Vandalismus in öffentlichen Toiletten
: Hechingen wagt den radikalen Schnitt: Kein prüfender Blick mehr in den Spiegel

Es ist partout nicht abzustellen: Irregeleitete Menschen, die meinen, ihr Mütchen an öffentlichen Einrichtungen kühlen zu müssen. Die Stadt Hechingen hat jetzt genug vom ständigen Wiederherrichten.
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist der Spiegel im öffentlichen Klo beim Hechinger Bürgerbüro zerstört worden.⇥

Ernst Klett

Ist das überhaupt noch angesagt, dass man sich im Spiegel betrachten muss? Zur Kontrolle, ob das Gesicht richtig sitzt? Man kann doch die Handykamera auf Selfie–Modus stellen!

Eben dieses wird man in der Hechinger Oberstadt zukünftig vielleicht noch öfter beobachten können: Ein Spiegel an zentraler Stelle wird entfernt, weil die Stadt es leid ist, ihn ständig zu erneuern.

Gegen die Verzweiflung

Dringende Geschäfte, die unbedingt zu erledigen sind, können manchmal dermaßen dringend werden, dass die Verzweiflung ganz enorm wird. Umso erleichterter ist man, wenn eine Toilette in Sicht kommt. Und sei es eine öffentliche Toilette. Die haben zwar nicht den besten Ruf, was Hygiene und Sauberkeit angehen. Aber wenn etwas sein muss, dann ist einem das wurscht.

Hechingen hatte es im Griff

Die Stadt Hechingen unterhält zwei solcher Klos für jedermann und jederfrau. Eines am Bahnhof, eines am Kirchplatz beim Bürgerbüro. Nimmt man die Zahl der Beschwerden als Maßstab, kann festgestellt werden, dass die Stadt die beiden Einrichtungen ganz gut im Griff hat. Es gibt einen Putzdienst, und die Hausmeisterkolonne schaut regelmäßig nach.

Unsinnige Zerstörungsfreude

Ärger gibt es inzwischen allerdings beim Oberstadt–Klo wegen der Sachbeschädigungen: Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist bei der öffentlichen Toilette neben dem Bürgerbüro der Spiegel überm Handwaschbecken kaputtgeschlagen worden.

Dieser komplett hirnlose Vandalismus hat in der Hechinger Oberstadt für ziemliche Aufregung gesorgt: Die Stadt wurde von zahlreichen verärgerten Bürgerinnen und Bürgern kontaktiert: So gehe das doch nicht!

Kein Nachfolger mehr

Was tun? Ständig wieder neue Spiegel anbringen? Wie ist das mit der Materialknappheit bei Glas? Und sollte nicht unbedingt gespart werden? Die Stadt wählt eine praktische Lösung: Der Spiegel kommt komplett weg. Prüfende Blicke nach dringenden Geschäften entfallen damit zukünftig.