Nachtumzug Rangendingen: Bunt trieben es die Maskierten beim Narrentreffen der Jägi
Was will man mehr? Die Rangendinger Fasnet ist am Freitag mit dem Heimatabend „Fasnet wie sie früher einmal war“ und dem gigantischen Nachtumzug am Samstag in die Gänge gekommen.
Bei beiden Veranstaltungen passten die Besucherzahlen. Nur das Bühnenprogramm bei der Saalfasnet wäre ausbaubar gewesen. „Die Beteiligung der Vereine am Programm schwächelt ein bisschen“, kommentierte Jägen-Zunftmeister Hansi Schilling den trotzdem geglückten Heimatabend, der bei der letztjährigen Fasnet nach über zehnjähriger Pause wiederbelebt wurde.
Mehr als 400 Gäste feierten in der Halle mit
Zum Feiern in die Turn- und Festhalle kamen mehr als 400 Närrische. Wie immer wurde der Heimatabend, wie Zunftmeister Schilling sagte, „von Rangendingern für Rangendinger“ gestaltet, was aber nicht heißt, dass auswärtige Gäste nicht willkommen sind.
Von den örtlichen Vereinen anwesend waren: der Sängerbund, der Schützenverein, der Musikverein, die Hauburgband, die DLRG, der Obst- und Gartenbauverein, der Sportverein, die Mönchsgrabenhexen, die Original Rangendinger Alemannen, die Musikkapellen Höfendorf und Bietenhausen sowie die neu gegründete Apollonia-Hexengruppe in Begleitung der Lumpenkapelle „D’Schugger“. Daneben waren auch private Cliquen in Kostumen vertreten: Im alten grünen Vereinscup-Fußballtrikot präsentierte sich der Jägenrat. Beim Aufräumen der Zunftscheune sei man, so Hansi Schilling, zufällig auf die Trikots gestoßen.
Hansi als alter Knacker
Durchs Programm führte der Zunftmeister höchstpersönlich – in der Figur eines gebrechlichen und schmerzgeplagten älteren Herren. Jägen-Ehrenvorsitzender Stefan Eggenweiler nahm als Vogelscheuche in seiner Büttenrede das Ortsgeschehen auf die Schippe – so den Erbe-Neubau, „der wegen seiner prachtvollen Größe nicht ins Industriegebiet passt“; weiterhin die Ortsmitte, die wegen der reduzierten Öffnungszeiten einzelner Geschäfte und Lokalitäten unter der Woche „fast wie ausgestorben“ sei; den Kauf des Gebäudekomplexes der Bäckerei Mesam durch die Gemeinde, „damit es weiter Brezeln und Kuchen gibt“; die Parksituation beim Stausee sowie den Festplatz und Bauplatzmangel.
Auf die Bühne geschickt hat die Narrenzunft außerdem die feschen Mädchen der drei eigenen Garden. Sie boten Showtänze vom Feinsten – mal als zündende Raketen, mal als Indianer und mal als Bierdosenherstellerinnen.
Übers Parkett zischten auch die Fliegenpilze vom Obst- und Gartenbauverein. Die sechs Frauen und zehn Männer von den „Black Diamonds“ vom Sportverein lieferten dann als die „Rangdengcity-Flighters“ in Fliegerkluft ebenfalls einen Showtanz ab. Flotte Fasnetsmusik steuerten Lumpen- und Musikkapellen bei, wie auch die Partyband „Nachtsound“ aus Bittelbronn.
Nur der Auftakt für den großen Nachtumzug
Doch das war nur der Auftakt: Am Abend darauf folgte der Nachtumzug. Eisige Temperaturen machten den Jägen und ihren Gästen nichts aus. Die Narren brachen das Eis und heizten die Stimmung auf den Straßen an.
Mehrere Hundert Zuschauer erlebten eine über einstündige schaurig-schöne Parade mit sehr, sehr vielen Hexen, bei denen es rauchte und – das Wort sei verziehen – stank!
Eine Hexengruppe hatte sogar Sexspielzeug dabei. Manche gruselige Gestalten trieben Schabernack mit den Zuschauern. Der eine oder die andere wurde etwa spontan zu einem Tänzchen aufgefordert oder musste für kurze Zeit auf einen Schuh oder seine Mütze verzichten. Mädchen landeten auf den Schultern der Hexen.
Noch lange nicht Schluss
Nach dem Umzug war noch lange nicht Schluss. In der Festhalle, im Partyzelt auf dem Schulhof und in der Ortsmitte, wo die Rangendinger Vereine Verpflegungsstände aufgebaut hatten, bewiesen bei der Kälte die Narren und Zuschauer Ausdauer.
Fasnet
Zweitausend Hästräger in 54 Gruppen gestalteten den 13. Rangendinger Nachtumzug. Die Zünfte kamen überwiegend aus der Region. Den weitesten Anfahrtsweg hatten die „Schafberg-Meckerer“ aus Schaffhausen.






