Stromversorgung: Netze BW garantiert: Niemand wird einfach abgeschaltet

Klassisch: Der Strom gelangt übers Dach in die Häuser. Die Energievesorger sind jedoch bestrebt, diese Leitungen abzubauen und unter die Erde zu verlegen. Nun fürchten die Hausbesitzer, dass hohe Kosten auf sie zukommen. Je nachdem könnte es tatsächlich teurer werden.
Matthias Badura- Netze BW verlegt in Burladingen Stromleitungen von Dächern in den Boden – Abschluss bis 2027 geplant.
- Stromleitungen bis ins Haus kostenfrei, Umbauten im Gebäude trägt der Besitzer – Kosten variieren stark.
- In Altbauten können Anpassungen teurer sein – bis zu 5000 € möglich, einfache Fälle günstiger.
- Stromversorgung bleibt bestehen, bis alle Häuser sicher umgestellt sind – individuelle Lösungen bei Problemen.
- Erdleitungen sind weniger störanfällig und für steigende Stromlasten besser geeignet als Dachleitungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In den Burladinger Stadtteilen, Zollernalbkreis, herrscht Unsicherheit wegen des Abbaus der elektrischen Leitungen, die den Strom bisher über die Dächer in die Häuser führten.
Nachfragen tauchten bei der Einwohnerversammlung in Ringingen auf, außerdem schon vor einiger Zeit und in dieser Woche nochmals in der Sitzung des Burladinger Gemeinderates: Wie verhält es sich damit, und was kostet das die Gebäudebesitzer?
Kostenfrei bis ins Haus
Hintergrund: Im Zuge der derzeit laufenden Breitbandverkabelung durch die NetCom verlegt die Netze BW zeitgleich Rohre, um in einem zweiten Schritt die noch bestehenden Strom-Freileitungen auf den Hausdächern unter die Erde zu bringen. „Damit nicht zweimal aufgegraben werden muss“, erklärt Daniel Lupfer, Kommunalberater der Netze BW.
Es verhält sich beim Strom genauso wie beim Breitband/Glasfaser: Die Leitungen werden kostenlos bis ins Haus gelegt. Die Bezahlung des weiteren Verlegens von Kabeln – und der damit möglicherweise verbundenen Umbauten im Gebäude – hat der Besitzer zu tragen.
Befinden sich die sogenannte „Panzersicherung“ und der Zählerkasten im Keller oder zu ebener Erde, belaufen sich die Kosten dafür „in der Regel auf wenige Hundert Euro“, schätzt Lupfer.
Es gibt jedoch Fälle, das wurde der HZ glaubhaft vorgetragen, die liegen komplizierter. Zumal in Altbauten. Dann kann es teurer werden. Er habe rund 5000 Euro bezahlen müssen, berichtete ein Ringinger Bürger, bis die Einrichtung der Kabel und des Zählerkastens an eine geeignete Stelle abgeschlossen waren.
Die Rohrverlegung soll (!) laut der Netze BW im Jahr 2027 abgeschlossen sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass in dem Moment der Strom, der weiterhin über die Hausdächer gelangt, sofort abgeschaltet wird. „Bevor nicht der letzte Verbraucher sicher versorgt ist und einen Zugang hat, geht es weiter wie bisher“, versichert Lupfer.
Überhaupt: Bis im Stadtgebiet alle derzeit noch existenten Dachständer abmontiert und die Zuleitungen in den betreffenden Häusern sämtlich geschaffen und funktionsfähig sind, dürften aufgrund der schieren Menge an Arbeit, welche die Netze BW einerseits und Elektrofirmen andererseits zu bewältigen haben, noch ein paar Jahre mehr verstrichen sein.
Wenn nun ein Haus aus technischen oder egal welchen Gründen nicht an die Erdleitungen angeschlossen werden könnte – was dann? „Dann finden wir eine individuelle Lösung“, sagt Lupfer. Elegant sei die jedoch meistens nicht – und die unmittelbaren Nachbarhäuser wären mitbetroffen. Auch sie erhalten dann weiter ihre Elektrizität übers Dach, selbst wenn die Voraussetzungen für die Erdleitungen erfüllt wären, schränkt er ein.
Anfällig für Störungen
Warum müssen die Kabel überhaupt im Boden verschwinden? Man hat sich doch an ihren Anblick gewöhnt. Sie gehören beinahe zum liebgewonnenen Ortsbild. Lupfers Antwort: Die Technik ist störanfällig – man denke nur an Blitzschläge – und vor allem den zunehmenden Lasten der Stromversorgung nicht mehr gewachsen.
Letzte Frage: Viele Bürger wussten oder wissen nicht über den Abbau ihrer Dachständer und die Konsequenzen Bescheid – was zur jetzigen Verunsicherung führte. Wurde da nicht rechtzeitig oder nicht umfassend informiert?
Hier fällt die Antwort des Kommunalberaters etwas weniger eindeutig aus. Man könne, bietet er jedoch an, jederzeit auf der Hotline der Netze BW anrufen und erhalte dort Auskunft. Ebenso wie von Bauleitern, die in jeweiligen Straßen mit ihren Trupps zugange sind.

