Pfarreiratswahl Dekanat Zollern
: Wahlbeteiligung sehr bescheiden: Nur 7,7 Prozent haben abgestimmt

Man kann es allen, die nicht gewählt haben, nicht übelnehmen: Bei zwölf Kandidaten für 15 Sitze ist die große Überwindung, um trotzdem Kreuzchen zu machen, schon ein Argument. Und bei Kirchenwahlen ist die Beteiligung sowieso immer schlecht.
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Alle Lichtlein brennen in der Hechinger Stiftskirche. Das ändert aber nichts daran, dass saniert werden muss: Teilweise bröckelt der Gips von der Decke.⇥

Eine Kerze für jeden Wähler und jede Wählerin in der Hechinger St.-Jakobus-Kirche? Ein bisschen mehr waren es schon bei der Pfarreiratswahl im Stimmbezirk Hechingen St. Luzius. Die beiden Bewerber bekamen jeweils 296 Stimmen.

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  • Pfarreiratswahl im Dekanat Zollern: Wahlbeteiligung bei nur 7,7 % (2111 von 27.275 Wahlberechtigten).
  • 12 Kandidaten für 15 Sitze, höchste Stimmenzahl: Ingrid Präger (Empfingen) mit 457 Stimmen.
  • Mehrheit der Stimmen online abgegeben: 1143 Online-Wähler, 233 per Briefwahl, 735 in Wahllokalen.
  • Neue Pfarreiräte sollen Kirche lebendig halten und „Kirchenentwicklung 2030“ umsetzen.
  • Wahlablauf laut Kirchengemeinde zufriedenstellend; große Aufgaben für neue Räte erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei Kirchenwahlen sind schlechte Wahlbeteiligungen wenig überraschend. Wenn man ketzerisch sein wollte, könnte man die Quoten mit der Zahl der Kirchgänger in etwa gleichsetzen. Oder gehen doch mehr Leute in den Gottesdienst? Verglichen mit der diözesanweiten Wahlbeteiligung bei der vorigen Abstimmung (etwa zehn Prozent), sind die 7,7 Prozent jetzt bei der Pfarreiratswahl in der Kirchengemeinde Hechingen, dem Noch-Dekanat Zollern (Erzdiözese Freiburg), allerdings ein weiteres Ausrufezeichen.

So wenig nun auch wieder nicht

Wenn man seit Wochen weiß, dass die Wahl eigentlich gar keine ist, schaut es anders aus. Dann haben doch beachtliche 2111 Wahlberechtigte mitgemacht. Insgesamt hätten zwischen Burladingen und Empfingen 27.275 Mitglieder der Katholischen Kirche Deutschland über 16 Jahren wählen können.

Exakt 15 Sitze hat das Laiengremium der zukünftigen Pfarrei St. Jakobus Hechingen, und nur ein Dutzend Kandidatinnen und Kandidaten hat sich finden lassen. Am fleißigsten gewählt wurde im Stimmbezirk Empfingen-Dießener Tal. Die drei Kandidaten bekamen alle über 400 Stimmen. Mit 457 Stimmen fährt Ingrid Präger aus Empfingen das beste Ergebnis der Gesamtkirchengemeinde ein. Ihr folgt mit 427 Stimmen Yvonne Stoll aus Rangendingen. Die Nummer 3 kommt wieder aus dem Unterland: Rüdiger Albrecht aus Dettingen bei Horb hat 425 Stimmen erhalten.

Die Wahlergebnisse der zwölf Kandidaten

Stimmbezirk Hechingen St. Luzius: Thomas Bartle (296 Stimmen), Christine Wolf (296).

Stimmbezirk Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen: Yvonne Stoll (427), Helmuth Alznauer (319).

Stimmbezirk Burladingen-Jungingen: Meinrad Hirlinger (399), Jürgen Ulrich (395), Marc Brecht (393).

Stimmbezirk Empfingen-Dießener Tal: Ingrid Präger (457), Rüdiger Albrecht (425), Martin Bodziony (413).

Stimmbezirk Eyachtal-Haigerloch St. Anna: Ralf Schneider (264), Jens Schlehe (259).

Der Ablauf der Wahl selbst hat vom Wahlvorstand laut Mitteilung der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Zollern vom Montagvormittag gute Noten bekommen. „Insgesamt sehr zufrieden“, lautet der Kommentar. Inhaltlich wird betont, dass die neuen Pfarreiräte eine große Aufgabe vor sich haben: „Ihre Entscheidungen betreffen nicht nur den eigenen Ort, sondern das größere Gebiet der neuen Pfarrei.“

Kirche soll lebendig bleiben

Gleichzeitig würden die neuen Gremiumsmitglieder „mit ihren vielfältigen pastoralen und administrativen Aufgaben dafür sorgen, dass Kirche in jeder einzelnen Gemeinde, in jedem Dorf, in jeder Stadt lebendig bleibt“. In der Tat müssen die Pfarreiratsmitglieder jetzt dafür sorgen, dass das Projekt „Kirchenentwicklung 2030“ in der Erzdiözese Freiburg mit der Zusammenfassung vieler kleinerer Einheiten zu wenigen großen ein Erfolg wird.

Online ist begehrt

Briefwahl ist bequem, eine Online-Wahl ist noch viel bequemer. Das hat die Pfarreiratswahl im Raum Hohenzollern gezeigt. Abgestimmt haben von 2111 Wählerinnen und Wählern 1143 online, 233 haben Briefwahl gemacht und 735 sind in die Wahllokale gegangen.