Unwetter Zollernalbkreis
: Sturm trifft Raum Hechingen mit voller Wucht – Dutzende von Feuerwehreinsätzen

Zwei Stunden Stromausfall, massenhaft umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer: Die Sturmnacht hat den Zollernalbkreis, insbesondere den Raum Hechingen und das Killertal, mit voller Wucht getroffen.
Von
Hardy Kromer
Hechingen
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  • Verherrende Folgen hatten Orkanböen am späten Donnerstagabend: umgeknickter Strommast bei Hechingen.

    Verherrende Folgen hatten Orkanböen am späten Donnerstagabend: umgeknickter Strommast bei Hechingen.

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  • Die Hechinger Feuerwehrleute waren die ganze Nacht über in den Stiefeln. Zu mehr als 45 Einsätzen wurden sie gerufen.

    Die Hechinger Feuerwehrleute waren die ganze Nacht über in den Stiefeln. Zu mehr als 45 Einsätzen wurden sie gerufen.

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  • Zahlreiche Dächer in der Region nahmen Schaden.

    Zahlreiche Dächer in der Region nahmen Schaden.

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  • Umgeknicketer Strommast: Zahlreiche Haushalte waren fast zwei Stunden lang ohne Strom.

    Umgeknicketer Strommast: Zahlreiche Haushalte waren fast zwei Stunden lang ohne Strom.

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  • Am Morgen danach: umgeknickte Bäume allenthalben, wie hier am Hechinger Schwimmbad im Weiher.

    Am Morgen danach: umgeknickte Bäume allenthalben, wie hier am Hechinger Schwimmbad im Weiher.

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  • Nächtliche Nothilfeaktion der Hechinger Feuerwehr: Am Kran hängt der beschädigte Kamin des Hauses.

    Nächtliche Nothilfeaktion der Hechinger Feuerwehr: Am Kran hängt der beschädigte Kamin des Hauses.

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Solch eine verheerende Sturmnacht haben die Menschen in der Region seit vielen Jahren nicht erlebt. Der nach 21 Uhr am Donnerstagabend aufziehende Sturm riss Strommasten und Bäume um, deckte Dächer ab und schleuderte alles, was nicht niet- und nagelfest war, durch die Gegend.

Strom und Mobilfunk sofort weg

Strom und Mobilfunk waren sofort tot. Mehr als zwei Stunden lang saßen Tausende Menschen am späten Donnerstagabend im Dunkeln. Allein in Hechingen hatte die Feuerwehr ersten Angaben zufolge mehr als 45 Einsätze.

Das Polizeipräsidium Reutlingen spricht in einer ersten Schadensbilanz am Freitagmorgen von Sachschäden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro in den Landkreisen Zollernalb, Tübingen, Reutlingen und Esslingen. Ein Autofahrer wurde bei einem witterungsbedingten Verkehrsunfall leicht verletzt.

Mehr als 300 Notrufe erreichen die Polizei

Als eine Gewitterfront mit heftigem Starkregen, Hagel, Blitzschlag und Sturmböen über die gesamte Region hinweg zog, gingen alleine in der Notrufzentrale des Polizeipräsidiums Reutlingen über 300 Anrufe ein. „Es kam zu etwa 240 wetterbedingten Einsätzen“, schreibt die Polizei. „Überwiegend handelte es sich hierbei um umgestürzte Bäume, ausgehobene Schachtdeckel, herabgefallene Äste, überflutete Fahrbahnen und Keller sowie zahlreiche Verkehrsunfälle. Außerdem kam es in einigen Orts- und Stadtgebieten zu zeitweiligen lokalen Störungen und Ausfällen des Stromnetzes. Am Flughafen Stuttgart musste der Betrieb zeitweise komplett eingestellt werden.“

Eine Auflistung der größten Schadensereignisse:

Zollernalbkreis: In Balingen schlug kurz nach 21 Uhr der Blitz in ein Wohngebäude in der Zillhauser Straße ein, wodurch es zu einem Schaden am Dach, aber nicht zu einem Brandausbruch kam. Der entstandene Sachschaden ist bislang unbekannt.

Baum stürzt in Hechingen auf Chevrolet

In Hechingen stürzte kurz nach 21.30 Uhr auf Höhe der Einmündung Hechinger Straße/Klosterstraße ein Baum auf einen fahrenden Pkw der Marke Chevrolet. Die beiden Insassen konnten glücklicherweise ihr schwer beschädigtes Fahrzeug unverletzt verlassen. Der Sachschaden beträgt rund 20.000 Euro.

Auf der L 435 bei Schömberg stürzte gegen 20.45 Uhr ein umfallender Baum auf den vorbeifahrenden VW einer Frau. Außer einem gehörigen Schrecken blieb die Fahrerin ersten Erkenntnissen nach unverletzt. An dem Pkw wird der Schaden auf 4.000 Euro geschätzt.

Auf der B 27 stürzt Lkw um

Landkreis Tübingen: Auf dem Zubringer zur B 27 bei Bodelshausen stürzte kurz nach 21 Uhr auf einer Brücke ein nicht beladener, neuwertiger 7,5-Tonnen- Lkw der Marke Iveco aufgrund des starken Windes um. Der Fahrer konnte sein Fahrzeug unverletzt verlassen. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von zirka 100.000 Euro.

Landkreis Reutlingen: Leichte Verletzungen hat sich ein Pkw-Lenker kurz nach 23 Uhr auf der Erpfinger Straße vom Gewerbepark Haid herkommend in Richtung Meidelstetten zugezogen, als er mit einem umgestürzten Baum kollidierte. Er konnte vom Rettungsdienst vor Ort versorgt werden. Ein Transport in eine Klinik war nicht notwendig. An seinem VW Golf entstand ein Schaden in Höhe von etwa 5.000 Euro.

Auto kollidiert mit Felsbrocken

Auf der K 6769 zwischen Buttenhausen und Apfelstetten kollidierte kurz vor 21.30 Uhr ein Pkw mit einem Felsbrocken, der sich von einem Hang gelöst hatte. Hierbei entstand an dem Auto ein Schaden in Höhe von etwa 3.000 Euro.

Zwischen Sankt Johann-Upfingen und Sirchingen geriet kurz vor 21.30 Uhr ein umgestürzter Pkw-Anhänger während der Fahrt auf die Gegenfahrbahn der L 249 und kollidierte dort mit einem entgegenkommenden Pkw. Der Schaden beläuft sich auf zirka 15.000 Euro.

Auf einem Parkplatz entlang der B 312 bei Engstingen stürzte gegen 21.40 Uhr der Anhänger eines geparkten Lkw durch den Wind um. Der sich zu diesem Zeitpunkt in der Kabine befindliche Fahrer blieb unverletzt. Die Schadenshöhe kann noch nicht abgeschätzt werden, dürfte sich jedoch auf mehrere tausend Euro belaufen.

Ein BMW-Fahrer kollidierte gegen 22 Uhr auf der K 6758 zwischen Grabenstetten und Böhringen mit einem umgestürzten Baum und kam im Anschluss von der Fahrbahn ab. Beide Insassen blieben glücklicherweise unverletzt. Der Schaden an dem Auto wird auf 30.000 Euro geschätzt.

Viele Autos von umstürzenden Bäumen beschädigt

In allen vier Landkreisen wurden zudem zahlreiche geparkte Autos von umstürzenden Bäumen beziehungsweise herabfallenden Ästen und Dachziegeln beschädigt. Die Aufräumarbeiten dauern an.