Villa Eugenia Hechingen
: Käthe Rominger-Schneider macht Kunst gegen die digitale Vergänglichkeit

Ganze Schülergenerationen des Hechinger Gymnasiums werden sich an Käthe Rominger-Schneider erinnern. Seit 2017 macht sie Kunst mit Papier, und jetzt stellt sie mit dem Metallkünstler Walter Zepf gemeinsam aus.
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Daheim ist sie in Albstadt, aber man kennt sie in und um Hechingen herum ebenfalls bestens: Käthe Rominger-Schneider hat 30 Jahre lang am Gymnasium der Zollernstadt unterrichtet. In ihren Werken finden sich etliche Reminiszenzen an diese Schulzeit.

Daheim ist sie in Albstadt, aber man kennt sie in und um Hechingen herum ebenfalls bestens: Käthe Rominger-Schneider hat 30 Jahre lang am Gymnasium der Zollernstadt unterrichtet. In ihren Werken finden sich etliche Reminiszenzen an diese Schulzeit.

Ernst Klett
  • Käthe Rominger-Schneider und Walter Zepf stellen in der Villa Eugenia Kunst aus Papier und Metall aus.
  • Titel der Ausstellung: „Was war – was ist“; zu sehen ab 14. September bis 19. Oktober, sonntags 14–17 Uhr.
  • Rominger-Schneider bewahrt mit Papierkunst Vergängliches, Zepf zeigt massive und filigrane Drahtobjekte.
  • Werke wie „Die Körbchen der Kleopatra“ und Kunst aus Getränkedosen sorgen für Kontraste und Überraschungen.
  • Vernissage mit Kirchenchor Dürbheim und Reden von Uwe Bürkle und Clemens Ottnad.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gut. Zugegeben. Die Einladungskarte des Fördervereins Villa Eugenia zur ersten Ausstellung nach der Sommerpause kann auch abschrecken. Zumindest Leute, die nicht gar so auf abstrakter Schaffenskraft stehen. Aber man muss halt immer genau hinschauen und sich nicht aufs Kartengucken beschränken. Dann sieht die Hechinger Kunstwelt schon ganz anders aus.

Der Sommer ist vorbei, in der Villa Eugenia zieht im oberen Stockwerk wieder Schaffenskraft im Doppelpack ein. Arbeiten aus Papier und Objekte aus Metall sind ab Sonntag zu sehen. Zwei Materialien, die wenig bis nichts miteinander gemein haben, aber vielleicht macht genau das den Reiz der Ausstellung aus. „Das passt super zusammen, vielleicht auf einer anderen Ebene, aber es passt.“ So lautet das begeisterte Urteil von Angelika Kalchert, der langjährigen und höchst engagierten Ausstellungsmacherin des Fördervereins.

Oder kommt doch zusammen, was nicht zusammenpasst in der Villa? Man kann es sich selbst aussuchen. Auf jeden Fall ist die neue Kunstschau unter dem Titel „Was war – was ist“ äußerst kontrastreich. Allein vom Gewicht des Ausgestellten her tun sich Differenzen auf. Walter Zepf aus Dürbheim, das ist im Landkreis Tuttlingen, hat's in der Regel nicht leicht mit seiner Kunst. Die Drahtgeflechte gleich im ersten Raum der Ausstellung hätte man nicht die schmale Treppe hochschleppen wollen. Denn der Meister im Chirurgiemechanikerhandwerk (seit 1977) und Betriebswirt des Handwerks (seit 1984) bevorzugt bei der Arbeit mit Draht nicht dieses dünne Zeug, das man zum Blumenbinden nehmen kann, sondern die sehr stabile Variante.

