Verein besucht Kidscenter in Flüchtlingscamps
: 14-Jähriger: „Ich habe alles, was ich brauche“

Eine Delegation des Vereins Wir im Ländle besuchte vor wenigen Tagen die beiden vom Verein betriebenen Kidscenter in türkischen Flüchtlingscamps. Diese werden seit 2020 vom Zollernalbkreis und der Stadt Rottenburg unterstützt.
Von
swp
Zollernalbkreis
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Wir im Ländle  in der Türkei

Im Kidscenter wurde ein Bäumchen gepflanzt.

Wir im Ländle
  • Verein „Wir im Ländle“ besuchte Kidscenter in türkischen Flüchtlingscamps, die seit 2020 unterstützt werden.
  • 120 Kinder finden dort Betreuung, Stabilität und altersgerechte Angebote in gut strukturierten Einrichtungen.
  • 14-jähriger Mohammed erhielt dringend benötigte Kleidung – Delegation organisierte weitere Hilfen.
  • Kidscenter erhielten neue Möbel, Öfen und Wandgestaltung, Solaranlage wird geprüft.
  • Rückkehr nach Syrien bleibt für viele Flüchtlinge unsicher – Einrichtungen werden weiter betrieben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ende November war eine Delegation von Wir im Ländle für vier Tage in der Türkei, um die beiden Kidscenter in Flüchtlingscamps zu besuchen und sich vor Ort ein aktuelles Bild von der Situation der Kinder sowie von der Arbeit in den Einrichtungen zu machen. Zur Delegation gehörten Sabrina Jetter, kommissarisches Vorstandsmitglied von Wir im Ländle, Petra Nann, Vorstandsmitglied von Wir im Ländle, Guido Wolf, Landtagsabgeordneter und Minister a. D. sowie Mitglied des Vereins, Landrat Günther-Martin Pauli, Schirmherr des Projekts, sowie Serkan Ilker, der die Gruppe als Übersetzer begleitete.

In den beiden Kidscentern werden derzeit mehr als 120 Kinder betreut. Die Einrichtungen haben sich in den Camps zu wichtigen Anlaufstellen entwickelt, in denen die Kinder Betreuung und Stabilität erfahren. Hier können sie lernen, spielen und altersgerecht Zeit miteinander verbringen. Die Delegation verschaffte sich einen umfassenden Eindruck von der Situation vor Ort. Beide Kidscenter befinden sich in einem sehr guten Zustand, die Betreuung läuft zuverlässig und strukturiert. Die Angebote werden von den Kindern rege genutzt, die Einrichtungen werden sehr gerne besucht.

Schicksalsschläge berühren

Besonders eindrücklich war die Begegnung mit dem 14-jährigen Mohammed, der seit mehreren Jahren in einem der Flüchtlingscamps lebt. Nachdem sein Vater im Krieg ums Leben gekommen war, floh er gemeinsam mit seiner Mutter in die Türkei. Diese verließ ihn kurze Zeit später, sodass Mohammed seither bei Verwandten in einem Zelt im Camp lebt. Auf die Frage, was er benötige, antwortete er: „Ich habe alles, was ich brauche.“

Da Mohammed sehr abgetragene Kleidung und alte Schuhe trug, besorgte ihm die Delegation Kleidung, eine warme Winterjacke sowie Turnschuhe – eine Unterstützung, über die er sich sichtlich freute. Während des Aufenthalts wurden zudem Einkäufe für die Kinder organisiert, die laufende Betreuung überprüft, organisatorische Themen geklärt, gemeinsam symbolisch ein weiteres Bäumchen gepflanzt sowie eine Kebab-Verteilung für die Campbewohner durchgeführt.

Lichtblick für viele Kinder

Dank einer großzügigen Spende von PKF konnte außerdem eine junge Künstlerin engagiert werden, die die Wände der beiden Kidscenter mit bunten, kindgerechten Motiven neugestaltet und aufgefrischt hat. Zusätzlich wurden Tische und Stühle angeschafft sowie neue Öfen für die Wintermonate installiert. Für das von der Stadt Rottenburg finanzierte Kidscenter wird derzeit die Installation einer Solaranlage geprüft. Die vom Zollernalbkreis finanzierte Einrichtung verfügt bereits über eine entsprechende Anlage.

Die Lage in Syrien wird weiterhin aufmerksam beobachtet. In Gesprächen mit syrischen Familien in den Camps äußerten viele, dass eine Rückkehr definitiv vorstellbar sei. Aufgrund der weiterhin unsicheren Sicherheitslage, bestehender Minen- und Kampfgebiete, fragiler regionaler Stabilität sowie fehlender Infrastruktur wolle man jedoch noch abwarten. Die Bildungsarbeit in den Kidscentern ist für viele Kinder zu wertvollen Lichtblicken und einem festen Bestandteil ihres Alltags geworden.

„Wir haben uns vor Ort entschieden, die Einrichtungen weiter zu betreiben, die Lage aufmerksam zu beobachten und regelmäßig zu prüfen, in welcher Form und wie lange eine Unterstützung künftig sinnvoll und notwendig ist“, erklärt Petra Nann. Informationen zu Spendenmöglichkeiten sind auf der Website des Vereines unter www.wirimlaendle.de abrufbar.