Neues Buch über die Schwäbische Alb
: Jürgen Meyer führt zu Quellen und Wasserfällen

Wer noch auf der Suche nach einem Ostergeschenk ist, frage nach Jürgen Meyers neuem Werk „Wasser erleben“. Der HZ-Autor stellt erstmals überhaupt Quellen, Wasserfälle und Feuchtgebiete vor.
Von
swp
Hechingen
Jetzt in der App anhören
  • Preisfrage: Wer kennt den Weilerbach oberhalb von Hausen im Killertal und dessen Wasserfall? Das neue Meyer-Buch stellt auch ihn vor.

    Preisfrage: Wer kennt den Weilerbach oberhalb von Hausen im Killertal und dessen Wasserfall? Das neue Meyer-Buch stellt auch ihn vor.

    Jürgen Meyer
  • Von ihm wissen wahrscheinlich nur wenige Leute: Ein versteckter Quellsee unterhalb des Mössinger Bergrutsches.⇥

    Von ihm wissen wahrscheinlich nur wenige Leute: Ein versteckter Quellsee unterhalb des Mössinger Bergrutsches.⇥

    Jürgen Meyer
  • Jürgen Meyer ist Journalist, HZ-Korrespondent und Buchautor.

    Jürgen Meyer ist Journalist, HZ-Korrespondent und Buchautor.

    Archiv
1 / 3

Lebensadern in Gefahr: Der Journalist Jürgen Meyer hat die Gewässer der Alb erstmals in einem Ausflugsführer zusammengestellt.

Die Menge macht‘s: Fließt zu viel Wasser von der Schwäbischen Alb ins Vorland ab, kann es zerstörerische oder gar tödliche Folgen haben. Zu wenig und gar kein Wasser aber auch. Am liebsten sind einem deshalb gemäßigte Verhältnisse, idealerweise friedlich dahinplätschernde Bäche und idyllische Gewässer. Die Klimaerwärmung wird unterm Strich die jährlichen Niederschlagsmengen nicht groß verändern, sondern deren Verteilung: Weniger Schnee wird einerseits zu mehr Hochwassern führen, andererseits wird es längere Austrocknungsphasen geben. Mit anhaltenden Folgen, wie man seit Jahren auch auf der Alb beobachten kann.

Besiegeltes Schicksal

Obwohl das schwäbische Mittelgebirge über einen geschätzten Trinkwasserspeicher von rund sechs Milliarden Liter verfügt, ist die Grundwasserneubildung rückläufig. Das Schicksal vieler seit Jahrhunderten als Wasserspender genutzten Hülen (Teiche) ist besiegelt. Wenn der Mensch nicht stetig gegen die Verlandungen vorgeht, werden sie aus dem Bild der Kulturlandschaft verschwinden. So wie viele Quellen, die mittelfristig versiegen, verlagert oder vom karstigen Untergrund einfach verschluckt werden.

Man nutze die Chance

„Noch ist Zeit, die Quellen der Alb zu erleben“, sagt Jürgen Meyer. Der Mössinger Journalist hat nach mehreren Geschichtsbänden und zuletzt einem Höhlenbuch nun einen anregenden Ausflugsführer zu den Gewässern der Alb verfasst, den es in dieser übersichtlichen Zusammenstellung noch nicht gab. „Wasser erleben“ heißt das rund 260 Seiten umfassende Taschenbuch. Der kompakte Band führt zu 101 Quellorten, Bächen und Hülen. Und zu nochmal so vielen, meist verborgenen und weniger bekannten Gewässern und Feuchtgebieten. Allesamt gelegen zwischen der Baaralb im Westen, der Zollernalb im Norden, dem Donautal im Süden und der Ulmer Alb im Osten. Das Bändchen umfasst alle bedeutenden Wasserfälle, Seen, Moore und Geotope. Außerdem die schönsten Sinterterrassen und eine Auswahl kulturhistorischer Plätze.

Beschreibungen und GPS-Daten

Das kompakte Buch mit leicht verständlichen Informationen zu jedem mindestens auf einer Doppelseite vorgestellten Ausflugsziel macht Lust auf bisher Unbekanntes. Exakte Wegbeschreibungen für die klassischen, GPS-Daten für die modernen Tagestouristen, die in einem eher kurzen Zeitraum viel Besonderes erleben wollen, helfen dabei. Und zwar zu jeder Jahreszeit.

Wer kennt den Heiligenbach?

Der Führer zu den Naturdenkmälern ist thematisch von West nach Ost gegliedert und hat zwei Übersichtskarten. Jürgen Meyer stellt fast alle Ursprünge der Neckar- und Donauzuflüsse vor. Natürlich sind die zoller’schen Flüsse wie Fehla, Lauchert und Starzel, die jeder kennt, mit dabei. Aber, mal ehrlich, wer weiß auf Anhieb zu sagen, wo der Heiligenbach herkommt, der seit Jahrtausenden daran arbeitet, den Dreifürstenstein – dem Zollerberg gleich – von der Albhochfläche abzutrennen. Überhaupt ist in dieser Ecke einiges im Fluss. Salmendingen hat oft die Finger im Spiel: verschüttet mit dem Bergrutsch die Quelle des Buchbachs, muss sich gegen die Talheimer behaupten, die den Wasserfall des Wangenbachs für sich reklamieren und mischt beim Steinlach-Ursprung mit.

Weites Einzugsgebiet

Gleich drei Quelltäler kämpfen mit der Lauchert im von Höhlen durchzogenen porösen Untergrund um das Einzugsgebiet. Irgendwann wird die Woog mit dem Märzenbronnen als neue Lauchert-Quelle einspringen müssen. Anderseits ist da die Erpf, die oberhalb von Stetten unter Holstein einmal einen riesigen See gespeist hat, und weiter unterhalb führt der Hausener Bröller über 500 Meter tief in den Berg.

Zahlreiche Trockentäler auf der Zollernalb machen deutlich, wie viele Bäche es einst gegeben hat. Eines fernen Tages wird sogar die Alb verschwunden sein – vom Wasser, aus dessen Ablagerungen sie aufgebaut wurde, gänzlich wieder abgetragen.

Das Trio ist komplett: Die dritten 101 Glanzlichter

Daten „101 Highlichts „Wasser erleben“ ist am 14. März beim Reutlinger Verlag Oertel+Spörer erschienen. Der Banbd hat 256 Seiten, zwei doppelseitige Übersichtskarten, GPX-Koordinaten und ist durchgehend bebildert. Listenpreis: 22 Euro. ISBN 978-3-96555-164-0. Es gibt zwei Vorgänger mit 101 Higlights von Jürgen Meyer: „Schwäbische Alb“ widmet sich den Landschaften, „Albhöhlen“ umfasst Bekanntes und Unbekanntes.