Müllproblem in Jungingen
: Bürgermeister lässt Kleidercontainer umstellen

Es kam zu unerwünschten Ablagerungen im Außenbereich. Künftig stehen die Container unter Beobachtung. Das eigentliche Problem ist damit nicht behoben.
Von
SWP
Jungingen/Hohenzollern
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Container in Jungingen Hohenzollern Müllproblem

So sah es bis vor Kurzem beim Netto-Markt Jungingen aus. Die Container wurden inzwischen auf Gemeindegrund verlagert, die Stelle aufgeräumt.  Das Problem der falschen oder illegalen Müllentsorgung bleibt bestehen und wird auch Jungingen weiter beschäftigen, ist sich Bürgermeister Oliver Simmendinger leider sicher.

Privatfoto
  • Jungingen verlagert Altkleidercontainer wegen illegaler Müllablagerungen auf Gemeindegrund.
  • Der Bauhof entfernt regelmäßig Müll – Kosten trägt die Gemeinde, Sicherheit steht im Fokus.
  • Bürgermeister Simmendinger beklagt zunehmende illegale Müllentsorgung auch im ländlichen Raum.
  • Videoüberwachung der Container scheitert an rechtlichen Hürden, Beobachtung der neuen Stelle geplant.
  • Müll am Netto-Markt entfernt, Ortsbild in Jungingen wiederhergestellt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nicht erst seit gestern, erreichen die Gemeindeverwaltung Jungingen, Zollernalbkreis, immer wieder Beschwerden, über den Müll rund um die Altkleider-Container gegenüber vom Netto-Supermarkt an der B 32. „Da die Container allerdings nicht auf öffentlicher Fläche, sondern auf einem privaten oder gewerblichen Grundstück stehen, wurde bislang von Aufräumarbeiten abgesehen“ – heißt es in einer Mitteilung des Rathauses. Anders als beim alten Bauhof oder bei der Turn– und Festhalle, wo der Bauhof der Gemeinde jeden Freitag unterwegs sei, um illegale Müllabladungen zu entfernen und rund um die Container für Ordnung zu sorgen.

„Die traurige Wahrheit – der Bauhof wird auch jede Woche fündig“, sagt Bürgermeister Oliver Simmendinger. Die Entfernung gehe zwar auf Rechnung des Steuerzahlers, aber sei dennoch im Sinne der Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern.

Landauf, landab, auf Landes- und Bundesebene wie auch im Junginger Gemeinderat habe man das Thema Müll in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder diskutiert. „Was kann man tun?“, fragt Simmendinger. „Für die Container gegenüber des Netto ließ der Gemeinderat der Verwaltung freie Hand. Diese kontaktierte zunächst die Eigentümer des Grundstücks, die bestätigten, dass in Bezug auf die Container, keine weiteren vertraglichen Verpflichtungen bestehen und man sich in alle Richtungen offen zeige. Das DRK zeigte sich ebenfalls offen und gesprächsbereit.“

Müllablagerungen Jungingen Hohenzollern entfernt

Aufgeräumt präsentiert sich die Stelle, nach die Mitarbeiter des Bauhofes zu Werke schritten.

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Daraufhin, heißt es in der Mitteilung weiter, habe Bürgermeister Simmendinger entschieden, die Container an der Turn– und Festhalle aufzustellen und die Situation dort weiter zu beobachten. „Das Problem der illegalen Müllentsorgung besteht im Grunde überall in Deutschland. Wie traurig, dass dieses Verhalten mittlerweile auch zu uns aufs Land übergeschwappt ist und so sehr Überhand nimmt. Wir haben sogar schon am helllichten Tage Menschen beim Müll-Ausladen erwischt, ja geht es noch dreister?“, fragt der Gemeindechef.

Videoüberwachung nicht so einfach möglich

Deshalb gebe es durchaus Gedanken und bereits Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen in Bezug auf Kameraüberwachung. „Leider sind die rechtlichen Hürden an dieser Stelle recht hoch, weshalb wir der neuen Situation an der Turnhalle zumindest eine Chance geben wollen. Ich verstehe allerdings jeden Bürger, der sich über die hässlichen Müllberge ärgert!“ Man nehme Hinweise entgegen, vorschnelle Vorwürfe an Gemeinde- und Stadtverwaltungen halte er allerdings für unangebracht, so Simmendinger. „Oft, wie in unserem Fall, sind den Kommunen die Hände gebunden, sei es aus rechtlichen, moralischen, personellen oder monetären Gründen. Die Entsorgungsmöglichkeiten von Müll sind heute besser denn je und in vielen Fällen kostenlos. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Holz-, Metallschrott oder Weißware in der Natur entsorgt werden.“

Der verbleibende Container, von dem bislang kein Betreiber ausfindig gemacht werden konnte, wurde auf dem Bauhofgelände abgestellt und kann dort abgeholt werden. Den Müll hat der Bauhof endgültig entfernt. Damit sei das ansonsten ordentliche Ortsbild von Jungingen auch im Bereich „Netto“ wieder vollends hergestellt.