Show-Truck-Treffen Owingen
: Was die Giganten der Landstraße so faszinierend macht

„Bröööp, Bröööp“ „Tucker, Tucker, Vroomm, Vroomm“: Man muss sich schon solcher Lautworte aus der Comic-Sprache bedienen, um zu beschreiben, was bei der Sauter Truckshow 3.0 los war.
Von
Thomas Kost
Haigerloch
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Eine bunt funkelnde Perlenkette: Show-Trucks entfalten erst bei Dunkelheit ihre volle Schönheit

Eine bunt funkelnde Perlenkette: Show-Trucks entfalten erst bei Dunkelheit ihre volle Schönheit.

Thomas Kost
  • Show-Truck-Treffen in Owingen: Rund 100 Lkw zeigten Lack, Licht und laute Signalhörner.
  • Die Trucks arbeiten im Alltag – erst auf dem Gelände wurden sie zu Show-Fahrzeugen.
  • Pokale in 15 Kategorien: Bester Gesamteindruck ging an Sneepels aus Geldermalsen.
  • Weiteste Anreise: Nicklas Ahlmark aus Westschweden erhielt den entsprechenden Pokal.
  • Polizei war präsent, führte Gespräche und verteilte keine Strafzettel – Veranstalter zufrieden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Denn die auf dem Firmengelände von Sauter Transporte und der Einfallstraße nach Owingen aufgestellten Show-Trucks bestachen nicht nur durch auf Hochglanz polierte Chromfelgen, aufwändige Lackierungen, zig Lampen in allen Farben und fantasievollen Interieurs, sondern natürlich auch durch ihren Sound.

Lief man gerade zufällig an einer der Zugmaschinen vorbei, in der der Fahrer die Signalhörner betätigte – dann fuhr einem der Schreck mächtig in die Glieder, so laut und eindringlich war der Ton aus kurzer Distanz. Dazu immer wieder tief brabbelnde Geräusche, die von der unbändigen Kraft der mehreren hundert PS starken großvolumigen Dieselmotoren zeugten. Und natürlich: Licht, Licht, Licht – fast mehr als die bunten Fahrgeschäfte auf dem Cannstatter Wasen haben. Das kam vor allem beim Einbruch der Nacht bestens zur Geltung.

Rund 100 Showtrucks

Gut 100 Brummis – und damit etwas weniger als bei den beiden Vorgängerveranstaltungen 2023 und 2024 – hatten den Weg ins Eyachtal angetreten, um bei diesem Stelldichein der Giganten der Landstraße dabei zu sein. Fahrzeuge im Gesamtwert von geschätzt 30 bis 40 Millionen Euro dürften es gewesen sein. Das bemerkenswerteste an ihnen: Erst auf dem Gelände verwandelten sie sich in echte Show-Trucks, im wahren Leben transportieren sie täglich Milch oder Fleisch, Kies oder Schotter, Tiere oder Holz.

Das ist meiner: Karl-Heinz Sauter, Seniorchef von Transporte Sauter, stellte natürlich auch seinen eigenen Lkw dem Publikum vor.

Das ist meiner: Karl-Heinz Sauter, Seniorchef von Transporte Sauter, stellte natürlich auch seinen eigenen Lkw dem Publikum vor.

Thomas Kost

Schon zu Beginn des Jahres konnten sich Transport-Unternehmen oder einzelne Trucker für eine Teilnahme an dem Show-Truck-Treffen. Über 300 Bewerbungen für die rund 120 Plätze waren eingegangen. Das zeigt, welch großen Ruf sich das vom Trillfinger Familienunternehmen organisierte Treffen schon gemacht hat, obwohl es noch recht jung ist.

  • Bei Nacht enftalten Show-Trucks ihre wahre Pracht.

    Bei Nacht entfalten Show-Trucks ihre wahre Pracht.

    Thomas Kost
  • Auch aus dieser Perspektive.

    Auch aus dieser Perspektive.

    Thomas Kost
  • Drei schön beleuchtete Trucks des Veranstalters Sauter Transporte.

    Drei schön beleuchtete Trucks des Veranstalters Sauter Transporte.

    Thomas Kost
  • Jeder Quadratmeter auf dem Werksgelände des Familienunternehmens wurde ausgenutzt.

    Jeder Quadratmeter auf dem Werksgelände des Familienunternehmens wurde ausgenutzt.

    Thomas Kost
  • Trucks in Reih und Glied.

    Trucks in Reih und Glied.

    Thomas Kost
  • Das ist meiner: Firmenchef Karl-Heinz Sauter zeigt stolz auf seinen eigenen Truck.

