Zum Tode von Herbert Deuchert
: Er hat die Presselandschaft in Hechingen mitgeprägt

Im 95. Lebensjahr ist am 10. September 2026 Herbert Deuchert gestorben. Er war ein prägendes Gesicht der Hechinger Presselandschaft und fast 20 Jahre lang Redaktionsleiter des Schwarzwälder Boten.
Von
Rolf Vogt
Hechingen
Jetzt in der App anhören
Herbert Deuchert im Jahr 1994. Er war fast 20 Jahre lang Redaktionsleiter des Schwarzwälder Boten in Hechingen.

Herbert Deuchert im Jahr 1994. Er war fast 20 Jahre lang Redaktionsleiter des Schwarzwälder Boten in Hechingen.

König
  • Herbert Deuchert starb am 10. September im 95. Lebensjahr – Hechinger Journalist und Redakteur.
  • Er leitete ab 1975 die Redaktion des Schwarzwälder Boten, 1994 ging er in den Ruhestand.
  • Anfangs betreute die Hechinger Redaktion den Altkreis, teils arbeitete er als Alleinredakteur.
  • Als gelernter Fotograf prägte er die Bildnutzung in der Tagespresse und setzte starke Motive.
  • Privat engagierte er sich im Tierschutz; die Familie nimmt Abschied im Ruheforst Lindich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Herbert Deuchert, der am 10. September im 95. Lebensjahr gestorben ist, war ein Journalist, der die Hechinger Presselandschaft lange mitgeprägt hat. 1975 übernahm er die Redaktionsleitung des Schwarzwälder Boten, 1994 ging er in den Ruhestand. Dazwischen lagen Jahre mit ständigem Auf und Ab. Anfangs war die Hechinger Redaktion für den gesamten Altkreis Hechingen von Burladingen bis Haigerloch zuständig, zeitweise musste Herbert Deuchert diese Aufgaben sogar als Alleinredakteur bewältigen.

Als gelernter Fotograf mit Sinn für die Bilder

In seiner Zeit wurde die Verwendung von Fotos umfassend genutztes Stilmittel in Tageszeitungen. Fester Termin im täglichen Redaktionsalltag war die Fahrt zum Bahnhof, wo der Expresszug um 16 Uhr die Negative auf den Weg zum Verlag nach Oberndorf brachte. Dort wurden sie zu Positiven und Klischees weiterverarbeitet, bevor sie auf die Druckplatten kamen.

Deuchert war als gelernter Fotograf bestens geeignet, diese Entwicklung voranzutreiben. Seine Fotos zeugen von einem untrüglichen Gespür für Motive und die Lichtschwankungen, denen die Schwarz-Weiß-Fotografie ihren Reiz verdankt.

Geboren in Unterfranken

Geboren am 2. Oktober 1931 in Weilbach in Unterfranken, besuchte Herbert Deuchert Volksschule und Oberrealgymnasium in Amorbach im Odenwald. 1949 bis 1952 absolvierte er eine Fotolehre in Aschaffenburg, danach arbeitete er im Fotogeschäft seiner Eltern, war freier Mitarbeiter von Tageszeitungen und Illustrierten und schließlich Kreisberichterstatter für das Fränkische Volksblatt. 1964 kehrte er zum Fotojournalismus zurück und wurde Mitarbeiter im Bild-Verlag Metz in Tübingen, dem er – unterbrochen von einem einjährigen Engagement bei Kunsthistoriker und Fotograf Dr. Helmut Hell in Reutlingen – bis 1969 treu blieb.

Herbert Deuchert mit seiner Ehefrau Veronika.

Seit 1960 verheiratet: Herbert Deuchert mit seiner Ehefrau Veronika.

privat

Am 1. Januar 1970 wechselte Deuchert als Redakteur nach Hechingen, wo er mit Bruno Ewald Reiser zusammenarbeitete, der den Schwarzwälder Boten in Hechingen seit 1948 aufgebaut hatte. Im Juli 1975 übernahm Deuchert die Redaktionsleitung, die er fast 20 Jahre lang mit „warmem Ton“ ausübte, wie es bei seiner Verabschiedung hieß. Nahezu niemand hat ihn je schimpfen gesehen, aber jeder erinnert sich an sein freundliches Lächeln.

Von „großer innerer Stabilität“

Am 31. Oktober 1994 ging Herbert Deuchert in den Ruhestand. Bei seiner Verabschiedung durch Chefredakteur Jörg Bischoff am 3. November 1994 mit einem Empfang im „Museum“ nannte Bürgermeister Norbert Roth Herbert Deuchert einen „angenehmen Begleiter“ mit „großer innerer Stabilität“, der dazu beigetragen habe, den Schwarzwälder Boten zu einer „wichtigen regionalen Zeitung mit hohem Niveau“ zu machen.

Leidenschaftlicher Tierschützer

Mit seiner Ehefrau Veronika, die er 1960 heiratete, teilte Herbert Deuchert eine große Leidenschaft, die Tierliebe. Er war jahrelang Vorsitzender der Tierschutzgruppe Bodelshausen, sein Garten in der Weisengärtenstraße in Bodelshausen Asyl für geschundene, ausgesetzte und misshandelte Katzen, Hunde, Igel und Kaninchen, die das Ehepaar aufpäppelte und versorgte.

Letzte Ruhe im Ruheforst Lindich

Drei Söhne – Michael, Eduard und Stephan – gehören zur Familie. Sie trifft sich am 1. Oktober im Ruheforst Lindich, um dem Verstorbenen in engem Kreis die letzte Ehre zu erweisen.