Südwest Presse präsentiert: Conny und die Sonntagsfahrer bringen alte Schlagerwelten nach Hechingen

Die Sonntagsfahrer sind los! Conny (die überwältigende Österreicherin Andrea Graf) am Steuer, Steffen Zünkeler (Freddy am Bass), Reiner Heindl (Peter mit der Gitarre) und Thomas Stoiber (Alexander am Akkordeon) machen die Musik dazu.
Ernst Klett- Conny und die Sonntagsfahrer begeisterten in Hechingen mit Schlagerklassikern.
- Das Programm „Musik liegt in der Luft“ inszenierte einen TV-Abend mit Quiz und Werbung.
- Gespielt wurde live mit Gitarre, Kontrabass und Akkordeon – ohne Playback.
- Conny, bürgerlich Andrea Graf vom Mondsee, glänzte stimmlich; die Band sind Profimusiker.
- Publikum sang und schunkelte mit, zog „Lottozahlen“ im Saal – Stimmung von Beginn an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie auch hier! Den bekannten Hechinger Allgemeinmediziner und seine Gattin hätte man sich bevorzugt bei einem mehrstündigen Klavierkonzert nebenan in der Vila Eugenia vorgestellt. Aber nein, es dürfen sehr wohl auch die Kultschlager von einst sein. Die gab es für mehr als 200 begeisterte Besucherinnen und Besucher beim Gastspiel von Conny und den Sonntagsfahrern in der Stadthalle „Museum“ reichlich.
Klassiker, gespielt wie neu
Und das im Rahmen einer äußerst kurzweiligen und erstklassig gemachten nostalgischen Revue. Dabei haftete dem Programm „Musik liegt in der Luft“ kein einziges Staubkörnchen an. Im Gegenteil begeisterte das bezaubernde Quartett auch Menschen, die weniger auf Schlager stehen. Eigentlich. Denn man kann ja mal hören. Die Conny-Crew hat alte, aber auch neue Welten geöffnet.
Die Capri-Fischer. Er steht im Tor. Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Banjo Boy, Marina, und die roten Lippen, die man küssen muss. Die Titel sind einem geläufig, auch wenn man sie einst nicht als neue Hits erlebt hat. Gute Schlager sind schließlich Evergreens. Und die Namen? Da klingt ebenfalls etwas: Connie Francis, Caterina Valente, Peggy March, Wencke Myhre, selbstverständlich Freddy Quinn, das Hazy-Osterwald-Sextett und Heidi Brühl. Aber wer kennt heute noch Rudi Schuricke? Das war der mit den Fischer von Capri, einem Lied von 1943 (!), das zehn Jahre später aufgewärmt zu einem Nachkriegs-Ohrwurm wurde, den man heute noch kennt. Rocco Granata? Der sang von Marina, Marina, Marina!
Muss das alles heute noch sein? Man kann die Frage nur bejahen – wenn diese Schlagerklassiker so präsentiert werden, wie es Conny und die Sonntagsfahrer tun: musikalisch erstklassig, in der Darbietung umwerfend!

Die Ziehung der Lottozahlen. Leicht abgewandelt. Conny lässt Karin eine Kugel nehmen, und der nächste Schlager ist bestimmt.
Ernst KlettDie blonde Sängerin mit Pferdeschwanzfrisur und im Petticoat, die Musiker edel gekleidet. Eine halbakustische Gitarre, ein Kontrabass und ein Akkordeon. Kein Playback, kein Schlagzeug aus dem Computer. Mehr braucht es nicht, um die Hits der 50er- und 60er-Jahre aufleben zu lassen. Halt! Es braucht unbedingt noch eine Sängerin, die man ohne Übertreibung als Stimmwunder bezeichnen kann! Bei Conny sitzt jeder Ton, und sie meistert alle Lagen, die etwa die Träume mit 17 mit den in den Himmel wachsenden Bäumen zu bieten haben. Gitarrist Peter darf ebenfalls die Leadvocals übernehmen, und kann es genauso trefflich. Überhaupt: die drei Instrumentalisten, durchweg Könner.
Was für ein Fernsehabend!
Aber wie liefert man zweieinhalb Stunden Hit auf Hit, ohne dass es irgendwann vielleicht doch mal weniger spannend wird? Kein Problem bei den Vieren von der Schlagerfront mit Hauptsitz im Bayerischen: Das aktuelle Programm „Musik liegt in der Luft“ bettet die Klassiker in einen TV-Abend von einst ein: Der Direktor des Deutschen Fernsehens, so erfährt man zum Auftakt, hat geschrieben, weil eben dieses in Schwierigkeiten steckt – und die Conny-Truppe helfen soll. Das tut sie, und wie!

Die Frage, welches Schweinderl Conny gern hätte, stellte sich nicht. Es war nur eine einzige Erinnerung an "Was bin ich?" vorhanden. Der gesuchte Beruf wurde flott erraten: Hausfrau. Natürlich, wir sind in den Fünfzigern.
Ernst KlettZwischen den unzähligen Schlagern gibt es eine Quizshow (Was bin ich, das Ding mit Schweinderln) und Schnellraten (Dalli Dalli) sowie eine Kochshow, natürlich mit Tipps für Toast Hawaii. Fehlen darf nicht die Werbung. Frauengold! Das war vor allem Hochprozentiges, das die wahlweise gestresste oder gelangweilte Hausfrau wieder aufbaut. Gerne auch für Männer – und bei Conny im Foyer der Hechinger Stadthalle im Fanshop zu bekommen. Abgewandelt, aber viel besser: Die Ziehung der Lottozahlen fand im Publikum statt, und Karin und Stefan durften Kugeln nehmen, die zwei weitere Schlager auf der Bühne bedeuteten.

Dass uralte Schlager, hervorragend präsentiert, zweieinhalb Stunden bestens unterhalten können, das haben Conny und ihre drei Sonntagsfahrer in Hechingen bewiesen. Demnächst sind sie auf im Fernsehen auf Bayern und bei Andy Borg im SWR zu erleben.
Ernst KlettDas Publikum war nicht erst da aus dem Häuschen. Fleißig geklatscht und herrlich textsicher mitgesungen wurde von Anfang an. Ja, und es wurde auch noch geschunkelt und einmal sogar getanzt. Ein Abend, der mitriss. Auch solche, die eigentlich weniger auf Schlager stehen.
Info Mehr über die Schlagerkönner im Netz unter www.conny-sonntagsfahrer.de.
Conny und Hubert von Goisern
Die Sängerin Conny heißt im wirklichen Leben Andrea Graf, kommt vom Mondsee, hat Tanz studiert und macht neben 1a-Schlagerklassikerin Musicals und einiges mehr. Sie hat unter anderem beim Watzmann von Wolfgang Ambros gesungen und ist Studiosängerin beim Alpen- und Weltmusikrocker Hubert von Goisern. Peter (Gitarre), Alexander (Akkordeon) und Freddy (Bass) sind durchweg studierte Musiker mit viel Auftrittserfahrung und als Musiklehrer tätig. Die Dreisternequalität der Conny-Auftritte erklärt sich also ganz einfach.

