Trigema Burladingen
: Homeoffice, ja oder nein? So reagiert das Netz auf den Maschmeyer-Grupp-Konflikt

Von Wolfgang Grupp kritisiert und von Carsten Maschmeyer verteidigt: Homeoffice. Doch was sagen unsere Leserinnen und Leser zu dem Arbeitsmodell?
Von
Yasmin Nalbantoglu
Hechingen
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Menschen reagieren im Internet: das ist ihre Meinung zum Thema Homeoffice.

/PaulZinken/dpa/Volkmar Könneke/Screenshots Facebook/BeFunky Collage

Kürzlich polarisierte Trigema-Chef Wolfgang Grupp mit seiner scharfen Kritik am Arbeiten von Zuhause aus. „Wenn einer im Homeoffice arbeiten kann, ist er unwichtig“, sagte der 81-Jährige vor wenigen Tagen gegenüber dem Tagesspiegel. Diese Aussage möchte Carsten Maschmeyer so aber nicht stehen lassen. „Wenn du jemandem nicht zutraust, zu Hause zu arbeiten, hättest du ihn gar nicht erst einstellen sollen“, sagt der aus der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ bekannte Unternehmer gegenüber Bild. Unsere Leserinnen und Leser haben den Konflikt um das Homeoffice weitergetragen. Ihre ambivalenten Meinungen diskutieren sie in den sozialen Medien. Was sagen also die Menschen zur Arbeit vom Daheim?


Reaktionen aus dem Internet: So finden die Menschen Homeoffice

„Homeoffice würde ich nicht anbieten. Wie viele schon zugegeben haben, arbeiten sie nicht effizient. Warum Geld herauswerfen?“ Das schreibt eine Userin auf Facebook. Und auch hier entpuppt sich eine ähnliche Meinungsverschiedenheit wie im Fall Grupp-Maschmeyer. Ein weiterer User entgegnet: „Soll jeder so machen, wie er will. Ich arbeite in einem nationalen Team. Meine Kollegen arbeiten an verschiedene Standorten. Da sieht man sich im Büro auch nicht. Im Büro sitze ich alleine. Das kann ich auch Zuhause machen.“ Außerdem könne Homeoffice viele Kosten sparen, da Bürofläche abgebaut werden könne.

Ein weiterer Punkt sei, das niedrigere Risiko sich im Büro mit infektiösen Krankheiten anzustecken, wenn man im Homeoffice arbeitet, schreibt der User. Das Homeoffice trage auch zu einer besseren Work-Life-Balance bei. „Ich persönlich arbeite gerne auch mal abends in Ruhe, wenn das Kind schläft. Das ermöglicht mir das Homeoffice.“ Nötig sei allerdings, fügt der User hinzu, dass das Heimbüro gut ausgestattet ist.

Einige Nutzerinnen und Nutzer zeigen auch Verständnis für Grupps Äußerungen. „Wer eine Produktion mit schneller Entscheidung verantworten muss, kann sich Home-Office-Leute nicht leisten“, schreibt ein Leser unter den Facebook-Post der SÜDWEST PRESSE. Ein weiterer Nutzer verteidigt Grupps Ansicht und schreibt: „Er trifft Entscheidungen auf kurzem Wege durch Gespräche im offenen Großraumbüro. Warum sollte er plötzlich auf Homeoffice umsteigen? Weil es hip ist? Unnötig, solange die Firma gut läuft und alle produktiv sind.“
Wiederum andere finden, dass die Ansicht Grupps „von gestern“ sei. So auch dieser Nutzer: „Es gibt nun mal Berufe, in denen man anders arbeiten kann. Als Informatiker, der Skripte für Automatisierung entwickelt, hängt vieles von der Tagesform ab. Wenn man abends noch eine gute Idee hat, setzt man die um. Wenn tagsüber der Kopf blockiert ist, macht man einen Spaziergang. Sowas kennt der Herr Grupp nicht.“

User: Nicht jeder Job eigne sich für das Modell Homeoffice

Dass eine derartige Arbeitsweise aber nicht in jedem Beruf möglich ist und dass es von der Art der Tätigkeit abhängt, ob Homeoffice überhaupt erst angeboten werden kann, stellt ein weiterer User fest: „Natürlich kannst du Produktion nicht ins Homeoffice verlagern.“

Die Geister scheinen sich also auch auf Social Media zu scheiden, wenn es um das Thema Homeoffice geht. Die Leserinnen und Leser scheinen sich zumindest einig zu sein, dass man bei der Arbeit von Zuhause aus produktiv sein kann, aber nicht muss. Doch: „Alle Arbeitenden im Homeoffice über einen Kamm als Nichtsnutze zu erklären, ist halt nicht richtig“, fasst ein Leser zusammen.