Pfarreiratswahl Zollern: Abstimmung am Sonntag wird erster Härtetest für neue Kirchengemeinde

Wem schlägt die Stunde am Sonntag bei den Pfarreiratswahlen in der Erzdiözese Freiburg? In der hohenzollerischen Exklave ist die Antwort nicht gar so spannend: Für die 15 Sitze in dem Laiengremium der Katholiken hat sich nur ein Dutzend Kandidatinnen und Kandidaten gefunden.
Hardy Kromer- Am 19. Oktober wählen 33.775 Katholiken im Dekanat Zollern den neuen Pfarreirat.
- Für die 15 Sitze gibt es nur 12 Kandidat*innen, verteilt auf verschiedene Stimmbezirke.
- Wahlberechtigt sind Katholiken ab 16 Jahren, die seit drei Monaten im Dekanat leben.
- Gewählt wurde per Briefwahl, online (bis 17. Oktober) oder analog im Wahllokal am Sonntag.
- Ergebnisse der Wahl werden am Montag in der Hechinger Zentrale bekanntgegeben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist wie bei ausgewählten Bürgermeisterwahlen. Der Amtsinhaber tritt nach acht Jahren an, und es gibt keinerlei Gegenkandidaten. Da muss man schon gut aufgestellt sein, wenn man von seinem Wahlrecht Gebrauch machen will. Dasselbe gilt für die Pfarreiratswahl 2025 im Noch-Dekanat Zollern: Egal, wie auch immer gewählt wird, die Bewerberinnen und Bewerber sind jetzt schon fest gebucht. Bei zwölf Namen auf einer Liste mit 15 Nummern ist das wenig wunderlich.
Umso mehr wird die Abstimmung an diesem Sonntag ein erster Prüfstein dafür, ob und wie stark die katholischen Kirchenmitglieder den neuen Freiburger Weg mitgehen. Schaut man auf die Zahl der Kandidaten, könnte man reichlich argwöhnen. Aber der zukünftige Leitende Pfarrer der Großgemeinde Zollern, die das Dekanat ersetzt, hat eine ziemlich einleuchtende Erklärung parat: Die Menschen haben grundsätzlich wenig Lust auf Veränderung und warten im konkreten Kirchen-Fall erstmal ab, was wird. Das sagt Thomas Fürst, derzeit Co-Dekan in Zollern und Pfarrer in Empfingen.
Die Gemeinde an der A 81 gehört, man kann es offenbar nicht oft genug erklären, zum kirchlichen Zusammenschluss im Altkreis Hechingen, weil Empfingen einst hohenzollerisch war. Auch Glatt mischt unter anderem mit, und eben Dettlingen, der Stadtteil von Horb.
Das Unterland hat selbstredend einen eigenen Stimmbezirk bei der Pfarreiwahl. Der nennt sich Empfingen-Dießener Tal und hat die drei Bewerberplätze gefüllt bekommen. Es kandidieren Albrecht Rüdiger aus Horb-Dettingen (73, Diplom-Wirtschaftsingenieur), Martin Bodziony aus Empfingen (41, Lagerist) und Ingrid Präger aus Empfingen (59, Industriekauffrau).
Auch Heiligenzimmern gehört dazu
Im angrenzenden Stimmbezirk Eyachtal-Haigerloch St. Anna treten an: Jens Schlehe aus Heiligenzimmern (32, Kommunikation und Marketing) und Ralf Schneider aus Haigerloch (61, Architekt). Man sieht, dass mit Heiligenzimmern zumindest kirchlich eine an Rosenfeld verlorene Gemeinde mit dabei ist.
Der Stimmbezirk Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen: Helmuth Alznauer aus Bisingen (73, Kaufmännischer Angestellter i.R.) und Yvonne Stoll aus Rangendingen (52, Angestellte).
Auch in Hechingen nur zwei Bewerber
Ebenfalls nur zwei Kandidaten hat der Stimmbezirk Hechingen St. Jakobus geschafft: Thomas Bartle aus Hechingen (66, Pensionär) und Christine Wolf aus Hechingen (61, Diplom-Ökonom).
Der Stimmbezirk Burladingen-Jungingen wiederum ist komplett, und zwar mit Marc Brecht aus Burladingen (52, Physiker), Meinrad Hirlinger aus Melchingen (67, Rentner) und Jürgen Ulrich aus Jungingen (70, Bankbetriebswirt i.R.).
Wählen ab 16
Wählen dürfen, das war der Stand allerdings zu Jahresbeginn, bei der Pfarreiratswahl im Hohenzollerischen 33.775 Katholiken. Sie sind ab 16 Jahre alt und seit mindestens drei Monaten im Dekanat daheim. Sollten jemand nicht hier wohnen, aber kirchlich engagiert sein, kann man das Wahlrecht beantragen.
Und was macht eigentlich der Pfarreirat? Er ist gleichzusetzen mit dem einstigen Pfarrgemeinderat, der später zum Kirchengemeinderat wurde und jetzt eben wieder anders heißt. Im Team mit dem Leitenden Pfarrer und den pastoralen Mitarbeitern hat das Gremium Verantwortung und Entscheidungskraft bei pastoralen und administrativen Aufgaben.
Wählen per Brief, online und analog
Gewählt werden kann mittlerweile längst. Bis zum vergangenen Sonntag konnte noch die Briefwahl beantragt werden, und die bequeme Online-Wahl war beziehungsweise ist freigeschaltet seit dem 5. Oktober bis diesen Freitag, 17. Oktober. Jetzt am Sonntag wird ganz analog im Wahllokal die gewählt. Wo das jeweils ist, steht in der Wahlbenachrichtigung.
Bekanntgegeben wird das Ergebnis der Wahl, so hieß es Dienstag in der Hechinger Zentrale, am Montag. So macht man sich keinen Druck, dass alles noch am Sonntagabend geschehen muss. Aber vielleicht ist die Auszählung der Stimmen auch eine blitzschnelle Sache. Oder auch nicht.

