Als die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vergangene Woche das Verkehrsunternehmen SWEG bestreikt, war der Zug- und Busverkehr im Killer- und Fehlatal einen Tag lang komplett lahmgelegt. Ähnlich ist wieder für diesen Donnerstag, 4. Mai, zu erwarten. Denn Verdi hat seine Mitglieder bei der SWEG, der Muttergesellschaft der Hohenzollerischen Landesbahn, im laufenden Tarifkonflikt abermals zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Wer Prüfungen schreibt, sollte umplanen

„Es ist deshalb in weiten Teilen des Verkehrsgebiets der SWEG mit Fahrtausfällen sowohl im Bus- als auch im Bahnverkehr der SWEG zu rechnen“, teilt das Landesunternehmen aus dem badischen Lahr mit und fügt hinzu: „Dies kann auch auf Schulbusse zutreffen, was insbesondere Schüler beachten sollten, bei denen wichtige Prüfungen anstehen.“
Die SWEG, so heißt es, werde „alles unternehmen, um die Auswirkungen des Streiks für ihre Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Jedoch werden im Streikzeitraum an manchen Standorten die Verkehre voraussichtlich vollständig eingestellt bleiben müssen. Eine Ersatzbeförderung für die Fahrgäste ist leider nicht möglich.“
Nähere Informationen zu den Fahrtausfällen sollen „zu gegebener Zeit“ auf der SWEG-Website veröffentlicht werden. Auskünfte erteilt auch die SWEG-Servicezentrale unter Telefon 07821/9960 770 oder per Mail an [email protected].

Kundgebung in Gammertingen

In Gammertingen, am Sitz der hohenzollerischen Zugleitstelle der SWEG, findet am Donnerstagmorgen um 9.15 Uhr eine kleine Kundgebung statt. Die Beschäftigten treffen sich dazu am Busbahnhof in der Bahnhofstraße. Mit dem neuerlichen Warnstreik möchte die Gewerkschaft Verdi ihre Forderungen für rund 5000 Beschäftigte, die unter den Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV) fallen, bekräftigen.

Verdi spricht von „Weckruf“

Jan Bleckert von Verdi erklärt: „Ein Warnstreik hat leider noch nicht gereicht. Lediglich kosmetische Änderungen im Angebot der Arbeitgeber zwingen uns nun, die Beschäftigten bei der SWEG ein zweites Mal zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen. Wir hoffen, dass dieser Weckruf ausreicht, um die Arbeitgeber wachzurütteln.“ Verdi fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 550 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Auszubildendenvergütung soll um 250 Euro steigen.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für Freitag, 5. Mai 2023, angesetzt.