Sommerhitze Zollernalbkreis
: Warum die Trockenheit der Getränkeindustrie nichts ausmacht

Bis zu 30 Prozent mehr Mineralwasser wird bei sommerlichen Temperaturen verkauft. Die Produktion gerät zwar nicht ins Stocken, es gibt aber andere Probleme.
Von
Michael Merk
Haigerloch
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Mineralwasser ist in diesen Tagen mit anhaltender Sommerhitze eine heiß begeehrte Ware.

Mineralwasser ist in diesen Tagen mit anhaltender Sommerhitze eine heiß begeehrte Ware.

Imnauer Mineralquellen/Ketterer
  • Anhaltende Sommerhitze treibt den Absatz: bis zu 30 Prozent mehr Mineralwasser.
  • Imnauer Mineralquellen melden keine Probleme bei Menge und Qualität des Wassers.
  • Wasser stammt aus 25 bis 125 Metern Tiefe – besser vor äußeren Einflüssen geschützt.
  • Größtes aktuelles Problem ist fehlendes Leergut durch längere Verweildauer bei Kunden.
  • Appell an Käufer: Leere Kisten regelmäßig zurückbringen, um Produktion stabil zu halten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jeder hat seine Tricks, um mit den hohen Temperaturen umzugehen. Sei es ein kaltes Handtuch, das tägliche Lüftungsritual oder die Anschaffung einer Klimaanlage. Worauf sich wohl alle einigen können: Ausreichend trinken ist an heißen Tagen besonders wichtig. Beruhigend also, wenn man einen Getränkehersteller wie die Imnauer Mineralquellen in der Nähe hat, der einen mit Flüssigkeit versorgt.

Doch vor welchen Herausforderungen steht diejenigen, die Mineralwasser für den täglichen Bedarf abfüllen? Wir haben darüber mit Jochen Ketterer, Geschäftsführer der Imnauer Mineralquellen gesprochen. Problem: Leergut fehlt In allen Nachrichten wird derzeit über Flüsse berichtet, die so wenig Wasser führen, wie noch nie zuvor. Kommunen rufen ihre Bürger zum Verzicht auf, unnötig Trinkwasser zu verschwenden, indem sie Rasen sprengen oder Autos waschen. Stehen die Imnauer Mineralquellen vor einem ähnlichen Problem?

Entwarnung vom Mineralbrunnen-Chef

Jochen Ketterer gibt Entwarnung und teilt die Sorge nicht, dass sich die anhaltende Trockenheit negativ auf die Mineralquellen auswirken könnten, aus denen die Firma in Bad Imnau ihre Produktion speist. Im Gegensatz zum Grundwasser, dessen Pegel sich vielerorts seit Jahren nur langsam erholt, stammt das Mineralwasser aus deutlich tieferen Erdschichten. Dadurch seien die Quellen besser vor äußeren Einflüssen geschützt. Je nach Quelle, so Ketterer, werde das Wasser aus Tiefen zwischen rund 25 und 125 Metern gewonnen. Grundwasser hingegen könne – abhängig von Gelände und Geologie – nur wenige Meter unter der Oberfläche liegen oder maximal Tiefen von bis zu 30 Metern erreichen.

Ebenso wenig wie auf die geförderte Menge hat die Hitze auch auf die Qualität des Mineralwassers einen Einfluss. Die ist ohnehin in der Mineral- und Tafelwasserverordnung geregelt. Natürliches Mineralwasser darf nur aus behördlich zugelassenen Quellen gewonnen werden. Quellen und Anlagen müssen dauerhaft vor Verunreinigungen geschützt sein. Würden Auffälligkeiten festgestellt, müssten Förderung und Abfüllung sofort eingestellt werden.

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Problem: Der Leergut-Rücklauf stockt

Ganz sorgenfrei sind die Imnauer Mineralquellen mitten im Sommer trotzdem nicht. Das fehlende Leergut ist aktuell das größere Problem für das Unternehmen im Eyachtal. Es mangelt derzeit an ausreichend Leergut für die Befüllung neuer Flaschen, berichtet Ketterer. „Wenn es heiß ist, kaufen die Leute natürlich mehr“, sagt er. In Spitzenzeiten steigt der Getränkeverbrauch laut ihm „um bis zu 30 Prozent“. Die Konsumenten kaufen größere Mengen an Getränkekisten auf Vorrat, was dazu führt, dass die Verweildauer der leeren Flaschen in Kellern und Garagen ansteigt, bevor diese wieder in den Kreislauf zurückkehren.

Zwar sind die Imnauer Mineralquellen laut ihrem Geschäftsführer dazu verpflichtet, jedes Jahr 2,6 Prozent Neuglas einzukaufen, bei der derzeit hohen Nachfrage helfe das jedoch nur begrenzt. Der Mangel an Leergut wirkt sich zwangsläufig auf die Produktion aus. Nicht, weil weniger abgefüllt wird, sondern weil die Chargen kleiner ausfallen. Ketterer nennt ein Beispiel: Normalerweise würden 250 Paletten einer Sprudelsorte am Stück produziert. Derzeit werde die Produktion aber auf zwei Chargen mit jeweils 125 Paletten aufgeteilt.

Appell an die Sprudel-Kundschaft

Deshalb richtet er eine Bitte an die Kunden: Leere Getränkekisten möglichst nicht erst dann zurückbringen, wenn sie sich stapeln, sondern regelmäßig beim Einkauf mitnehmen. Idealerweise bei jedem Gang um die Wasserreserven aufzufüllen, an die leeren Flaschen im Keller denken.

Und noch etwas gilt an heißen Tagen nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Mitarbeiter der Mineralquellen: immer auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten. „Gehen Sie davon aus, dass bei uns alle sehr gut versorgt sind“, sagt Ketterer mit einem Schmunzeln. Zur Abkühlung spendiert er seiner Belegschaft außerdem regelmäßig ein Eis.