Wer in Albstadt oder Balingen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Landeshauptstadt fahren möchte, braucht häufiger mal gute Nerven, aber vor allem auch viel Zeit. Tatsächlich ist manch eine Verbindung von Albstadt über Sigmaringen und Ulm nach Stuttgart schneller als eine Fahrt auf der Zollernalbbahn via Tübingen.

Stockende Verhandlungen

Wer nun aber dachte, der baustellenbedingt gestörte Bahnverkehr sei das einzige Problem, der könnte sich schon diese Woche irren. Denn die Verantwortlichen der Lokführergewerkschaft drohen wegen stockender Tarifverhandlungen mit der landeseigenen Südwestdeutschen Eisenbahngesellschaft (SWEG), in der vor einiger Zeit auch das Unternehmen Hohenzollerische Landesbahn aufgegangen ist, mit Streik.

Stammstrecken nicht betroffen

Betroffen wären zwar nicht die Stammstrecke der Hohenzollerischen Landesbahn von Albstadt nach Tübingen beziehungsweise von Hechingen nach Sigmaringen, wohl aber die Strecke von Tübingen nach Stuttgart.

„Nur“ Tochterunternehmen

Wie unser Partnerverlag Südwestpresse berichtet, schließe die SWEG bislang kategorisch aus, einen einheitlichen Tarifvertrag für alle rund 1800 Mitarbeiter des Unternehmens auszuhandeln. Grund: Bei den Verhandlungen gehe es ausschließlich um ein neues Regelwerk für die Tochter SWEG Bahn Stuttgart GmbH. Unter diesem Namen firmiert das ehemalige Bahnunternehmen Abellio Rail Baden-Württemberg, das die SWEG Anfang des Jahres wegen dessen finanzieller Probleme für zunächst zwei Jahre übernommen hatte.

Zollernalbkreis

Ob es zum Streik kommt und wann er beginnen würde, steht derweil noch nicht fest.