Straße bei Boll ist fertig
: Maria Zell, wir kommen: Der Zeller Weg kann wieder benutzt werden

Die Stadt Hechingen spricht von einem passenden Präsent zur Jahreszeit. In der Tat werden sich viele Menschen freuen, dass der Friedhof von Boll, die Wallfahrtskirche und der Wanderparkplatz wieder bequem erreichbar sind.
Von
swp
Hechingen
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Da stellt man sich doch gern in Positur (von links): Ingo Kolodzey und Daniel Heinzelmann von der Baufirma Dehner & Dieringer, der städtische Bautätigkeitsleiter Michael Werner, Bürgermeister Philipp Hahn, Projektleiter Markus Jäschke vom städtischen Fachbereich Bau und Technik und Bolls Ortsvorsteherin Meta Staudt.

Da stellt man sich doch gern in Positur (von links): Ingo Kolodzey und Daniel Heinzelmann von der Baufirma Dehner & Dieringer, der städtische Bautätigkeitsleiter Michael Werner, Bürgermeister Philipp Hahn, Projektleiter Markus Jäschke vom städtischen Fachbereich Bau und Technik und Bolls Ortsvorsteherin Meta Staudt. Und von oben grüßt Maria Zell.

Thomas Jauch
  • Der Zeller Weg in Boll ist nach Instandsetzung ab dem 10. Dezember wieder befahrbar.
  • Rund 130 Meter Straße wurden oberhalb der alten Trasse neu gebaut, Kosten lagen unter Plan.
  • Die Strecke wurde nach einem Hangrutsch 2023 gesperrt, geologische Untersuchungen verzögerten die Arbeiten.
  • Sanierungsmaßnahmen sollen im Frühjahr auf angrenzenden Abschnitten fortgesetzt werden.
  • Die Verbindung Belsen–Beuren bleibt wegen hoher Sanierungskosten und Risiken dauerhaft gesperrt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art, für alle Boller Bürger, aber auch für die Freunde des Albtraufs und der Wallfahrtskirche Maria Zell – so freut sich die Stadt Hechingen in einer Pressemitteilung zur Straßenfreigabe: Ab diesem Mittwoch, 10. Dezember, ist der Zeller Weg nach seiner Instandsetzung wieder befahrbar! Die Abschrankungen werden im Laufe des Mittwochvormittags zurückgebaut.

Das Terrain ist in Bewegung

Dann sind der Boller Wasen und der Zugang zu Maria Zell über die Treppe entlang des Kreuzweges wieder problemlos mit dem Wagen zu erreichen. Vor zwei Jahren, am 18. November 2023, war der Hang am Zeller Weg infolge starker Regenfälle abgerutscht, und seither war die Strecke wegen mangelnder Verkehrssicherheit gesperrt. Die Instandsetzung gestaltete sich schwierig, das Terrain an den Hängen des Zellerbachs ist in Bewegung, es wurden geologische Untersuchungen gemacht.

Es folgten im April 2025 der Baubeschluss des Gemeinderats für eine alternative Strecke oberhalb der bisherigen Wegführung, und im Juli der Vergabebeschluss für die Arbeiten. Rund 130 Meter Straße mussten dazu neu hergestellt werden. Beginnen durften die Arbeiten wegen des ausgewiesenen Vogelschutzgebiets und weiterer Belange des Naturschutzes erst weit nach Abschluss der Vogelbrutsaison.

Bereits am vergangenen Freitag hatte Bürgermeister Philipp Hahn, Bolls Ortsvorsteherin Meta Staudt, Michael Werner und Markus Jäschke vom städtischen Fachbereich Bau und Technik sowie Bauleiter Daniel Heinzelmann und Vorarbeiter Ingo Kolodzey von der ausführenden Firma Dehner & Dieringer aus Rangendingen die nahezu abgeschlossenen Arbeiten in Augenschein genommen.

Es bleibt eng und kurvig

Es sei vorweggesagt: Das Sträßchen zum herrlich gelegenen Boller Wasen ist weiterhin eng und kurvig, das letzte Stück ist jetzt eben neu hergestellt. Einen Überraschungseffekt gibt es allerdings, und zwar ist die alte Trasse überhaupt nicht mehr zu sehen. Ingo Kolodzey hat die Grasnabe des neuen Streckenverlaufs mit dem Bagger fein säuberlich abgeschält, Asphalt und Unterbau der alten Straße ausgebaut und durch Erde ersetzt und die Grassoden dort perfekt verteilt.