    Das ist meiner: Firmenchef Karl-Heinz Sauter zeigt stolz auf seinen eigenen Truck.

    Thomas Kost
  • Wikinger sind nicht nur in Drachenbooten unterwegs.

    Wikinger sind nicht nur in Drachenbooten unterwegs.

    Thomas Kost
  • Da darf nicht jeder rein: In das Interieur von Lkws werden oft mehrere tausend Euro investiert.

    Da darf nicht jeder rein: In das Interieur von Lkws werden oft mehrere tausend Euro investiert.

    Thomas Kost
  • Lederausstattung, Plüsch und schöne Vorhänge. Ein Truck im typischen "Holland Style"

    Lederausstattung, Plüsch und schöne Vorhänge. Ein Truck im typischen "Holland Style".

    Thomas Kost
  • Familiensache: Tobias Stross (Mitte) aus Emeringen ist ein Inhaber eines noch sehr jungen Transportunternehmens. Es wurde 2022 gegründet.

    Familiensache: Tobias Stross (Mitte) aus Emeringen ist Inhaber eines noch sehr jungen Transportunternehmens. Es wurde 2022 gegründet.

    Thomas Kost
  • Besser als Sonnencreme: Ein 250 Quadratmeter großer Fallschirm diente über dem "Foodcourt" als Sonnenschutz.

    Besser als Sonnencreme: Ein 250 Quadratmeter großer Fallschirm diente über dem "Foodcourt" als Sonnenschutz.

    Thomas Kost
  • Verkaufstalente: Die Firmenchefin und ihre Nachbaren brachten Hoodies, T-Shirts und Basecaps unters Volk.

    Verkaufstalente: Die Firmenchefin und ihre Nachbaren brachten Hoodies, T-Shirts und Basecaps unters Volk.

    Thomas Kost
  • Schwer beschäftigt, aber immer ein Lächeln auf den Lippen: Der Bürgerverein Owingen versorgte hungrige Mäuler mit Pommes und Chicken Nuggets.

    Schwer beschäftigt, aber immer ein Lächeln auf den Lippen: Der Bürgerverein Owingen versorgte hungrige Mäuler mit Pommes und Chicken Nuggets.

    Thomas Kost
  • Siegerehrung: In 15 Kategorien wurden Pokale verteilt.

    Siegerehrung: In 15 Kategorien wurden Pokale verteilt.

    Thomas Kost
  • 1400 Kilometer gefahren: Nicklas Ahlmark aus Schweden bekam den Preis für die weiteste Anreise.

    1400 Kilometer gefahren: Nicklas Ahlmark aus Schweden bekam den Preis für die weiteste Anreise.

    Thomas Kost
  • Der Publikumsliebling: Ein klassischer US-Truck der Marke "Kenworth" mit langer Schnauze.

    Der Publikumsliebling: Ein klassischer US-Truck der Marke "Kenworth" mit langer Schnauze.

    Thomas Kost
  • Dieser Scania der holländischen Unternehmens Sneepels hinterließ den besten Gesamteindruck.

    Auch preiswürdig: Dieser Scania der holländischen Unternehmens Sneepels hinterließ den besten Gesamteindruck.

    Thomas Kost
  • Trucker sind eine Familie: Den beiden Jungs aus Horb und Aalen hat's prima gefallen in Owingen. Als Nachbarn haben sie gleich Freundschaft geschlossen.

    Bis zum nächsten Mal: Den beiden Jungs aus Horb und Aalen hat's prima gefallen auf der Truck-Show in Owingen. Als Nachbarn haben sie gleich Freundschaft geschlossen.

    Thomas Kost
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„Ich bin bei vielen Truck-Treffen in unserem Land unterwegs, aber das hier ist das Beste überhaupt“, schwärmt ein junger Lkw-Fahrer aus Tschechien. Beeindruckt hat ihn die Begegnung mit Berufskollegen aus allen möglichen Ländern. Auch wenn man sich persönlich nicht immer kennt, so ist die Show-Truck-Szene über die sozialen Medien doch eng miteinander verwoben und bildet eine große Familie.

Weiteste Anreise hat ein Schwede

Noch eine längere Anfahrt nach Owingen als der junge Tscheche hatte der aus Westschweden angereiste Nicklas Ahlmark. Der 34-jährige Trucker stammt aus der knapp 11.000 Einwohner Kleinstadt Ulricehamn zwischen Göteborg und Jönköping und gewann dadurch den Pokal für die weiteste Anreise (1400 Kilometer). Sein Eindruck von der Truck-Show? Daumen hoch.

Ihm hat es in Owingen gefallen: Der Schwede Nicklas Ahlmark hatte die weiteste Anreise.

