Versuchter Mord in Gauselfingen
: Attacke auf Bauarbeiter mit Feuerlöscher – Auch Beifahrer sitzt jetzt in U-Haft

Die Ermittlungen zur Gauselfinger Auto-Attacke nehmen Fahrt auf: Jetzt wurde auch der Beifahrer des bereits verhafteten Ukrainers wegen versuchten Mordes in U-Haft genommen.
Von
Hardy Kromer
Gauselfingen
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Gasleitung bei Bauarbeiten beschädigt: PRODUKTION - 12.09.2024, Hessen, Bruchköbel: Feuerlöscher stehen an der Einsatzstelle. Mitten in den Warntag platzte ein Realereignis: Im Kinzigheimer Weg wurde bei Bauarbeiten eine Gasleitung beschädigt. Die Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und die Gaswerke waren im Einsatz. Etwa 20 Gebäude in einem Radius von 50 Metern mussten zeitweise evakuiert werden. Foto: Andreas Arnold/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mit einem Feuerlöscher soll der 20-jährige Beifahrer in Gauselfingen auf einen Bauarbeiter losgegangen sein (Symbolfoto).

Andreas Arnold/dpa
  • Haftbefehl gegen Beifahrer (20) der Auto-Attacke in Gauselfingen wegen versuchten Mordes erlassen.
  • Bauarbeiter wurde mit Fäusten und Feuerlöscher angegriffen – Täter in U-Haft.
  • Fahrer (21) versuchte, Bauarbeiter zu überfahren – sitzt seit über einer Woche in Haft.
  • Vorfall löste politische Debatte aus: Flüchtlingsunterkunft als strittiger Wohnort der Täter.
  • Eskalation durch Verstärkung mit Waffen verhindert – Ermittlungen laufen weiter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gauselfinger Auto-Attacke vom 24. Juni, die überregional Schlagzeilen schrieb, hat nun eine weitere Verhaftung nach sich gezogen. Wie das Polizeipräsidium Reutlingen mitteilt, haben die Staatsanwaltschaft Hechingen und das Kriminalkommissariat Balingen inzwischen einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den 20-jährigen Beifahrer erwirkt. Der ukrainische Staatsangehörige war bereits unmittelbar nach der Tat festgenommen, bald aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Nicht nur mit Fäusten geschlagen

Jetzt, so heißt es, hätten die Ermittlungen ergeben, dass der 20-Jährige nicht nur, wie bereits berichtet, einen Bauarbeiter mit Faustschlägen traktiert, sondern darüber hinaus mit einem Feuerlöscher auf den Arbeiter eingeschlagen haben soll.

Dem Haftrichter vorgeführt

Der Ukrainer wurde am Donnerstagmorgen (03.07.2025) festgenommen und im Laufe des Tages beim Amtsgericht Hechingen dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ den von der Staatsanwaltschaft Hechingen beantragten Untersuchungshaftbefehl und setzte ihn in Vollzug. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

Der 21-jährige Fahrer des Autos, ebenfalls ein Ukrainer, sitzt wegen des versuchten Tötungsdelikts schon mehr als eine Woche in Untersuchungshaft. Wie mehrfach berichtet, steht er unter dem dringenden Verdacht, mit seinem Peugeot zielgerichtet auf rumänische Bauarbeiter zugefahren sein, die in der Gauselfinger Schulstraße mit Erdverkabelungsarbeiten beschäftigt waren. Die Arbeiter hatten den Autofahrer aufgefordert, langsamer zu fahren. Daraufhin soll er beschleunigt haben und mit seinem Wagen über die Baugrube geschanzt sein. Die Bauarbeiter konnten sich nur durch einen Sprung auf die Seite retten.

Verstärkung in der Unterkunft geholt

Eine politische Debatte über den Vorfall ist entstanden, weil die beiden Verhafteten in der benachbarten Flüchtlingsunterkunft in der alten Gauselfinger Festhalle gewohnt hatten. Nach dem Streit mit den Bauarbeiten hatten sie von dort Verstärkung geholt, woraufhin rund ein Dutzend ihrer Landsleute mit Holzlatten, Schaufeln und Eisenstangen auf den Bautrupp losgehen wollten. Nur das gleichzeitige Eintreffen mehrerer Polizeistreifen verhinderte mehr Gewalt.

Auf der Gauselfinger Schulstraße ist mit Farbe gekennzeichnet, wo das Fahrzeug des Angreifers zum Stehen kam: Ein 21-Jähriger hatte versucht, zwei Straßenbauarbeiter zu überfahren. Die konnten sich gerade noch retten.

Auf der Gauselfinger Schulstraße ist mit Farbe gekennzeichnet, wo das Fahrzeug des Angreifers zum Stehen kam: Ein 21-Jähriger hatte versucht, zwei Straßenbauarbeiter zu überfahren. Die konnten sich gerade noch retten.

Stephanie Apelt

Im Burladinger Gemeinderat drängten Gauselfinger Volksvertreter darauf, dass die am Streit Beteiligten die mitten in einem Wohngebiet liegende Unterkunft verlassen müssten. Bürgermeister Davide Licht sagte: „Wir arbeiten zusammen mit dem Landkreis an Lösungen, damit die Anwohner zeitnah nicht mehr diesen Aggressionen ausgesetzt sind.“ Bis dato ist noch nichts darüber bekannt geworden, ob die Behörden auf diesem Wege einen Schritt weitergekommen sind.