Egal ob in Balingen oder Albstadt: Die „Spaziergänger“ sind nach wie vor regelmäßig unterwegs. In Albstadt mischt sich auch die bundesweit bekannte NPD-Funktionärin Edda Schmidt aus Bisingen samt Gesinnungsgenossen und Genossinnen unter die „Spazierenden“.
Ein Foto, das in der örtlichen 743-Querdenkergruppe gepostet wurde und nun auch die Runde beispielsweise auf Facebook macht, zeigt Edda Schmidt am 30. Oktober in Ebingen auf dem Kiesinger-Platz mitten im Zug von „Spaziergängern“. Sie trägt ein Schild mit der Aufschrift „Wieso ist die Grippe ausgestorben?“.
Die 1948 geborene NPD-Funktionärin und ihr Mann Hans, die auch schon in Balingen bei den „Spaziergängen“ dabei waren, sind in rechtsradikalen Kreisen bestens bekannt. Beide engagierten sich politisch für die NPD, kandidierten beide sowohl für den Landtag als auch für den Bundestag.

Verurteilt wegen Volksverhetzung

Weil es in seinem Antiquariat NS-Literatur verkauft hatte, hatte das Landgericht Stuttgart das Paar im Jahr 1997 wegen Volksverhetzung, Verbreitung jugendgefährdender Schriften und Aufstachelung zum Rassenhass zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt.
In rechtsextremen Kreisen indes genießt sie offenbar Ansehen: Schmidt wurde vom rechtsextremen „Schutzbund für das deutsche Volk“ mit dem „Hohe-Meißner-Preis“ 2019 ausgezeichnet.
In der Laudatio wurde unter anderem ihr „unermüdliches Engagement“ in der 1994 verbotenen „Wiking-Jugend“, der „Artgemeinschaft“ und der NPD hervorgehoben, zudem ihr „vielseitiges Wirken für das heidnische Brauchtum und die germanische Frühgeschichte“.

Zeugin beim Prozess um die NSU-Morde

Edda Schmidt war Vorsitzende des Verbands Ring Nationaler Frauen und Mitglied im NPD-Landesvorstand. Im Jahr 2015 war Schmid zudem Zeugin vor dem Oberlandesgericht München im Rahmen des NSU-Prozesses und der Anklage gegen Beate Zschäpe.