Sonnenfinsternis in Salmendingen
: Wer braucht noch Schutzbrillen? Andrang auf dem Kornbühl

Weltraumfans erstiegen bei der partiellen Sonnenfinsternis in Scharen den Salmendinger Kornbühl, um das Naturschauspiel miterleben zu können.
Von
Matthias Badura
Burladingen-Salmendingen
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Sonnenfinsternis auf dem Kornbühl

Der Blick mit gut geschützten Augen Richtung Westen gerichtet. So erlebten 150 Beobachter jeden Altes die partielle Sonnenfinsternis auf dem Kornbühl.Sonnenfinsternis auf dem Kornbühl

Matthias Badura
  • Viele Menschen bestiegen den Salmendinger Kornbühl, um die partielle Sonnenfinsternis zu sehen.
  • Gegen 18.30 Uhr waren Parkplätze knapp, teils wichen Besucher auf das „Köbele“ aus.
  • Rund 150 Beobachter schauten zu, darunter Gruppen aus der Region sowie Studierende aus Rumänien.
  • Teleskope und Spezialkameras kamen zum Einsatz – Projektionen zeigten sogar Sonnenflecken.
  • Schutzbrillen waren vorhanden, ein Besucher verschenkte Exemplare aus einer Großpackung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gegen 18.30 Uhr war es schon nicht mehr so einfach, unter dem Salmendinger Kornbühl (Kornbühlkapelle/Zollernalbkreis) einen Parkplatz zu bekommen. 150 Menschen, kleine, große, wollten das Naturschauspiel der partiellen Sonnenfinsternis oben auf dem Berg bei bester Sicht miterleben. Es können aber noch mehr gewesen sein. Sie kamen aus Burladingen, Hechingen, Rangendingen, Tübingen, Ofterdingen, Reutlingen, Karlsruhe und Stuttgart. Eine Gruppe sogar aus Rumänien. Aber sie seien nicht eigens angereist, erklärten die jungen Leute. Sie würden in Tübingen studieren.

Auffälligerweise sah man keine oder nur wenig Salmendinger. Desinteresse an Astrologie und spektakulären Himmelsereignissen? Wohl nicht. Beim späteren Abstieg war zu erkennen, dass sich vom gegenüberliegenden „Köbele“ erstaunlich viele Autos bergab bewegten. Dort dürfte die Aussicht ebenfalls bestens gewesen sein. Aha, dort hatten sie also gesteckt – so die Vermutung.

Partielle Sonnenfinsternis Kornbühl Salmendinger Kapelle

Gespanntes Warten auf das Ereignis.

Matthias Badura

Profis bauen ihre Armaturen auf

Profis bauten auf dem Kornbühl ihre Kameras mit Spezialblenden auf, um den Höhepunkt des Ereignisses fotografieren zu können.

Partielle Sonnenfinsternis Kornbühl Salmendinger Kapelle

Er projizierte die Himmelsvorgänge auf die Rückwand der St.-Anna-Kapelle. Dort konnte man sie mit ungeschütztem Auge verfolgen.

Matthias Badura

Zwei Beobachterinnen aus Rangendingen hatten sogar Teleskop und Computeranlage auf den Buckel geschleppt, um das Naturschauspiel festzuhalten. Ein anderer projizierte die Vorgänge „spiegelverkehrt“ ebenfalls per Teleskop auf die Rückwand der Kapelle. Dort konnte man den Mondlauf, der sich vor die Sonne schiebt, mit ungeschütztem Auge verfolgen.

Partielle Sonnenfinsternis Kornbühl Salmendinger Kapelle

Spezialisten postierten ihre Kameras mit entsprechenden Blenden. Die Sonne mit gewöhnlicher Linse oder Handy fotografieren zu wollen, empfiehlt sich nicht.

Matthias Badura

Die Projektion – im Grunde dem primitiven Mechanismus einer Lochkamera folgend – war so scharf, dass sogar die Sonnenflecken des Zentralgestirns zu erblicken waren. Zwei Jungs aus Burladingen hatten eine ähnliche Apparatur aufgebaut. Auch von ihnen wurde man freundlich eingeladen, die Vorgänge am Horizont auf ihrem kleinen Beobachtungsschirm zu betrachten.

Partielle Sonnenfinsternis Kornbühl Salmendinger Kapelle

Der auch sonst gut besuchte Kornbühl war an dem Abend regelrecht umlagert.

Matthias Badura

„Philipp, du hast mir den Abend gerettet“, rief irgendwann auf dem Höhepunkt der Teilverfinsterung eine Frau. Wir wissen nicht, wer „Philipp“ ist, aber offenbar hatte er die Ruferin animiert – vielleicht sogar gegen anfängliche Widerstände –, ihm auf den Kornbühl zu folgen. Zufrieden und entspannt wirkten ebenso alle anderen Anwesenden, die den Blick Richtung Westen richteten. Man kam leicht miteinander ins Gespräch. Das Interesse an den Gestirnen verbindet offensichtlich.

„Es sind noch Schutzbrillen da“

Alle Anwesenden trugen Schutzbrillen. Man hätte auch ohne eine kommen können:  Irgendwann rief es über den Berg: „Braucht noch jemand eine Schutzbrille?“ Der Mann hatte eine Großpackung eingekauft, war sie aber offenbar nicht losgeworden – und jetzt gerne bereit, sie zu verschenken.

Partielle Sonnenfinsternis Kornbühl Salmendinger Kapelle

Zwei Beobachterinnen aus Rangendingen hatte eigens eine Computeranlage mitgebracht, um das Naturschauspiel verfolgen und dokumentieren zu können.

Matthias Badura

Anderswo war der Augenschutz zu dem Zeitpunkt längst nicht mehr aufzutreiben, obwohl noch Bedarf geherrscht hätte. So erzählte ein Bekannter am späteren Abend, in dem Geschäft, in dem er arbeite, seien sie restlos ausverkauft gewesen. Im Laufe des Mittwochs, so der Erzähler weiter, erschienen noch 190 (!) Verzweifelte, die nach einer suchten. Aber da war es zu spät.