Durch den Brand des Reifenlagers der Gammertinger Firma Reifen Göggel war es über das Firmenareal hinaus, auch in umliegenden Gemeinden, zu Rußablagerungen verschiedenster Art gekommen. Auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Burladingen waren zu Aufmerksamkeit aufgerufen worden. An Stellen, an denen sich die schwarzen Partikel besonders zeigten, wurden Proben entnommen. Neben dem Brandort selbst waren dies mehrere Stellen auf der Gemarkung Gammertingen – vom angrenzenden Wohngebiet bis zu einzelnen Teilorten – sowie in den angrenzenden Gemeinden Neufra und Hettingen.
Das Landratsamt Sigmaringen beauftragte umgehend ein Labor mit der Untersuchung dieser Partikel. Untersucht wurde auf besondere Schadstoffe, die sich bei solchen Verbrennungsvorgängen bilden können. Dazu gehören besondere Kohlenwasserstoffverbindungen, Dioxine und Furane sowie Schwermetalle. Über die Ergebnisse der Untersuchungen informierte am Dienstag das Landratsamt Sigmaringen.

Analyseergebnisse geben Entwarnung

„Die Analyseergebnisse außerhalb des Firmenareals zeigen keine Auffälligkeiten. Die Werte liegen im Bereich einer Grundbelastung, die grundsätzlich besteht und regelmäßig auch ohne Brandgeschehen feststellbar ist,“ gibt Adrian Schiefer, Leiter des Dezernats Bau und Umwelt, grundsätzlich Entwarnung. Schiefer zeigt auf, dass die Proben nach dem Wirkungspfad Boden – Mensch auf die sensitivste Nutzung beispielsweise einer Kinderspielfläche geprüft wurden und die Ergebnisse weit unter den Grenzwerten, teils sogar unter der Nachweisgrenze liegen.

Dioxine und Furane unauffällig

„Bei den Probenentnahmen außerhalb des Brandortes lassen sich keine Unterschiede feststellen. Dies deutet darauf hin, dass es zu keiner bedeutsamen Schadstoffaustragung über den Brandort hinaus kam. Auch die Analysen auf Dioxine und Furane liegen mit maximal 4 ng/kg (Nanogramm pro Kilogramm) weit weg vom Grenzwert, der bei 100 ng/kg liegt. Vergleichbare Verhältnisse ergeben sich auch für alle anderen gemessenen Schadstoffe“, schließt der Umweltdezernent seine fachliche Einschätzung ab.

„Keine Auffälligkeiten im Trinkwasser“

Unabhängig von diesen Messungen wurden vorsichtshalber auch Löschwasser- und Trinkwasseruntersuchungen vorgenommen. Auch hier, so heißt es, seien keine Auffälligkeiten entdeckt worden. Ausgehend von den Analyseergebnissen kann somit eine Beeinträchtigung von Mensch, Tier und Pflanzenwelt ausgeschlossen werden.

Und am Brandort selbst?

Der Brandort selbst auf dem Firmenareal der Firma Reifen Göggel sei dagegen erwartungsgemäß mit einzelnen Schadstoffen belastet, teilt das Landratsamt mit. Die dort gebundenen Schadstoffe würden mit dem Brandschutt fachgerecht entsorgt.

Empfehlungen zum weiteren Umgang mit Rußablagerungen

Auch die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. med. Susanne Haag-Milz, zeigt sich ein Stück weit erleichtert: „Es war richtig, bis zur Abklärung einer eventuellen Gesundheitsgefährdung durch die Rußpartikel Vorsichtsmaßnahmen zu empfehlen. Mit den nun vorliegenden Ergebnissen können wir die Empfehlungen konkretisieren.“
Im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes werden in Abstimmung mit dem Verbraucherschutz für mit Ruß behaftete Flächen weiter folgende Hinweise gegeben:

Gemüse waschen oder vorsichtshalber entsorgen

► Gartengemüse und -obst kann nach üblicher Vorbehandlung (gründlich mit Warmwasser waschen/schälen) verzehrt werden. Schlecht abwaschbare Pflanzen (wie zum Beispiel Kräuter) mit deutlichen Rußablagerungen sollten vorsorgehalber über den Restmüll entsorgt werden.
►Kinderspielflächen und –spielgeräte von abgelagerten Rußpartikeln säubern. Glatte Oberflächen können mit haushaltsüblichen Reinigungsmitteln abgewischt werden. Sichtbar verunreinigte Spielsandschichten sollten vorsichtshalber ausgetauscht werden. (Hintergrund ist, dass bei der Nutzung von Spiel- und Sportflächen und hier insbesondere bei Sandkästen davon auszugehen ist, dass Gegenstände/ Sand von Kleinkindern auch in den Mund genommen werden. Daher ist hier grundsätzlich besondere Vorsicht angebracht.)

Weitere Fragen?

Bei Fragen aus der Bürgerschaft über die Hinweise hinaus können sich die Bürgerinnen und Bürger mit dem Betreff „Brandfall Göggel“ an folgende Mailadresse wenden: umweltmeldung@lrasig.de