Restaurator Alois Hauser: Überraschung aus München

Franz von Lenbach verewigte seinen Freund Alois Hauser auf drei Gemälden. Von diesem hier wusste man in Burladingen, der Heimatgemeinde Hausers. Allerdings nicht, wo es sich befindet. Freundlicherweise meldten sich die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit dem Hinweis, das Bild befinde sich in der Alten Pinakothek München.
Pinakothek München- Ein drittes Lenbach-Porträt des Restaurators Alois Hauser wurde in der Alten Pinakothek München entdeckt.
- Das Werk von 1885 war bislang nicht öffentlich zugänglich und lag im Lager der Pinakothek.
- Die Dokumentation zur Hauser-Ausstellung in Burladingen sorgte für anhaltenden Austausch mit München.
- Historische Recherchen zu Hausers Wirken im Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen laufen weiter.
- Hauser, gebürtig aus Burladingen, war ein weltweit renommierter Restaurator und blieb München treu.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Alois-Hauser-Ausstellung, die im April dieses Jahres im Rathaus der Stadt Burladingen (Zollernalbkreis) stattfand, hat Dynamik entfaltet. Ein Rätsel ist gelöst: Ein weiteres Portrait des genialen Restaurators von der Hand Franz von Lenbachs ist aufgetaucht.
Wie berichtet, basierte die Hauser-Ausstellung im April auf einer älteren, die im Jahr 1998 in der Schalterhalle der hiesigen Kreissparkasse zu sehen war. Organisiert wurde die Neuauflage von der Künstlergruppe „burladinger maler“ auf Betreiben von Friedemann Mutschler, des vormaligen Sparkassen-Filialdirektors (wir berichteten).
Nochmals gefeiert hat man die April-Retrospektive über das Leben und Wirken Hausers bei der zurückliegenden Weihnachtsausstellung der burladinger maler im November – nämlich mit einer bebilderten Dokumentation, einer 43 Seiten starken Schrift, die seither käuflich zu erwerben ist.
Zur Entstehungsgeschichte der Schrift: Um die gezeigten Bilder, Dokumente, Fotografien und die teils überraschenden Ereignisse und Ergebnisse vom April nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und sie späteren Betrachtern zugänglich zu machen, beschlossen die maler, alles, was gezeigt wurde, in Bild und Text festzuhalten. Wolfgang Bastian, Präsident der Künstlergruppe, und HZ-Redakteur Matthias Badura, der bereits in die Vorbereitungen der Ausstellung eingebunden war, erstellten die Zusammenfassung. Unter anderem mithilfe von Friedemann Mutschler und der Stadtverwaltung.
Zunächst nur als digitale Präsentation für den Computer gedacht, entwickelte sich daraus die gedruckte Schrift. Sie wurde dann stolz im November präsentiert.
Zwei Exemplare verschickt
In aller Bescheidenheit übersandte man zwei Exemplare an die Alte Pinakothek München. Dort hatte Alois Hauser bekanntlich als Kurator gewirkt und weltberühmte Gemälde vor dem Untergang bewahrt. Die Antwort schien absehbar und hätte keinen Schmerz verursacht. Denkbarer Wortlaut: „Wir danken ihnen sehr und werden den zwei Exemplaren einen würdigen Platz in unserer Sammlung einräumen.“ Vermutlich würden die beiden Hefte anschließend in einer Ablage verstauben und in absehbarer Zeit ins archivalische Altpapier wandern. Darauf war man in Burladingen durchaus gefasst.
Kam es so? So kam es nicht! Dr. Herbert Rott, bedankte sich im Namen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen herzlich für die Zusendung. Seither riss die Korrespondenz zwischen der Albgemeinde und der bayerischen Landeshauptstadt nicht ab, man befindet sich weiterhin im Austausch. Offensichtlich stieß die Dokumention in München auf gebührendes Interesse.
Die neueste Überraschung: Franz von Lenbach, der mit Alois Hauser eng befreundet war, verewigte den aus Burladingen stammenden Kurator auf drei Bildern. Eins aus dem Jahr 1900 hängt im Burladinger Rathaus, ein zweites von 1890 im Münchner Lenbachhaus. Von der Existenz eines dritten wusste man zwar auf der Alb. Jedoch nicht, wo es sich befindet. Oder ob es überhaupt erhalten ist?
In seinem jüngsten Schreiben teile nun Herbert Rott mit, das gesuchte Werk, entstanden im Jahr 1885, werde in der Alten Pinakothek München aufbewahrt. Derzeit im Lager. Eine mit Freude aufgenommene Erkenntnis! Rott schickte auch eine Abbildung des derzeit nicht öffentlich zugänglichen Portraits. Sie könnte in eine zweite Auflage der Burladinger Schrift einfließen. Vielleicht anlässlich des Stadterhebungs-Jubiläumsjahres 2028? Das ist noch offen.
Recherche geht in Sigmaringen weiter
Umgekehrt hat sich auf Burladinger Bestreben hin eine Historikerin vorgenommen, einem Tipp nachzugehen. Er könnte das (mögliche) Wirken Hausers im damaligen Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen näher beleuchten. Diese Resultate werden voraussichtlich allerdings erst im Verlauf vieler Monate vorliegen. Doch werden die maler sie selbstverständlich nach München übermitteln. Dort ist man heute schon gespannt.
„Wir sind stolz“, sagt Künstlerchef Bastian. „Auch lokal erreichten uns nach der Veröffentlichung der Dokumentation sofort Hinweise, was hier und da noch ergänzt werden müsste. Diese Hinweise lagen uns bei der Erstellung nicht vor. Die vorliegende Publikation ist nicht der ultimative Schlusspunkt der Hauser-Forschung. Das wollte sie auch nicht sein. Es war zum einen unser Bestreben, das Andenken an eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Stadt zu bewahren. Zum anderen wollten wir einen Anstoß geben, dem Werk und Leben Hausers weiter nachzugehen. Ich denke, das haben wir bereits erreicht. Falls nach der Zweitveröffentlichung weitere Neuigkeiten eingehen sollten – dann bringen wir eben eine dritte Dokumentation heraus!“
Weltweit gefragte Kapazität
Alois Hauser (1831 in Burladingen, gestorben 1909 in München) war ein deutscher Restaurator, Hofmaler und Konservator. Er galt und gilt heute noch als eine Kapazität auf dem Gebiet der Gemälderestauration. Weltberühmte Bilder wurden durch sein Können vor Verfall und Fäulnis gerettet. Daher war er weltweit gefragt.
Anfragen erreichten ihn auch aus USA und Russland. Seiner Wahlheimat München ist der gebürtige Burladinger allerdings treu geblieben.