Samuel Restle Oktett in Hechingen
: Little Big Band ganz groß in der Alten Synagoge

Im Rahmen des Jubiläumsprogramms „40 Jahre Alte Synagoge Hechingen“ gaben Landesjazzpreisträger Samuel Restle und sein Oktett ein beeindruckendes Konzert.
Von
Antonia Lezerkoss
Hechingen
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Der Hechinger Landesjazzpreisträger Samuel Restle (Zweiter von rechts) und sein Oktett gaben in der Alten Synagoge von Hechingen ein beeindruckendes Konzert.

Der Hechinger Landesjazzpreisträger Samuel Restle (Zweiter von rechts) und sein Oktett gaben in der Alten Synagoge von Hechingen ein beeindruckendes Konzert.

Antonia Lezerkoss
  • Konzert in der Alten Synagoge Hechingen: Samuel Restle Oktett mit zeitgenössischem Jazz.
  • Restles Eigenkompositionen prägten das Programm, fern von Effekten und Lautstärke.
  • Präzises Zusammenspiel: Wechsel zwischen notierter Genauigkeit und freier Improvisation.
  • Stücke wie „Letters“, „Das Salz der See“, „Marvel“ und „Komorebi“ setzten klangliche Akzente.
  • Finale mit der Ballade „Duke Ellington's Sound of Love“ von Charles Mingus.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Eine Spur von Avantgarde, ein Hauch von Exotik und eine Fülle von vielschichtigem, zeitgenössischem Jazz standen auf dem Konzertprogramm des Samuel Restle Oktetts in der Alten Synagoge von Hechingen: wundervolle Musik keine lautsprechenden, dezibelstarken Soundgewitter, sondern eigenwillige Klangbilder, die über den Jazz-Tellerrand blicken.

Restles Eigenkompositionen

Der in Hechingen wohlbekannte Posaunist, Bandleader und Komponist Samuel Restle hat mit Lukas Wögler (Tenorsaxofon, Flöte), Lars Töpperwien (Trompete, Flügelhorn), Daniel Roncari (Altsaxofon, Klarinette), Bastian Brugger (Baritonsaxofon, Flöte), Moritz Langmaier (Klavier), Lucas Klein (Schlagzeug) und Snejana Prodanova-Fiehn (Bass) ein Oktett auf die Beine gestellt, das komplett auf Effekte, Tricks und Muskelspiele verzichtet. Restle setzte Eigenkompositionen um und stattete seine Werke mit vielen Schichten und Klangfärbungen aus, die den großartigen Solisten des achtköpfigen Ensembles differenzierte Tutti und brillante Soli unterlegten.

Auf bestechende Weise waren die verschiedenen Instrumentengruppen mehrstimmig ineinander verzahnt und übereinander geschichtet, sie begegneten sich und traten miteinander in Dialog, wechselten bruchlos zwischen notierter Präzision und improvisatorischer Freiheit. Die Künstler agierten mal mit orchestraler Disziplin im Verbund, mal mit der Beweglichkeit eines kleinen Ensembles.

Präzise und virtuos

Den Auftakt des fein ausgefeilten Konzertprogramms bildete ein nobel perlendes Spiel von Moritz Langmaier am Piano. Schwingend in lyrisch-sanften Wellen folgte „Letters“ mit einem schönen Solo von Daniel Roncari am Altsaxophon. Präzise und äußerst virtuos setzte dabei die gesamte Bläser-gruppe teils rhythmisch verschlungene Kontraste, teils kraftvoll-eruptive Akzente.

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Ein bisschen an „Donaueschingen“ erinnerte Restles innovative Komposition „Das Salz der See“. Das Oktett gestaltete einen hypnotischen Klangteppich, der hoch suggestiv ans Fantastische heranreichte. Dabei schufen Samuel Restle mit der Posaune, Lars Töpperwien an der Trompete und das Schlagzeugspiel von Lucas Klein in perfektem Dialog ein unwirklich erscheinendes, traumhaft-maritimes Stimmungsbild.

Der Sound der Superhelden

„Marvel“: In ein rhythmisch hochkomplexes Gewand mit mal vorwärtspreschenden, mal swingenden Passagen kleidete die vorzüglich spielende Band die Aktionen der Schurken, Superhelden und -heldinnen aus dem Comic-Universum und belegte damit ihre technische wie künstlerische Meisterschaft.

Bewegtes Licht, das durch Blätter fällt, lautlos Schatten und oszillierende Lichtpunkte auf die Erde wirft, nennt man in Japan „Komorebi“. Derartige Impressionen in Musik gefasst, gestaltete das Ensemble mit einer unglaublichen Dichte an gestaffelten Akkorden und Rhythmen. Welch wundervoller Hörgenuss! Fabelhaft, wie sensibel, bunt und auf den Punkt sich vor allem die Saxophone einbrachten, wie Piano, Schlagwerk und Bass mit ihnen verschmolzen.

Auch die weiteren Titel aus der Feder des Bandleaders spiegelten die klanglichen und kompositorischen Finessen von Restles „Taschenbigband“ sowie die individuellen, musikalisch hochkarätigen Ausdrucksweisen der Solisten bestens wider. Mit der sehnsüchtig harmonischen Ballade von Charles Mingus „Duke Ellington's Sound of Love“, elegant und mit reichhaltiger Bläserpräzenz vorgetragen, endete das beeindruckende Konzert.