220 Angestellte betroffen: Die Baiersbronner Firma Frischfaser Karton ist insolvent

Die Firma Frischfaser Karton GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt.
Firma Frischfaser Karton GmbH- Frischfaser Karton GmbH in Baiersbronn stellte Insolvenzantrag beim Amtsgericht Rottweil.
- Der Betrieb läuft weiter – Löhne sind für Juni, Juli und August über Insolvenzgeld gesichert.
- Gründe laut Kanzlei: hohe Energiekosten, Überkapazitäten und ein schwieriges Marktumfeld.
- 220 Beschäftigte arbeiten am Standort; produziert wird Faltschachtelkarton für Verpackungen.
- Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Jan Markus Plathner – Gespräche mit Kunden und Lieferanten starten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der nächste Tiefschlag für die regionale Wirtschaft: Die Baiersbronner Frischfaser Karton GmbH hat beim Amtsgericht Rottweil einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Darüber informiert die Kanzlei „Brinkmann & Partner“, deren Sanierungsexperte Jan Markus Plathner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde.
Die Kanzlei teilt mit: „Die Gesellschaft steht wie viele Produzenten der europäischen Kartonbranche vor dem Hintergrund anhaltend hoher Energiekosten, struktureller Überkapazitäten und eines schwierigen Marktumfelds unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Trotz operativer Maßnahmen zur Kostensenkung konnte die Liquiditätssituation nicht nachhaltig stabilisiert werden.“
Am Standort in Baiersbronn sind laut der Mitteilung 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Dort werde insbesondere sogenannter Faltschachtelkarton, der überwiegend für Verpackungslösungen in der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie eingesetzt wird, produziert.
Die Gesellschaft betreibe in Baiersbronn ein modernes Kartonwerk und zähle mit einem Umsatz von zuletzt rund 80 Millionen Euro zu den bedeutenden Herstellern von Frischfaserkarton in Europa. Nach Firmenangaben werden dort jährlich rund 95.000 Tonnen Frischfaserkarton produziert. Die Frischfaser Karton gehört zur Folbb-Gruppe, die in Eerbeek (Niederlande) ein weiteres Werk betreibt.
Löhne für drei Monate gesichert
Die Löhne und Gehälter seien durch eine Insolvenzgeldvorfinanzierung für die Monate Juni, Juli und August gesichert, heißt es in der Mitteilung. Ziel sei es, dass der Geschäftsbetrieb weiterläuft und eine nachhaltige Lösung zur Sanierung erarbeitet wird. Erste Gespräche mit wesentlichen Kunden, Lieferanten und weiteren Stakeholdern seien bereits aufgenommen worden, um die operative Stabilität des Unternehmens sicherzustellen.
Plathner sagt in der Mitteilung: „Unser Fokus liegt zunächst auf der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und der Lieferfähigkeit. Parallel schaffen wir Transparenz über die wirtschaftliche Situation und prüfen Sanierungsoptionen. Ziel ist es, im Rahmen eines strukturierten Prozesses zeitnah eine Investorenlösung zu realisieren, welche auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter langfristig sichert.“
Bürgermeister „völlig überrascht“
Offenbar kam die Insolvenz auch für das Umfeld des Betriebs aus heiterem Himmel. Das legt ein Bericht des „Schwarzwälder Boten“ nahe. Darin wird Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf (CDU) zitiert, der „keinerlei Anzeichen“ gesehen hatte und „völlig überrascht“ war. Jetzt gehe es vor allem um die Menschen. „Für sie ist diese Ungewissheit ein massiver Schock. Deshalb wollen wir es nicht bei reiner Betroffenheit belassen“, wird Ruf zitiert.

