euro. An der Abendkasse sind 20 Euro fällig.