Stadttauben-Problem in Hechingen: Cindy Holmberg: „Taubenhäuser sind der nachhaltigste Weg“

Verwahrlost eingesammelte Tauben in einer Quarantäne-Voliere des Hechinger Stadttauben-Vereins: Die Tierschützer kümmern sich seit Jahren ehrenamtlich um die Hechinger Stadttauben. Jetzt bekommen sie Unterstützung von der Grünen Landtagsabgeordneten Cindy Holmberg.
Stadttauben Hechingen e.V.- Hechingen kämpft weiter mit dem Stadttauben-Problem – ein zweites Taubenhaus ist geplant.
- Grünen-MdL Cindy Holmberg unterstützt den Stadttauben-Verein und setzt auf nachhaltige Lösungen.
- Kommunale Taubenhäuser sollen Populationen regulieren – Eier werden regelmäßig ausgetauscht.
- Ulm verbietet Hochzeitstauben.
- Bürgermeister Philipp Hahn kündigt Gemeinderatsdebatte zum Thema noch in diesem Jahr an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Grüne Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg hat jetzt den Hechinger Stadttauben-Verein besucht. Treffpunkt war das von ehrenamtlichen Helfern selbst gebaute Taubenhaus, in denen dauerhaft verletzte Tiere versorgt werden, die nicht mehr ausgewildert werden können. Ein zweites Taubenhaus ist in Planung – „das bedarf allerdings noch der Finanzierung“, so Christine Maier, Vorsitzende des Taubenschutzvereins.
Feste Unterkünfte als Schutzraum
„Wir lassen keine Tauben frei – diese sind zum Tod auf der Straße verurteilt und vermehren sich weiterhin unkontrolliert. Gesundete Tauben haben die Chance, bei befreundeten Vereinen in betreuten Taubenschlägen unterzukommen. Tauben mit bleibenden Behinderungen wie auch Rassetauben finden ein Obdach in unserem geschlossenen Taubenhaus. Für sie sind die festen Unterkünfte ein echter Schutzraum“, erklärte Christine Maier.

Besuch beim Hechinger Stadttauben-Verein (von links): Vereinsvorsitzende Christine Maier, die Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg, Vereinskassier Julian Kühnrich, 2. Vorsitzende Marion Kühnrich.
privatBegleitet wurde der Besuch von Antje Konz von VitaGood, einem auf Taubenmanagement spezialisierten Unternehmen aus Bisingen, das Städte und Gemeinden berät – mit dem Fokus auf Tierschutz statt Vergrämung.
Holmberg: „Aktiv betreuen“ statt nur abwehren
„Es reicht nicht, einfach nur Taubenabwehr anzubringen. Man muss die Tiere umsiedeln und aktiv betreuen, um echte Lösungen zu schaffen“, betonte die Abgeordnete Cindy Holmberg.
Im Austausch wurde deutlich: Kommunale Taubenhäuser an strategischen Plätzen – dort, wo die Tiere ohnehin leben – sind die wirksamste und wirtschaftlichste Maßnahme, um Populationen zu regulieren. Durch das regelmäßige Austauschen der Eier kann der Bestand langfristig reduziert werden – gleichzeitig bleiben die Tiere gesünder, und hygienische Risiken für Menschen sinken.
Cindy Holmberg spricht auch aus eigener Erfahrung: „Ich war selbst Taubenschutzbeauftragte in Reutlingen und habe ein Taubenhaus im Dachstuhl betreut. Das Austauschen der Eier und die Betreuung der Tiere sind praktischer Tierschutz und aktiver Gesundheitsschutz zugleich.“
Weiter auf der Suche nach einem Dachstuhl
Dachstühle und hohe Gebäudebereiche eignen sich besonders gut für solche Projekte. „Wenn uns da etwas angeboten werden würde – das wäre super“, so Maier. „Mit dem richtigen Taubenmanagement entsteht eine gute Nachbarschaft zwischen Mensch und Taube. Die verwilderten Haustiere wurden einst von Menschen gezüchtet und gebraucht. Nun sind sie sich selbst überlassen in Hunger und Elend.“
Der Besuch machte deutlich: Taubenschutz ist machbar – wenn man ihn richtig anpackt.
Debatte in Hechingen geht weiter
Im Hechinger Gemeinderat war das Taubenproblem zuletzt im Mai angesprochen worden. Beklagt wurde, dass es auf den Wasserspielen auf dem Obertorplatz Hygieneprobleme wegen der vielen Tauben gebe. In der Nähe des Fütterungsplatzes auf dem ehemaligen Aviona-Gelände fühlen sich derweil die Anwohner belästigt. Im Gremium herrscht eine gewisse Ratlosigkeit vor. Bürgermeister Philipp Hahn kündigte an, dass sich der Gemeinderat noch in diesem Jahr ausführlicher mit der Thematik beschäftigen solle.
Verbot von Hochzeitstauben in Ulm
In Ulm hat jetzt ganz aktuell die Stadtverwaltung das Aufsteigenlassen von Hochzeitstauben verboten. Reagiert wurde mit dieser Maßnahme auf einen Antrag zweier Stadträte. Wie berichtet, ist der Einsatz von Hochzeitstauben bei Tierschützern schon lange umstritten. Als Problem gelten insbesondere untrainierte, jüngere und daher für solch einen Einsatz günstigere Ziertauben, die nicht mehr zu ihrem Schlag zurückfinden. Wenn diese domestizierten Vögel vorher nicht verhungern, schließen sie sich Stadttauben an oder fallen wegen ihres weißen Gefieders Greifvögeln zum Opfer.
Auch der Hechinger Stadttauben-Verein hat schon zahlreiche weiße Tauben eingesammelt und betreut – und ein Verbot des Steigenlassens während Hochzeitszeremonien gefordert. Die Stadtverwaltung wollte ein solches Verbot prüfen lassen – bislang ohne Ergebnis.

