Trigema Burladingen
: Wolfgang Grupp erhält weitere Ehrung für sein Lebenswerk

Der vormalige Trigema-Chef wurde mit dem Mind Change Award ausgezeichnet. Der Preis würdigt innovatives Unternehmertum. Interview mit Grupp erscheint auf YouTube.
Von
Matthias Badura
Burladingen
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Wolfgang Grupp Trigema Sabine Oberhardt Mind Change Award

Sabine Oberhardt verlieh dem Wolfgang Grupp, Trigema, den Mind Change Award als Anerkennung für sein Lebenswerk. Das Interview, das sie mit ihm führte, ist ab 11. September auf YouTube abrufbar.

Matthias Badura
  • Wolfgang Grupp erhält den Mind Change Award für zukunftsweisendes Unternehmertum.
  • Die offizielle Vergabe ist am 11. September in Heilbronn – Übergabe erfolgte vorab.
  • Ein YouTube-Interview mit Grupp ist ab 11. September verfügbar und entstand in Burladingen.
  • Grupp betont Vertrauen, Handschlag und interne Führungskräfte; Fehltritte nur mit Einsicht.
  • Er übergab 2024 die Leitung an Sohn, Tochter und Ehefrau und bleibt beratend eingebunden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wolfgang Grupp, bis 2024 Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema in Burladingen (Zollernalbkreis), hat verschiedene Auszeichnungen erhalten, von Wirtschaftsverbänden und nicht zuletzt von der Bundesrepublik Deutschland das Bundesverdienstkreuz.

Nun kommt eine weitere Ehrung hinzu: Der Mind Change Award der Sabine Oberhardt GmbH & Co. KG unter Initiative der Unternehmerin Sabine Oberhardt. Der Preis wird jährlich von einer unabhängigen Expertenjury verliehen. Ausgezeichnet werden Unternehmen und Unternehmer-Persönlichkeiten „für zukunftsweisendes Unternehmertum, wegweisende Führungskonzepte, Innovationen und gelungene Change-Prozesse“.

Ab 11. September auf YouTube.

Die offizielle Vergabe findet am 11. September in Heilbronn statt. Doch Wolfgang Grupp entschuldigte sich, den Termin nicht wahrnehmen zu können. So übergab Sabine Oberhardt die Auszeichnung bereits vorab. Mit dabei in Burladingen war ein Kamerateam, das ein Interview mit dem vormaligen Firmenchef aufnahm. Es ist ganz und/oder in Abschnitten aufgeteilt, ab 11. September auf dem Internet-Kanal YouTube abrufbar.

Das Gespräch im Großraumbüro des Unternehmens dauerte weit über eine Stunde. Vieles von dem, was Wolfgang Grupp sagte, ist bekannt. Schließlich steht er unverrückbar zu seinen Überzeugungen. Da wird sich wohl auch nichts mehr ändern. Sabine Oberhardt schaffte es durch ihre charmante Art jedoch, dem Ex-Patriarchen auch sehr persönliche Dinge zu entlocken. Etwa, dass er der Astrologie einen Stellenwert für Leben und Charakter eines Menschen beimisst. Selbst ist Grupp unter dem Sternzeichen Widder geboren. (Übrigens auch Sabine Oberhardt. Vielleicht verlief das Gespräch auch deshalb so fließend und einvernehmlich.)

Es geht um Vertrauen und Charakterstärke

Es ging um Vertrauen, Fürsorge, Vertrauen, zudem um Charakterstärke. „Der Handschlag gilt“, sagte Grupp und bezeichnete sich selbst als „königlichen Kaufmann“. Jeder könne Fehler machen, die habe er selbst auch schon begangen. Sie würden auch verziehen. Jedoch nur, wenn man zu Irrtümern stehe und sie korrigiere! Wer das nicht tue, wer falsche Dinge schönrede und das Vertrauen gebrochen habe, der habe bei ihm keine Chance mehr. Das gelte für Geschäftspartner ebenso wie für Mitarbeiter.

