Römisches Freilichtmuseum Stein
: Den Göttern ganz nah

Der Tipp für den 1. Mai (und auch danach!): Warum nicht mal in die Antike eintauchen? Das Römische Freilichtmuseum in Stein ist immer einen Besuch wert. Derzeit lockt die Sonderausstellung „Sensationsfund“
Von
swp
Stein
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Präsentation Götterdenkmal nach archäologischen Grabungen: 24.10.2024, Baden-Württemberg, Hechingen: Teile eines römischen Weihedenkmals werden im Römischen Freilichtmuseum präsentiert. Bei archäologischen Grabungen am Römischen Freilichtmuseum in Hechingen-Stein sind Fragmente eines außergewöhnliches römischen Götterdenkmals (Weihedenkmal) entdeckt worden. Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bei archäologischen Grabungen am Römischen Freilichtmuseum in Stein sind vor zwei Jahren Fragmente eines außergewöhnlichen römischen Götterdenkmals entdeckt worden. Aktuell zeigt sie das Museum in einer Sonderausstellung.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Das Römische Freilichtmuseum in Stein zeigt Fragmente einer Monumentalstatue in einer Sonderausstellung.
  • Am Eingang gibt es einen nach römischen Vorbildern erstellten Baukran zu sehen.
  • Besucher können sich auf dem Römerrundwanderweg und dem Römerspielplatz vergnügen.
  • Vom 1. bis 10. August gastiert das Melchinger Theater Lindenhof im Museum.
  • Die Saison dauert bis zum 1. November, das Museum ist außer montags geöffnet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vergleichbar mit einem Fund, der vor Jahren in der französischen Metropole Paris für Schlagzeilen sorgte, kann nun auch das Römische Freilichtmuseum in Stein mit einem Sensationsfund aufwarten und damit die besondere Bedeutung des römischen Landgutes im 2. Jahrhundert n. Chr. unterstreichen.

Vor zwei Jahren stießen Archäologen bei einer Probegrabung zirka 100 Meter außerhalb der nördlichen Umfassungsmauer auf Reste einer aus Sandstein gefertigten Monumentalstatue, die einst als Schutzgottheiten über die Anlage gewacht haben. Längst sind nicht alle Bruchstücke der wohl schon in der Antike zerstörten, rund zehn Meter hohen Statue geborgen, der Förderverein zeigt sie jedoch bereits heute in einer Sonderausstellung den interessierten Besuchern.

Ein römischer Baukran

Darüber hinaus gibt es am Eingang der Anlage im Bereich der Römerschmiede einen von einem Zimmermann-Azubi und dessen Freundin mit Unterstützung des „Römerschmieds“ Wolfgang Brunner nach römischen Vorbildern erstellten Baukran zu sehen, mit dem einst große Lasten gehoben werden konnten.

Wie zu Römerzeiten kann auch heute auf einen funktionierenden Bauhof nicht verzichtet werden. Mit großem finanziellen Aufwand wurden Container beschafft und in U-Form aufgestellt, in denen Büros für das Amt für Denkmalpflege und den Förderverein sowie Lagerräume untergebracht sind.

Viel Zeit sollten Besucher mitbringen, denn hier sieht man wie kaum irgendwo sonst in Süddeutschland, wie die Römer einst in der Provinz lebten und besonders hier für die damalige Zeit ein wohl angenehmes Leben führten, bis ihnen gegen Mitte des 3. Jahrhunderts durch die Alamannen der Garaus gemacht wurde.

Mit Terrasse und Spielplatz

Die Gäste staunen bereits beim Betreten der Anlage über die wunderbare Lage, in der einst das große römische Landgut mit herrlichem Blick auf die nahe Alb zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. erstellt wurde. Heutzutage ist von hier aus übrigens auch die Burg Hohenzollern zu sehen. Ganz den Besuchern überlassen bleibt nun, ob sie sich gleich das rund fünf Hektar große Gelände mit Hauptgebäude, den Heiligen Bezirk und zahlreichen im Originalzustand belassene Gemäuer ansehen oder es sich erst bei Kaffee und Kuchen und Getränken auf der schön gelegenen Terrasse gemütlich machen. Familien können derweil ihre Kinder dem Römerspielplatz mit Streitwagenfahren, der Seilbahn und Schaukeln überlassen.

Wanderweg mit Fernsicht

Wer viel Zeit hat, sollte sich auf den „Römerrundwanderweg“ begeben und den Ausblick bis zur weit entfernten Teck und über den ganzen Albtrauf genießen.

Römisches Leben, Theater und Fackelschein

Das Römische Landgut in Stein ist während der bis zum 1. November dauernden Saison täglich, außer montags, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Zahlreiche Veranstaltungen werden über die Saison geboten, darunter besondere Events für Kinder.

Vom 1. bis 10. August gastiert das Melchinger Theater Lindenhof im Freilichtmuseum und bietet mehreren Vorstellungen unter dem Titel „Wenn nicht heut, wann dann“ – Bauernkrieg 1525. Im Oktober folgt dann noch das beliebte Fest „Römer im Schein der Fackeln“.