Ortschaftsratswahlen Hechingen: In Schlatt und Weilheim scheitern die Herausforderer
Sieg für die Platzhirsche, allenfalls Achtungserfolge für die Herausforderer: Auf diesen Nenner lassen sich die Ergebnisse der Ortschaftsratswahlen in denjenigen Hechinger Stadtteilen bringen, in denen es zwei miteinander konkurrierende Listen gab.
Richtungswechsel abgewehrt
In Weilheim wehrte Ortsvorsteher Gerd Eberwein mit seiner Liste „Wir für Weilheim“ den Angriff seiner Herausforderer Michael Zinnebner und Josef Wolf ab, die im Bunde mit der früheren Ortsvorsteherin Ingrid Riester einen „Richtungswechsel für Weilheims Zukunft“ ausgerufen hatten. Eberwein behauptete mit seiner Liste vier Mandate, die Opposition muss sich mit drei Sitzen begnügen. Wenn Eberwein seine Reihen im Griff hat, dürfte seine Wiederwahl zum Ortsvorsteher gelingen.
Interessant: Bei der Gemeinderatswahl hatte es Eberwein auf der Liste der Freien Wähler nicht geschafft, der am Hechinger Ratstisch seit Jahren etablierten Christdemokratin Ingrid Riester den Sitz streitig zu machen. Daheim in Weilheim gab es den Konter. Ingrid Riester schaffte nicht mal mehr den Einzug in den Ortschaftsrat.
Erstaunlliche 76,4 Prozent der Weilheimerinnen und Weilheimer haben sich an der Ortschaftsratswahl beteiligt. Eberweins Liste erhielt 55,9 Prozent der Stimmen, den Richtungswechsel wollten 44,1 Prozent.
Den neuen Ortschaftsrat bilden: Stimmensieger Gerd Eberwein (573), Viviane Kopf (185), Manuel Diaz Garcia (182) und Ewald Schneider (170) von der Liste „Wir für Weilheim“ sowie Michael Zinnebner (312), Timo Wolf (271) und Josef Wolf (235) vom „Richtungswechsel für Weilheims Zukunft“. Draußen bleiben müssen Sven Dieringer (126), Diane Ludwig (147), Ewald Schneider (170), Alice Endreß (109), Ingrid Riester (197) und Michael Keppler (164).
Schuler gegen Schuler
Der zweite Stadtteil, in dem ein Konkurrenzkampf tobte, ist Schlatt. Hier gewann Ortsvorsteher und CDU-Stadtrat Jürgen Schuler gleich doppelt gegen seinen Herausforderer Markus Schuler. Jürgen Schuler behauptete sowohl seinen Sitz am Hechinger Ratstisch als auch seine Ortschaftsratsmehrheit daheim im unteren Killertal. Seine Bürger-Union Schlatt holte 70,3 Prozent der Stimmen und damit fünf der sieben Sitze. Des Kreisjägermeisters „2. Liste für Schlatt“ musste sich mit 29,7 Prozent und zwei Sitzen begnügen. Das alles bei einer Wahlbeteiligung von 69,8 Prozent.
Den neuen Schlatter Ortschaftsrat bilden: Von der Bürger-Union: Enrico Milioto (372 Stimmen), Jürgen Schuler (353), Rick Schuler (328), Martin Schuler (264) und Nina Leimgruber (228); von der „2. Liste für Schlatt“: Markus Schuler (293) und Karolin Aulwurm (138).
Nicht geschafft haben es die Kandidaten Manfred Biffar (101), Jochen Schmid (221), Christoph Fikus (196), Markus Löffler (96), Sven Spindler (83), Nadine Jagric (99), Steffen Riescher (85) und Maik Saliger (70).
Stimmenkönig Otto Pflumm
Nach Mehrheitswahl gewählt wurde in den übrigen Stadtteilen, weil jeweils nur eine Liste antrat. In Stetten gehen alle sieben Sitze an das „Bündnis Stetten hat Zukunft“. Otto Pflumm, der mit satten 700 die meisten Stimmen holte, darf sich seiner Wiederwahl gewiss sein. Mit ihm schafften den Einzug ins Gremium: Simone Bulach (627), Uwe Stegmeier (625), Dr. Rolf Frankenberger (620) und Hannes Reis (482). Die beiden weiteren Sitze dürften an Albrecht Raible und Marc Wieder gehen. Weil beide nach der vorläufigen Auszählung je 413 Stimmen holten, muss der genaue Platz aber noch ausgelost werden.
