Neubaugebiet Killberg IV
: Erstes Haus wird gebaut: Müssen die Leute im nächsten Winter frieren?

Hechingens Vorzeigebaugebiet auf dem Killberg steht nach langem Bangen inzwischen hoch im Kurs bei Bauinteressenten. Aber hält auch die Infrastruktur mit?
Von
Ernst Klett
Hechingen
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Hier wird mit regionalen Firmen gebaut! Im Aprikosenweg des Baugebiets "Killberg IV" ist das erste Einfamilienhaus am Start: Die Pflöcke sagen dem Baggerfahrer, wo er lang muss. Der Fortschritt der Wärmeversorgung war jetzt Thema im Gemeinderat.

Hier wird mit regionalen Firmen gebaut! Im Aprikosenweg des Baugebiets "Killberg IV" ist das erste Einfamilienhaus am Start: Die Pflöcke sagen dem Baggerfahrer, wo er lang muss. Der Fortschritt der Wärmeversorgung war jetzt Thema im Gemeinderat.

Ernst Klett
  • Auf dem Neubaugebiet "Killberg IV" in Hechingen wird das erste Haus gebaut.
  • Baustart im Aprikosenweg, Infrastruktur und Energieversorgung im Fokus.
  • Stadtrat Fischer fragt wegen Heizversorgung im Winter nach, Stadtwerke beruhigen.
  • Geothermie sorgt zunächst für Wärme, Fernwärme folgt.
  • Stadtwerke Hechingen versprechen rechtzeitige Fertigstellung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Beim oben abgebildeten Bauplatz, der bei den Einfamilienhäusern die Nummer 1 sein wird, könnte es gewisse Risiken geben: Ist's wirklich der richtige? Allerdings versichert die HZ, am Mittwoch fast alle Straßen abgefahren und sehr achtsam gewesen zu sein. Der Aprikosenweg im "Killberg IV" sollte es also sein. Dass dort vielleicht der Bürgermeister zum Richtfest kommt, weil es das erste Haus sein dürfte, das bezogen wird, darauf deuten die rotgetupften Holzpflöcke hin. Die geben gemeinhin dem Baggerfahrer Auskunft, wo er die Baugrube ausheben muss. Außerdem prangt am Aprikosenweg das Werbebanner eines bekannten Hausbau-Unternehmens aus dem Hohenzollerischen. Auf dem Killberg wird zumindest zum Auftakt also regional gebaut. Gleich ums Eck wirbt eine ebenso bekannte Firma aus Jungingen. Nummer 2 lässt schon grüßen.

Nach etwas langem Zögern stehen die Bauherren und -frauen (!) mittlerweile ganz offenkundig auf das bundesweit ziemlich einmalige Neubaugebiet oberhalb des Hechinger Bahnhofs. Die allgemeine Wirtschaftsschwäche, Krisen, Inflation und hohe Kosten wegen Materialknappheit - da kam zu viel zusammen, als dass sich alles ungebremst auf die herrlich gelegenen Bauplätze gestürzt hätte. Jetzt aber klappt es mit der Vermarktung. Das gilt für die großen Mehrfamiliengebäude an der Tübinger Straße wie auch für die Einfamilien- und Doppelhäuser weiter in Richtung Etzental.

Eine bange Fischer-Frage

Aber hält das neu erwachte Interesse auch wirklich stand mit dem restlichen Ausbau der Infrastruktur? Mit dieser bangen Frage konfrontierte Stadtrat Jürgen Fischer die Stadt zum Finale der Sitzung des gemeinderätlichen Betriebsausschusses. Der SPD-Fraktionschef: "Da baut schon jemand, und die Leute werden auch eine Heizung brauchen!" Wie nicht nur Eingeweihte wissen, wird im Areal "Killberg IV" ausschließlich mit erneuerbaren Energien für Wärme und Warmwasser gesorgt, und das auf dem Wege der Fernwärmeversorgung. Kann es sein, dass die Stadtwerke Hechingen, die mit ihrem Speicherbecken, den Photovoltaikflächen und der Erdwärme deutschlandweit für Aufsehen sorgen, beim Ausbau hinterherhinken? Müssen die Leute im nächsten Winter also frieren? Oder gar die elektrischen Heizöfen anwerfen, um damit horrende Stromkosten zu haben?

Die Stadtwerke sind bereit

Markus Friesenbichler hat sich auf Jürgen Fischers Anfrage hin entspannt zurückgelehnt. Weit gefehlt, ließ der Stadtwerke-Betriebsleiter wissen. Friesenbichler: "Die Heizzentrale wird bereit sein!" Zwar wird offenkundig in der ersten Zeit nicht das volle Programm drin sein, aber CO₂-neutral wird es allemal sein: Für Hitze in den Häusern sorgt zunächst allein die Geothermie. Der nächste Winter sei kein Problem, versichert der Stadtwerke-Chef.

Die Fischer-Anfrage führt nicht allein zur allgemeinen Beruhigung. Die Nachricht, dass alles kuschelig sein wird in den neuen Häusern soll außerdem bei der städtischen Werbung fürs Neubaugebiet inbegriffen sein.