Rechtzeitig fertig und billiger

Der Zeller Weg ist eine weitere Baumaßnahme der Stadt, die fristgerecht abgeschlossen wird – und mit Einsparungen im Budget. Veranschlagt waren rund 320.000 Euro, davon werden rund 50.000 Euro eingespart. Deshalb wurde auf Anregung von Ortsvorsteherin Meta Staudt spontan beschlossen, im Frühjahr das kurze Verbindungsstück zwischen dem Parkplatz Boller Wasen und den Parkplätzen in Richtung Treppenaufstieg nach Maria Zell ebenfalls zu asphaltieren und aufgeplatzte Stellen an älteren Abschnitten des Zeller Weges zu sanieren. Schließlich ist der Boller Wasen ein außerordentlich beliebter Ort, um das romantische Zeller Kirchlein und die Hangwälder der Schwäbischen Alb zu erkunden.

Noch so ein Sträßle: Keine Chance für die Verbindung zwischen Belsen und Beuren

Viel Geld investiert und ein gutes Ende genommen: Grüße aus Hechingen und Boll. Ganz anders schaut es aus bei der zweiten offiziellen Verbindung nach außen des Stadtteils Beuren: Die seit Monaten wieder gesperrte Verbindungsstraße zum Mössinger Stadtteil Belsen soll aus Kostengründen  nicht mehr saniert werden. Das empfiehlt die Stadt dem Mössinger Gemeinderat. Der Beschluss darf als sicher gelten.

Die Gemeindeverbindungstraße von Belsen nach Beuren hat eine Gesamtlänge von rund 5,5 Kilometern. Sie beginnt in Belsen am Ende der Bebauung und überwindet auf einer Länge von 3,92 Kilometern auf Mössinger Gemarkung rund 179 Höhenmeter, bis sie an der Gemarkungsgrenze zu Beuren die Albhochfläche auf 655 Metern erreicht. Im Mai 2024 kam es nach einer längeren Starkregenphase zu einer ersten massiven und großflächigen Rutschung im oberen südlichen Abschnitt der Gemeindeverbindungsstraße. Die Erdmassen rissen den Bewuchs mit großen Bäumen nach unten und zerstörten den mittleren Bereich der vorhandenen Gabionenwand auf gut 35 Metern.

Während der Vollsperrung wurden zunächst die Bäume und das Erdmaterial entfernt und der beschädigte Bereich der Gabionenwand erneuert. In einem weiteren Abschnitt östlich der ersten Rutschung zeigten sich im talseitigen Bankett wenige Wochen später Rissbildungen und leichte Setzungen. Diese wurden noch während der Vollsperrung mit Erdmaterial aufgefüllt, um die Straße zu stabilisieren. Als weitere Sicherungsmaßnahme wurde der parallel zur Straße hangseitig verlaufende offene Randgraben freigeräumt und ein querverbindendes Entwässerungsrohr in der Straße verlegt. Zum Schutz gegen das Befahren des nicht tragfähigen Banketts wurde eine Steinsatzreihe versetzt. Nach diesen Arbeiten konnte die Straße nach einer mehrmonatigen Vollsperrung  im August 2024 wieder freigegeben werden.

Im Dezember 2024 ereignete sich auf Höhe des Steinsatzes (östlich der ersten Rutschung) ein neuer Böschungsabgang auf einer Länge von gut 130 Metern. Dabei wurde, insbesondere im Bereich der Querung des Entwässerungsrohrs auch Teile der asphaltierten Fahrbahn mit abgerissen. Die Verbindung ist seither erneut für den Verkehr voll gesperrt worden.

Die Stadt Mössingen hat die neuerlichen Sanierungskosten auf annähernd 800.000 Euro taxiert. Erschwerend kommt hinzu, dass die Arbeiten in dem instabilen Gebiet nicht ohne Gefahren wären. Die Aussichten, dass es danach wieder zu Schäden an der Straße käme, sind offenbar groß. Deshalb will Mössingen die Gemeindeverbindungsstraße zu einem für die Öffentlichkeit gesperrten Forstweg abstufen lassen.