Ihm hat es in Owingen gefallen: Der Schwede Nicklas Ahlmark hatte die weiteste Anreise.

Thomas Kost

Pokale gab es auch in 14 weiteren Kategorien. Unter anderem für die beste Innenausstattung oder die besten Showelemente am Fahrzeug. Den besten Gesamteindruck hinterließ ein silberblauer Truck von Sneepels Transports & Logistics aus Geldermalsen in Holland. Der eindeutige Publikumsfavorit war ein US-Truck der Marke „Kenworth“ aus der Motorworld in Böblingen und die Gastgeber selbst vergaben den Preis „Sauters Liebling“ an einen Show-Truck der Spedition Lex-US Logistik aus dem brandenburgischen Dahlewitz.

Viel Publikum kommt nach Owingen

Wer zwischendurch eine Pause vom vielen Show-Truck-Bestaunen einlegen wollte, kein Problem: An Essens- und Bierständen und an einer langen Bar gab es, was der Bauch gerade brauchte. Der Bürgerverein Owingen hatte Pommes und Chicken Nuggets im Angebot, der Förderverein zum Erhalt der Trillfinger Wendelinskapelle sorgte für Kaffee und Kuchen. Draußen vor dem Gelände konnten sich Kinder in einer Hüpfburg austoben und drinnen sorgte ein DJ für heiße Musik. Ausreichend Schatten über einem Teil des Geländes spendete ein an einem Kran aufgespannter 250 Quadratmeter großer Fallschirm.

Vollen Eionsatz an der Fritteuse: Der Bürgerverein Owingen sorgte für Pommes und Chicken Nuggets.

Vollen Einsatz an der Fritteuse: Der Bürgerverein Owingen sorgte für Pommes und Chicken Nuggets.

Thomas Kost

Apropos Hitze und Sonne: Nachdem das Wetter bei den ersten beiden Truckshows eher durchwachsen war, herrschte jetzt allerbestes Sommerwetter, was natürlich für einen enormen Zuschauerzustrom über den ganzen Tag hinweg sorgte. Karl-Heinz Sauter, der zusammen mit seiner Frau Ute und den beiden Söhnen Max und Felix, die Siegerehrung vorgenommen hatte, war in einem ersten Fazit mit dem Verlauf der „Truckshow 3.0“ absolut zufrieden. Die nächste kann also kommen.

Polizei agiert mit Augenmaß

Und auch mit dem Verhalten des „Auge des Gesetzes“ war „Don Karle“ einverstanden. Bei der Premiere 2023 hatte diese noch mit einem logistischen Großaufgebot, die Trucks auf der Anreise im großen Maßstab kontrolliert, Lkws sogar beschlagnahmt und in der Volksbankmesse in Balingen von TÜV-Sachverständigen überprüfen lassen. Vor drei Jahren sorgte das für mehr Schlagzeilen als das Treffen selbst und brachte der Polizei durchaus Kritik ein.

Diesmal gab es laut Veranstalter am Anreisetag bei der Autobahnabfahrt in Empfingen Kontrollen und die Polizei war auch tags darauf beim Treffen auf dem Festgelände anwesend. Allerdings nur zu aufklärenden Gesprächen mit der Brummi-Szene, Strafzettel wurden nicht verteilt. „Das war vollkommen okay“, so Karl-Heinz Sauter.

Holland- versus US-Style

„The Only way is dutch“: Viel war bei der Truckshow die Rede vom „Holland Style“. Dieser hat seine Wurzeln in den 1970er Jahren, als holländische Lkw-Fahrer damit begannen, Brummis nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Inzwischen gehört er zu den populärsten und einflussreichsten Trends beim Individualisieren und Tunen von Lkws in Europa.

Im Gegensatz zum „US-Style“, der massiv auf Chrom setzt, zeichnet sich der „Holland Style“ durch stimmige Farbkonzepte und viel Liebe zum Detail aus. Stoßstangen, Radnaben und Spiegelgehäuse werden passend zur Kabine lackiert anstatt verchromt. Markante Zusatzleuchten werden an den Seiten oder der Front angebracht und leuchten meist in warmem Orange, was den Lkw ein unverkennbares Erscheinungsbild verleiht. Die Fahrerkabine wird mit gestepptem Leder, Plüsch und quastenartigen Vorhängen in ein fast schon nostalgisch anmutendes Wohnzimmer verwandelt.

Dun is de mode, dik is de style. Übersetzt: Dünn ist die Mode, fett der Stil. Das ist das Leitmotiv der Dutch-Style-Trucker. Ganz nach dem Motto: Auffallen ist alles. Ein top gestyltes Interieur kann hohe fünfstellige Beträge kosten.