Es ist ein Garant für Qualität und beeindruckendes musikalisches Niveau, das mehr als fünf Jahrzehnte nach seiner Gründung von Musikkennern hoch geschätzt wird: das Balinger Barockensemble, bestehend aus Elfriede Dold (Querflöte), Friedrich Dold (Cembalo und Blockflöte) aus Balingen und Hubert Weinundbrot (Fagott) aus Stein.
In der Hechinger Johanneskirche sind die drei Musiker immer wieder gern gesehene Gäste, denn bei jedem ihrer zahlreichen Auftritte gelingt es ihnen, ihr Publikum mit tonalen Kostbarkeiten und musikalischen Raritäten zu überraschen, die sie aus der Schatzkiste der barocken Kompositionen zutage gefördert haben. Dementsprechend groß war am Sonntag die Freude bei Pfarrer Frank Steiner, der das Trio im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde in Hechingen begrüßte.
Diesmal wartete das Ensemble mit einem anspruchsvollen Programm auf, das neben einigen grazilen Perlen der französischen Barockmusik auch höchst interessante Werke aus der Klassik und Romantik beinhaltete. Zum Auftakt erklang die variantenreiche „Suite A-Dur op. 6 Nr. 1 für Flöte und b.c. (Cembalo mit Fagott)“ aus der Feder des französischen Gambisten und Komponisten Louis de Caix d’Hervelois (um 1680-1760), die die drei Musiker in perfekter Harmonie zum Vortrag brachten.
Dem folgte die „Sonatina a-moll für Fagott und b.c. (Cembalo)“ des großen Georg Philipp Telemann (1681-1767), der die Musikwelt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch neue Impulse, sowohl in der Komposition als auch in der Musikanschauung, maßgeblich prägte. Friedrich Dold am Cembalo und Hubert Weinundbrot am Fagott bestachen hier durch ihr fein nuanciertes Zusammenspiel, bevor Dold bei Telemanns „Fantasie für Cembalo solo Nr. 6 g-moll“ im lebhaften „Vivace“ und dem melodiösen „Cantabile“ sein meisterhaftes Können demonstrierte und dabei alle Facetten seines Instruments aufzuzeigen vermochte.
Dem in nichts nach stand Elfriede Dold, die bei den beiden Stücken „Bergère captive“ und „Jade“ aus Pierre Octave Ferrouds (1900-1936) „Trois pièces pour flûte seule“, wunderbar filigrane Querflötentöne durch den weiten Kirchenraum schweben ließ. Klassisch und besonders reizvoll war das Zusammenwirken der beiden zu hörenden Instrumente beim „Allegro moderato“ aus dem „Duo C-Dur op. 21/1 für Flöte und Fagott“ des französischen Komponisten François Devienne (1759-1803), bei dem Hubert Weinundbrot den sonoren Klang seines Fagotts, feinfühlig abgestimmt mit der Flöte, gekonnt zur Entfaltung brachte.
Als etwas „besonders Hübsches“ wurde im Programm Joseph Haydns (1732-1809) „Londoner Trio C-Dur Hob. IV:1 für zwei Querflöten und Cello, eingerichtet für Altblockflöte, Querflöte und Fagott“ tituliert. Und diese Bezeichnung sollte nicht zu viel versprechen. In der lyrischen Melodik dieser Komposition entfaltete sich eine virtuose Kommunikation zwischen den Instrumenten, die sich zu einem wahren Hörgenuss aufschwang. In dem heiteren Spielgefühl, das sich dabei ausbreitete, wurden die Leichtigkeit und das Sprudelnde in der Klassik erfahrbar.
Zum Abschluss des Konzertes widmeten sich die drei Musiker wieder der Zeit des Barock und brachten mit der „Triosonate D-Dur op. 37/3 für Querflöte, Fagott und b.c. (Cembalo)“ eine facettenreiche Komposition des großen französischen Meisters Joseph Bodin de Boismortier (1689-1765) zur Aufführung.
Viel Applaus war der verdiente Lohn für die drei Musiker, die sich nicht ohne Zugabe von ihrem Publikum verabschiedeten und bei denen sich Pfarrer Frank Steiner mit kleinen Geschenken für einen klangvollen Konzertabend bedankte.