Das macht die Zepf-Kunst (seit 1998 als Autodidakt tätig, Mitglied im IBC, dem Internationalen Bodensee-Club, Kunstkreis Tuttlingen und dem Kunstverein Villingen-Schwenningen) obendrein zu beträchtlichen Teilen outdoor-tauglich. Filigrane Arbeiten kann er freilich genauso. Schön am vollbärtigen Walter Zepf, einem sehr umgänglichen Menschen: Er gibt sämtlichen Arbeiten Namen. Die sind in der Regel sehr treffend, oftmals auch sehr unterhaltsam. Wir machen neugierig: In der Villa Eugenia zu sehen sind unter anderem „Die Körbchen der Kleopatra“, „Die Wiege des Bösen“, „Der Schuss ist tot“ und „Die Scherben der Träume“. Ein Hingucker und garantiert 20 Euro Dosenpfand verschmäht: die Kugelkunst aus Getränkedosen. „Ich mach' keine schöne Kunst“, sagt Walter Zepf. Über Schönheit lässt sich immer streiten.

Heavy Metal in der Villa Eugenia! Endlich einmal! Es handelt sich allerdings nicht um die herrliche Variante der Rockmusik, sondern um  die teilweise sehr gewichtige Drahtkunst von Walter Zepf.

Heavy Metal in der Villa Eugenia! Endlich einmal! Es handelt sich allerdings nicht um die herrliche Variante der Rockmusik, sondern um die teilweise sehr gewichtige Drahtkunst von Walter Zepf.

Ernst Klett

Wie bekommt man jetzt die Kurve zu teilweisem Schwermetall (auf jeden Fall das wiegende Böse) zur filigranen Papierkunst aus Albstadt? Ein Versuch: Käthe Rominger-Schneider will Vergängliches Bewahren. Das fällt bei ihren Arbeiten nicht ganz so leicht wie bei Walter Zepf. War das jetzt die Kurve? Egal. Die frühere Pädagogin verarbeitet Papier in beinahe jedweder Form: Bücher, Zeitungen, aber auch Landkarten und Formulare. Und sogar ein sogenanntes Mitteilungsbuch des Gymnasium Hechingen. Das bleibt selbstredend nicht im Original, sondern wird kreativ bearbeitet.

Grüße aus der Lehrerschaft

Trotzdem, so kündigt Käthe Rominger-Schneider, können gaufmerksame Betrachter in der Ausstellung Spuren früherer Lehrerkollegen wie Engelbert Mangler oder Hans Welte entdecken. Dieses Mitteilungsbuch dürfte an der Schule längst Geschichte sein. Denn es war dazu da, Informationen weiterzugeben. In altmodischer, also analoger Form. Genau da packt es die Albstädter Künstlerin: Alles Digitale ist für sie vergänglich, und sie versucht, mit ihrer Kunst das Papier auf Dauer zu bewahren. „Ich arbeite gegen das Verschwinden“, sagt Käthe Rominger-Schneider. Sie ist Mitglied im Kunstverein Hechingen und der Albstädter Gruppe 24

Ein Kirchenchor singt zur Eröffnung

Ab 14 Uhr lädt der Förderverein Villa Eugenia am Sonntag, 14. September, zur Vernissage. Zur Begrüßung spricht Uwe Bürkle, Bildhauer aus Tübingen, und im Verein ebenfalls für die Ausstellungen zugange. Die Einführung hält einmal mehr Clemens Ottnad, der Geschäftsführer des Künstlerbunds Baden-Württemberg. Vielleicht war in diesem Jahr schon zu viel Musik aus der Konserve bei Ausstellungseröffnungen präsent. Walter Zepf bringt zur Umrahmung den Kirchenchor Dürbheim mit. Das hat es, wir wagen die Behauptung, noch niemals gegeben in der Villa. Die Ausstellung ist zu sehen bis einschließlich 19. Oktober, wie immer sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Der Sommer ist vorbei, Angelika Kalchert eröffnet für den Förderverein Villa Eugenia den Kunstherbst. Und das neben den "Körbchen der Kleopatra" von Walter Zepf

Der Sommer ist vorbei, Angelika Kalchert eröffnet für den Förderverein Villa Eugenia den Kunstherbst. Und das neben den "Körbchen der Kleopatra" von Walter Zepf

Ernst Klett