Leitende Mitarbeiter kommen aus dem eigenen Betrieb

Mitarbeiter? Alle leitenden Angestellten der Firma Trigema wurden vom Betrieb ausgebildet. „Wenn da einer aus Hamburg kommt und mir erzählt, er habe schon hier und da hervorragend gearbeitet, dann frage ich den: Warum sind Sie denn dann nicht dort geblieben? Das sind Versager!“ Er verlasse sich auf das Potenzial seiner eigenen Leute, die er kenne, und wisse, was sie zu leisten imstande seien.

Nur kurz streifte die Unterhaltung den Suizidversuch des heute 84-Jährigen im vergangenen Sommer. „Ich habe mir eingeredet, ich werde nicht mehr gebraucht.“ Er sei überflüssig geworden. Das, so erklärte Grupp, sei das Schlimmste: das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Er habe davon gehört, es sich aber für sich selbst nicht vorstellen können. So kam es zur Verzweiflungstat – die er, so sagte er in anderen Interviews, bereue und nicht wiederholen würde.

Tatsächlich ist der Senior weiter in das geschäftliche Geschehen eingebunden, übernimmt wichtige Aufgaben, in denen er sich am besten auskennt. Das „Sagen“, stellte er allerdings klar, haben heute, sein Sohn Wolfgang, seine Tochter Bonita und seine Ehefrau Elisabeth. Ihnen übertrug er die Leitung des Betriebes im Jahr 2024.

Bei der Übergabe des Preises würdigte Sabine Oberhardt die Lebensleistung Wolfgang Grupps, der 1969 eine hoch verschuldete Firma übernahm und sie zu einem bedeutenden, gut gehenden Textilproduzenten machte. „Wenn man über Sie, Herr Grupp, spricht, verbindet man sofort Vertrauen und Verantwortung mit Ihnen. Sie sagen klar, was sie denken, Sie sind leistungsorientiert und haben den Mut, auch einmal eine lang gefestigte Überzeugung zu verändern.  Was besonders beeindruckt: Sie geben Ihr Wort – ohne einen Vertrag zu unterschreiben – und dieses Wort zählt. Das bedeutet Vertrauen. Das bedeutet Verantwortung.

Für viele Menschen ein Vorbild

Er stehe damit für eine Form des Unternehmertums, die heute fast außergewöhnlich ist: „Klare Entscheidungen. Persönliches Risiko. Verbindlichkeit. Leistungsbereitschaft. Und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Sie sind für viele Menschen ein Vorbild, weil Sie nicht nur gezeigt haben, was ein Unternehmer leisten kann, sondern auch Menschen inspiriert und ihnen Mut gemacht haben, an sich selbst, ihre Möglichkeiten und an die Zukunft zu glauben.“

Expertin in der Unternehmensentwicklung

Sabine Oberhardt ist eine deutsche Unternehmerin, Autorin und Expertin für Unternehmensentwicklung, Führung und Profilanalytik. Sie ist Gründerin und Chefin der Sabine Oberhardt GmbH & Co. KG sowie der „Academy of Business“. In dieser Eigenschaft begleitet sie Führungskräfte und Vertriebsmitarbeiter. Sie rief den Mind Change Award ins Leben und verfasste Bücher wie Mind Change Leadership.

Der Mind Change Award ist eine Wirtschaftsauszeichnung für Pioniergeist, zukunftsweisendes Unternehmertum und innovative Managementkonzepte. Die Auszeichnung richtet sich an Unternehmer, Führungspersönlichkeiten und Projektteams, „die traditionelle Denkmuster durchbrechen und einen klaren, zukunftsfähigen Kultur- und Mentalitätswandel (Mind Change) in ihren Betrieben vorleben“. Im Fokus stehen Personalmanagementkonzepte, Führungskompetenzen und Transformation von Unternehmenskulturen – insbesondere im Zusammenhang mit modernen Technologien wie Künstlicher Intelligenz.

Die Auszeichnung erhielten unter anderem Assenheimer & Mulfinger GmbH & Co. KG aus Heilbronn oder die Stahlhandel Haug GmbH, aber auch kleinere Unternehmen wie die Weinhandlung Traube Tonbach.

Verliehen wird der Mind Change Award 2026 am Freitag, 11. September, an weitere Unternehmen in den IPAI Spaces (Innovationspark Künstliche Intelligenz) in Heilbronn.