Roter Weizen an Futterspur: Giftanschlag gegen Hechinger Tauben? Polizei nimmt Probe
Tauben, insbesondere in Massen, können fürwahr eine Plage sein. Genau deshalb versuchen jetzt die Taubenfreunde Hechingen in ganz neuer Allianz mit der Stadt, die Tiere besser zu kontrollieren. Sie sollen aus der Oberstadt wegziehen.
Eine neue Heimat ist wie berichtet auf dem Aviona-Gelände an der Staig geplant. Doch am Sonntag hat sich bei dem Projekt ein Skandal aufgetan: ein mutmaßlicher Anschlag mit Gift, das allerdings nicht allein den Tauben gefährlich werden könnte.
Verdächtig gefärbtes Getreide
Wer früher einschlägige Erfahrungen mit Problemtieren machen musste, kennt ihn noch und hat ihn in ganz schlechter Erinnerung: der sogenannte Rote Weizen. Das sind Getreideflocken, die in Gift getränkt und deshalb farblich kenntlich gemacht sind. Eben dieser Weizen ist an der Umzugsstrecke für die Oberstadt-Tauben am Sonntagmorgen in nicht unerheblicher Menge entdeckt worden. Die Polizei ermittelt.
Es könnte Rattengift sein
Christine Maier, Sprecherin des Vereins Stadttauben Hechingen, ist fassungslos. Sie vermutet, dass Rattengift in das ausgelegte Taubenfutter gemischt worden ist. Der definitive Beweis dafür muss zwar erst noch erbracht werden, aber der mit den Hechingern kooperierende Vereine „Unsere Rottweiler Stadttauben“ vermutet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass das Ratten tötende Gift in Hechingen ausgelegt worden ist.
Gefahr für Tier und Mensch
Würde dies tatsächlich zutreffen, wäre die bislang allein verbal geführte Diskussion um die Hechinger Flugtiere in eine neue Eskalationsstufe getreten: Hunde, die in der Regel alles schnell runterschlabbern, könnten genauso ein Opfer werden wie weitere Tiere wie Katzen oder Eichhörnchen. Nicht auszudenken, wenn kleine Kinder mit dem Material in Kontakt kämen.
Im Team mit der Stadt
Die Taubenfreunde haben umgehend Anzeige erstattet, bestätigt Christine Maier. Beamte waren bereits vor Ort. Die Polizei hat Proben genommen und lässt diese untersuchen. Im Einsatz war ebenfalls die Feuerwehr. Eine Spur gelegt haben die Helferinnen und Helfer des Vereins in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung: Auf Anordnung des Ordnungsamtes werden die Tauben mithilfe einer Futterspur aus der Oberstadt gelockt. Dies geschieht augenscheinlich über die Wegle den Kapf hinunter.
Geduld, Geduld: Sie sind nur auf der Durchreise
Umzug Ganz so einfach geht der Umzug ganzer Taubenschwärme nicht vonstatten. Die Futterspur zum Aviona-Gelände, an der das mutmaßliche Rattengift entdeckt worden ist, führt leider auch dazu, dass die Tauben auf den Häusern sitzen und diese verschmutzen. Der Verein bittet deshalb um etwas Geduld: Es handelt sich nur um eine Durchreise!


