Mordverdacht in Gauselfingen
: Asylbewerber nach Auto-Attacke auf Burladinger Baustelle angeklagt

Zwei Brüder sollen im Juni die Absicht gehabt haben, zwei Arbeiter im Burladinger Ortsteil Gauselfingen zu töten – davon geht die Staatsanwaltschaft Hechingen aus.
Von
Matthias Badura
Burladingen-Gauselfingen
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Geldauflage: ARCHIV - 16.08.2022, Mecklenburg-Vorpommern, Neubrandenburg: Ein Schild mit dem Schriftzug «Staatsanwaltschaft» steht auf einem Tisch. (zu dpa: «Staatsanwalt ermittelt wegen Paket aus Russland für 27 Euro») Foto: Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zwei Brüder aus der Ukraine hatten im Juni vor, Arbeiter auf einer Baustelle in Gauselfingen (Zollernalbkreis) umzubringen. So sieht es die Staatsanwaltschaft Hechingen.

Stefan Sauer/dpa
  • Zwei Brüder (20, 21) wegen versuchten Mordes in Gauselfingen angeklagt.
  • 21-Jähriger soll mit Auto gezielt auf Bauarbeiter zugefahren sein.
  • Später gemeinsamer Angriff mit Wagenheber und Feuerlöscher.
  • Ein Bauarbeiter schwer verletzt, ein anderer konnte ausweichen.
  • Beide Verdächtige in Untersuchungshaft, Herkunft der Täter unklar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Staatsanwaltschaft Hechingen hat gegen zwei Brüder im Alter von 21 und 20 Jahren – unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Mordes – Anklage vor dem Landgericht Hechingen erhoben.

Es geht um einen Vorfall, der sich im Frühsommer dieses Jahres in Gauselfingen, Zollernalbkreis, ereignete. Dem 21-jährigen ukrainischen Angeschuldigten wird vorgeworfen, am 24. Juni mit seinem Auto im Bereich einer Baustelle in dem Burladinger Ortsteil mit überhöhter Geschwindigkeit aufgefallen zu sein. Deshalb habe ihn einer von mehreren Bauarbeitern, die mit Kabelverlegung beschäftigt waren, aufgefordert, langsamer zu fahren.

Aus Ärger über diese Beanstandung seines Fahrstils soll der Angeschuldigte seinen Wagen zurückgesetzt haben und zielgerichtet auf zwei in der Baugrube beschäftigten Bauarbeiter im Alter von 24 und 19 Jahren zugefahren sein– um sie, so der Anklagevorwurf, zu töten.

Bei seinem Manöver sei der Angeschuldigte mit seinem Fahrzeug über die Baugrube geschanzt, heißt es in der amtlichen Pressemitteilung weiter. „Die beiden Arbeiter, die nicht mit einem Angriff rechneten, konnten sich nur durch einen Sprung zur Seite retten.“

Im Anschluss soll der 21-jährige Angeschuldigte die Örtlichkeit verlassen haben, kurz darauf aber mit seinem 20-jährigen Bruder zurückgekehrt sein, um den nun gemeinsam gefassten Plan, die Bauarbeiter zu töten, in die Tat umzusetzen.

Weiter habe der 21-jährige Angeschuldigte mit einem Wagenheber auf einen 30-jährigen Bauarbeiter eingeschlagen, während der 20-jährige Mitangeschuldigte mit einem Feuerlöscher auf den 19-jährigen Bauarbeiter einschlug. Beide hätten dabei bewusst auf die Köpfe der Bauarbeiter gezielt.

Erhebliche Verletzungen

Der 19-jährige Bauarbeiter konnte den Schlägen ausweichen, der 30-Jährige trug jedoch durch die Abwehr der Hiebe erhebliche Handverletzungen davon.

Die beiden Angeschuldigten machten bislang von ihrem Schweigerecht Gebrauch und befinden sich seit Ende Juni und Anfang Juli ununterbrochen in Untersuchungshaft. Untergebracht waren sie zum Tatzeitpunkt in der Asylunterkunft Gauselfingen. Weitere Personen, die zum Umfeld der mutmaßlichen Täter gehören, mussten das Heim inzwischen verlassen. Ob es sich wirklich um ursprünglich ukrainische Staatsangehörige handelt, wird im Gauselfinger Umfeld bezweifelt, dürfte sich jedoch im Verlauf der anstehenden Verhandlung herausstellen.