Nicht geschafft haben es Thomas Bierbaum (401), Sven Neinhaus (310) und André Rosch (259). Die Wahlbeteiligung betrug in Stetten 63,6 Prozent.
In Stein, dem Stadtteil an der Starzel, formierten sich die „Steinemer Bürger“ zu einer Einheitsliste. Die sieben Sitze im Ortschaftsrat gehen an: Manuel Riecher (Stimmenkönig mit 352 Kreuzchen), Harald Oesterle (351), Karl-Anton Weinreich (342), Ortsvorsteher Harald Kleindienst (320), Simon Merk (300), Michael Braun (289) und Martin Pilat (267). Der undankbare achte Platz ging an Erkan Wölk (226). 68,9 Prozent der Bürgerinnen und Bürger aus Stein gaben ihre Stimme ab.
Sieben für Sickingen
Unterm Wasserturm machten sieben Kandidatinnen und Kandidaten der „Sickinger Liste“ die sieben Plätze unter sich aus. Gewählt wurden in dieser Reihenfolge: Roland Löffler (372 Stimmen), Stefan Beilard (354), Ortsvorsteher Siegbert Schetter (349), Andrea Bogenschütz (348), Andreas Bogenschütz (328), Andreas Willemßen (323) und Gebhard Daiker (312). Die Wahlbeteiligung betrug in Sickingen 58,4 Prozent.
Ähnlich das Bild in Boll: Die „Bürgerunion“ der amtierenden und zur Wiederwahl bereiten Ortsvorsteherin Meta Staudt holte sich alle sieben Sitze. Meta Staudt selber wurde mit 589 Stimmen klare Siegerin. Mit ihr bilden das neue Gremium: Annette Hähn (528), Bernd Hoch (527), Jörg Schumacher (519), Lisa Kohler (514), Armin Hähn (503) und Peter Hermle (458). Die Wahlbeteiligung in Boll: 69,8 Prozent.
Der kleinste Stadtteil Beuren hatte als Erster ausgezählt. Den neuen Ortschaftsrat werden die sieben Kandidatinnen und Kandidaten der „Beurener Liste“ bilden, die als einziger Wahlvorschlag 98,6 Prozent der Stimmen erhielt.
Zur Stimmenkönigin machten die Beurenerinnen und Beurener die Kandidatin Tanja Saile, die 95 Kreuzchen erhielt. Auf Platz 2 folgt Jens Bogenschütz mit 86 Stimmen knapp vor der früheren Ortsvorsteherin Diana Chiaramonte (85). Daniel Dingeldey holte 82 Stimmen. 71 gingen an Margarete Bischoff. Matthias Bastian und Susanne Bischoff liegen mit 67 Stimmen gleichauf, weshalb die genauen Plätze noch ausgelost werden müssen.
Alle Stimmzettel gültig
Von 162 Wahlberechtigten haben 105 ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 64,8 Prozent. Alle Stimmzettel waren gültig.
Ortsvorsteher Peter Gantner stand nicht auf dem Stimmzettel. Er hatte im Vorfeld der Wahl aber grundsätzlich seine Bereitschaft erklärt, unter bestimmten Bedingungen weiterhin als Dorfoberhaupt zur Verfügung zu stehen.
In Bechtoldsweiler trat als Einheitsliste das „Bürgerforum“, das dem amtierenden Ortsvorsteher Bernd Zimmermann stützt. Er fuhr mit 369 Stimmen das beste Ergebnis ein. Den neuen Ortschaftsrat bilden mit ihm Otto Wolf (349), Thomas Ling (330), Jonas Keßler (310), Rainer Reiber (287), Elke Jaumann (279) und Sonja Oesterle (277). Die Wahlbeteiligung lag in Bechtoldsweiler bei 73,0 Prozent.
Sämtliche Ergebnisse sind noch vorläufig und müssen vom Gemeindewahlausschuss bestätigt werden, der am Mittwoch um 18 Uhr im Hechinger Rathaus tagt.



