Sägefest Stetten u. H.
: Die archaische Mühle zieht erneut Besuchermassen an die Lauchert

Hunderte wollten beim Sägefest in Stetten u. H. dabei sein – und viele die historische Mühle erleben. Publikumserfolg für den Musikverein Stetten-Hörschwag.
Von
Matthias Badura
Burladingen-Stetten u. H.
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Sägefest Walzmühle Albmühle Stetten u. H.

Wolfgang Heinzelmann, einer der Mühlen-Guides, führte Besuchergruppen durch das Anwesen und erläuterte dabei die Technik der beiden Sägeanlagen. Man staunte über die archaische Technik und die einfache Lebensweise der letzten Bewohnerinnen.

Matthias Badura
  • Sägefest in Stetten u. H.: Am Sonntag strömten Hunderte zur Walzmühle/Albmühle.
  • Führungen durch die historische Sägemühle zeigten Technik und Leben der Schwestern Walz.
  • Klara Walz sägte bis ins hohe Alter, die ältere Anlage blieb nach einem Unfall ungenutzt.
  • Blasmusik prägte das Fest, Helfer des Musikvereins Stetten-Hörschwag arbeiteten unter Hochdruck.
  • Ausstellung moderner Landmaschinen ergänzte die archaische Mühle, Besichtigungen sind an mehreren Tagen möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zur Eröffnung am Samstagabend war das Festzelt an der Walzmühe/Albmühle Stetten einigermaßen gut besetzt. Nicht schlecht, aber es hätten mehr Besucherinnen und Besucher sein dürfen. Verliert das Fest im 20. Jahr seiner Wiederholung doch allmählich seine Anziehungskraft?

Davon konnte am Sonntagmittag keine Rede mehr sein. Die Parkplätze waren stark belegt – schwierig, überhaupt einen zu bekommen –, die Bänke unter den Planen zeigten sich bis auf wenige Plätze besetzt und die im Freien waren restlos ausgebucht.

Gruppen von Interessierten stauen sich

Vor der historischen Sägemühle bildeten sich Staus von Gruppen, die an einer Besichtigung des Anwesens teilnehmen wollten. Einer der Führer war Wolfgang Heinzelmann, der, wie immer, ausführlich und farbig von der Geschichte der Sägemühle zu erzählen wusste – und vom Leben der beiden letzten Bewohnerinnen Klara und Marie Walz.

Der Gang führte in die vormaligen Wohnräume und in die beiden Sägen. Die ältere Anlage wurde nach dem tödlich endenden Unfall des Vaters von den Schwestern nicht mehr betreten, in der anderen sägte Klara Walz (1924-2015), bis es körperlich nicht mehr ging. Die Besucherinnen und Besucher staunten, über das archaische und zugleich gottesfürchtige Leben, das die Schwestern unter einfachsten Verhältnissen geführt hatten. „Man betritt hier eine längst vergangene Zeit“, meinte einer.

Landarbeit in heutiger Zeit

Das Gegenteil demonstrierte Landmaschinen Lorch/Mägerkingen mit seiner Ausstellung neben der Säge. Enorme Traktoren mit enormer Leistungskraft gab es zu sehen. Oder eine Spaltmaschine, die einen Holzstamm in Minutenschnelle zerkleinert.

Sägefest Stetten MV Illerrieden

An Blasmusik herrschte kein Mangel. Eröffnet hatte das zweitägige Fest an der Lauchert der Musikverein Illerrieden (Bild). Für den zu erwartenden fulminanten Abschluss war wiederum die Blaskapelle „Peng“ gebucht.

Matthias Badura
Sägefest Albmühle Burladingen-Stetten

Wenig freie Plätze gab es am Sonntag vor dem Festzelt. Aber drinnen sah's, obwohl es recht warm war, genauso aus.

Matthias Badura

Im Zelt und drumrum gings derweil bei zünftiger Blasmusik lustig zu, dargebracht etwa von der Stadtkapelle Trochtelfingen oder dem Musikverein Stetten Hörschwag. Weniger vergnüglich allerdings für die Helferinnen und Helfer des gastgebenden Musikvereins Stetten-Hörschwag. Die hatten ordentlich zu tun und kamen gehörig ins Schwitzen.

Insgesamt war's also am Sonntag ein Riesenerfolg. Der Montag mit dem Handwerkervesper und der Blaskapelle „Peng“ stand da noch bevor. Das Zelt dürfte sich da nochmals gefüllt haben. In früheren Jahren galt der Termin als „Geheimtipp“, inzwischen ist er längst zum Muss für Blasmusikfans und Liebhaber von Zeltfesten geworden. In der Regel der grandiose Abschluss der zweitägigen Feier.

An mehreren Tagen im Jahr geöffnet

Klara Walz war eine deutsche Sägemüllerin von der Schwäbischen Alb, die durch ARD-Dokumentationen wie „Der Herrgott weiß, was mit uns geschieht“ bundesweit Kultstatus erlangte. Zusammen mit ihrer älteren Schwester Marie Walz (1916–2001) betrieb sie über Jahrzehnte hinweg die historische Walzmühle/Albmühle in Stetten. Die ersten Walzmühlenfeste fanden noch zu ihren Lebzeiten statt.

Das Anwesen kann an verschiedenen Tagen im Jahr besichtigt werden, etwa immer am Regionalen Maimarkt in Stetten. Die Idee, es dauerhaft zugänglich zu machen, scheiterte an zahlreichen behördlichen Bestimmungen.