Theater Lindenhof Melchingen: 500 Jahre Bauernkrieg: Auf Tour durchs ganze Ländle

Das Ensemble des Melchinger Theaters Lindenhof bringt den Bauernkrieg auf die Bühne (von links): Bernhard Hurm, Martin Olbertz, Alessandra Bosch, Berthold Biesinger, Johannes Schleker, Ulf Deutscher, Hannah Im Hof.
Simone Haug- Theater Lindenhof zeigt „Wenn nicht heut’, wann dann!“ zum 500. Jubiläum des Bauernkriegs.
- Stück thematisiert historische Bauernführer in Baden-Württemberg und erste demokratische Forderungen.
- Parallelen zu heutigen Protestbewegungen wie Demokratie-Demos werden betont.
- Premiere war am 17. Mai; Aufführungen in 12 Städten geplant.
- Infos und Tickets unter www.theater-lindenhof.de.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Titel des neuen Lindenhof-Stücks trifft es voll: Mit „Wenn nicht heut’, wann dann!“ wird an den Krieg der deutschen Bauern vor 500 Jahren erinnert. Zwischen Tirol und Thüringen kämpfte das ausgebeutete Volk für mehr Rechte. In Memmingen schlossen sich die Bauern zusammen und verfassten ihre Zwölf Artikel, die als Vorläufer unserer heutigen demokratischen Verfassung gelesen werden können. Der Dramaturg und Autor des Theaters Lindenhof aus Melchingen, Franz Xaver Ott, hat darüber ein Theaterstück geschrieben.
Am 17. Mai feierte „Wenn nicht heut‘, wann dann!“ über den „Aufstand des gemeinen Mannes“ in Friedrichshafen zum Auftakt des Bodenseefestivals seine Premiere. Station macht es in zwölf weiteren Städten in Baden-Württemberg.
Das Thema ist nicht neu in Melchingen
Der Bauernkrieg ist den Theatermachern von der Schwäbischen Alb als Theaterstoff nicht neu. 2014 stand am Theater Lindenhof „Der arme Konrad“ im Zentrum eines Stücks und 1990 der Maler und Bauernführer Jerg Rathgeb. Die neue Produktion entsteht im Rahmen einer Kooperation mit der Stadt Friedrichshafen und der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur. Franz Xaver Ott möchte darin die verschiedenen Gruppierungen der Bauern, die sogenannten Bauernhaufen, und deren Bauernführer in der Region Oberschwaben und in dem Gebiet, das das heutige Baden-Württemberg bildet, in den Vordergrund stellen. Beim Schreiben fielen ihm dann Parallelen zur Sage über die Sieben Schwaben auf, die auch aus verschiedenen Regionen kommen und mit einem Spieß gegen ein Ungeheuer anrennen, das das ganze Land unterdrückt.
Was für sieben Schwaben!
Im Stück macht Ott die Bauernführer zu den „Sieben Schwaben“ und die „Sieben Schwaben“ zu Bauernführern. „Der Bauernkrieg war ja eine blutige Sache und geprägt von großer Brutalität. Über diese Erzählweise gelingt es vielleicht, das etwas aufzubrechen und humorvoller zu machen, als es historisch war“, so Ott. Außerdem hat der Autor versucht, auch weiblichen Figuren Raum zu geben, obwohl nur wenige Frauen historisch verbürgt sind. Ins Stück eingeschrieben wurden eine Erzählerin, die angelehnt ist an eine Figur aus dem Fränkischen Raum, die allerdings etwas vor dem Bauernkrieg gelebt hat, eine Pfeiferlies und zwei weibliche Schwaben im Kreis der Sieben: Margarethe Hofmann aus dem Neckar-Odenwaldgebiet und eine Schererin aus Stuttgart.
Parallelen zu heute
Dass es sich lohnt, vom Bauernkrieg zu erzählen, davon ist Ott überzeugt: „Auch heute erleben wir Protestbewegungen, wo ein Großteil der Bevölkerung aufsteht – sei es in Frankreich oder in der Türkei und vielfältig auch bei uns, wenn man an die Kundgebungen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus denkt. Insofern hat das, was damals passierte, auch etwas mit uns heute zu tun. Die Zwölf Artikel sind das erste Mal, dass Bürger eines Landes oder einer Region eine Niederschrift machen und Menschenrechte einfordern. Das war die Basis für das, was wir heute haben, die demokratischen, freiheitlichen Verhältnisse.“
Dieter Nelle führt Regie
Regie führt beim neuen Theaterstück, bei dem insgesamt zehn Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne stehen werden, der Stuttgarter Regisseur Dieter Nelle. Neben dem Ensemble des Theaters Lindenhof spielen als Gäste Alessandra Bosch, Ulf Deutscher, Martin Olbertz, Paulina Pawlik und Johannes Schleker mit. Das Bühnenbild, ein großes Holztor, das sich wie ein Triptychon auffalten lässt und mit vielen kleinen Türen und Fenstern ausgestattet ist, entwarf die Bühnenbildnerin Gesine Mahr, Kostüme stammen von Katharina Müller, für die Musik verantwortlich ist Julia Klomfaß.
Info Nähere Informationen zum Kartenvorverkauf finden sich auf der Webseite des Melchinger Theaters Lindenhof unter www.theater-lindenhof.de.
Stuttgart, Balingen, Stein
Seine Premiere feierte das Stück „Wenn nicht heut’, wann dann!“ am 17. Mai in Friedrichshafen. Auch in Ehingen und in Wolfegg war es schon zu sehen. Das sind die weiteren Termine:
Samstag, 28. Juni, 19 Uhr, Bundschuhhalle, Herdwangen.
Freitag, 4. Juli und Samstag, 5. Juli, jeweils 20 Uhr, Villa Reitzenstein, Stuttgart.
Mittwoch, 16. Juli, 20 Uhr, Zollernschloss-Open-Air, Balingen.
Donnerstag, 24. Juli, 20 Uhr Naturtheater, Reutlingen.
Freitag, 1. August, Samstag, 2. August, Donnerstag, 7. August, Freitag, 8. August, Samstag, 9. August, Sonntag, 10. August, jeweils 20 Uhr, Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein.
Samstag, 20. September, 19.30 Uhr, Stadthalle Sulz a.N..
Donnerstag, 25. September, 19.45 Uhr, Festhalle Pfalzgrafenweiler.
Mittwoch, 8. Oktober, 20 Uhr, Congress Centrum Stadtgarten Schwäbisch Gmünd.
Samstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Kulturhaus Laupheim.
Sonntag, 2. November, 19 Uhr, Stadthalle, Bad Saulgau.
