Wolfsichtung im Zollernalbkreis: Rangendinger Wildtierkamera zeigt ein „Wahrscheinlich-Tier“

Kann schon sein, kann vielleicht auch nicht sein? Doch, schon eher! Die Aufnahme aus der Wildtierkamera des Rangendinger Jägers Reinhold Dieringer wird behördlicherseits als "wahrscheinlicher Fall" einer Wolfsichtung eingeordnet. Ein Laie könnte auch auf einen Fuchs tippen.
privat- Wolfsichtung in Rangendingen: Foto als "wahrscheinlich" eingestuft.
- Jäger Reinhold Dieringer informierte die Öffentlichkeit.
- Aufnahme vom Freitagmorgen im Gewann „Postenbühl“.
- Versuchsanstalt Aulendorf bestätigt mögliche Wolfsichtung.
- Letzte offizielle Sichtung 2022 im Killertal.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit der Qualität der Aufnahmen aus Wildtierkameras ist es immer so eine Sache. Auch das jüngste Foto eines potenziellen Wolfs in der Region ist offiziell kein 100-Prozent-Beweis. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg charakterisiert die Aufnahme aus dem Rangendinger Wald als „wahrscheinlichen Fall“.
Zugeschnappt hat die Fotofalle im Gewann „Postenbühl“ am frühen Freitagmorgen. Um 4 Uhr hat es in der Nähe des Rangendingen Grüngutplatzes Klick gemacht. Informiert hat die Öffentlichkeit der Jäger Reinhold Dieringer. Er hat die Kamera aufgehängt, um Bescheid zu wissen in seinem Revier. Dieringer ist Mitglied des Rangendinger Gemeinderats und hat das Gremium in der Sitzung am Mittwochabend informiert.
Behörde sagt vorsichtig Ja
Der Jäger hat die Aufnahme an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg mit Sitz in Aulendorf geschickt. Die Behörde gibt möglichen Wolfsichtungen einen offiziellen Stempel. Die Nachricht aus Aulendorf ist, dass es sich sehr wohl, nämlich „wahrscheinlich“ um einen Wolf handeln könnte, der im Hohenzollerischen fotografiert worden ist. Volle 100 Prozent erreicht das Bild allerdings nicht. Unmittelbar vor der Gemeinderatssitzung hatte Dieringer Bescheid bekommen von der Wildforschungsstelle im Oberland. Demnach könnte es sich um ein Tier handeln, das bislang nicht gelistet ist. Der Rangendinger Jäger macht es im Gremium auf jeden Fall mal feierlich: „Der Wolf ist nach 150 Jahren wieder da und bei uns angelangt!“
Das Tier auf der Aufnahme könnte bei einem Laien locker auch als Fuchs durchgehen. Das Foto erinnert denn auch an die nur wenige Tage zurückliegende Wolfsichtung in Waldachtal im Schwarzwald. Auch dort hatte der mögliche Wolf auf dem Bild einen eher kurzen und damit ungewöhnlichen Stummelschwanz. Im Fachjargon „Rute“ geheißen.
Grüße aus dem Killertal
Die letzte offizielle Wolfsichtung im Zollernalbkreis war Ende 2022 im Killertal. Damals löste die Nachricht unter Tierhaltern noch einige Aufregung aus. Die scheint im Fall Rangendingen noch ausgeblieben. Wahrscheinlich ist im Killertal wie in Rangendingen, dass das Tier sowieso und wie immer nur auf der Durchreise war. Wenn es denn tatsächlich ein Wolf war.
Die Jäger und der Wolf!
Beim Rangendinger Wahrscheinlich-Wolf geht Jagdpächter Reinhold Dieringer von einem Einzelgänger aus. Der streife auf der Suche nach Nahrung durch das Land und könne inzwischen schon wieder 50 Kilometer weit weg sein. Möglich sei, so erklärt der Jäger nach seinen eigenen Recherchen, dass es auch ein sogenannter Wolfshybrid sei, also eine Kreuzung aus Wolf und Haushund. Diese Tiere seien im Verhalten schlechter berechenbar als ein Wolf. Der meidet bekanntlich den Kontakt mit Menschen und gilt als sehr scheu. Bei Reinhold Dieringer selbst herrscht offenbar die jägertypische Skepsis gegenüber Wölfen vor.
Bürgermeister Haug sieht keinen Handlungsbedarf
Der Rangendinger Bürgermeister Manfred Haug dagegen setzt auf Zurückhaltung. Man spreche lediglich von einem Verdachtsfall. Deshalb bestehe keinerlei Handlungsbedarf.



