Mobilfunk im Zollernalbkreis: Das Telekom-Netz im Killertal ist früher wieder da!

Man beachte die Information links oben auf dem Bildschirmle dieses noch nicht vollständig historischen Handys: Kein Netz! Dies gilt für Telekom-Nutzer für das Killertal von Burladingen-Hausen bis Hechingen-Schlatt (und wohl auch Stetten bei Hechingen) seit Montag. Ab Freitagabend sollte das Netz wieder da sein. Aber die Abschaltung war schon am Donnerstagmorgen erledigt.
Ernst Klett- Kein Mobilfunknetz im Killertal: Telekom-Kunden betroffen, Ausfall seit Montag, Lösung bis Freitag erwartet.
- Wartungsarbeiten an zwei Sendestandorten (Hausen, Jungingen) – Modernisierung und Ausbau laufen.
- Betroffene können WLAN-Call aktivieren, Anleitung und Hotline-Support von der Telekom verfügbar.
- Kritik aus der Region: Keine Vorwarnung, Probleme bei Erreichbarkeit von Gemeindemitarbeitern.
- Telekom plant weitere Verbesserungen: 61 Standorte aktiv, 32 neue Sender bis 2026 im Zollernalbkreis.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Technisches Gerät hat zu funktionieren. Fertig und aus. Dumm nur, dass es immer mehr davon gibt in allen Lebensbereichen und beinahe ständig irgendetwas nicht funktioniert. Ein tropfender Wasserhahn kann einen in Depression oder wahlweise Aggression führen, wenn man das neue Gerät trotz einer ausgeprägten Baumarktphobie zwar gekauft hat, sich das tropfende Altgerät aber partout nicht abschrauben lässt. Und was ist, wenn das Handy den dritten Tag in Folge „Kein Netz“ meldet und in der logischen Konsequenz nicht funktionstüchtig ist?
Die Reaktion ist vom Menschentyp abhängig, kann man mutmaßen. Die meisten Leute werden an Tag 1 der „Kein Netz“-Meldung vermuten, dass es etwas Temporäres ist und notfalls auf andere Kommunikationsmöglichkeiten ausweichen. Am zweiten Tag dürften die ersten Skrupel aufkommen: Irgendwo mit den Wurstfingern drangekommen, etwas verstellt? Ja, richtig getippt, der Autor ist Boomer und benutzt Mobiltelefon nur widerwillig. An Tag 3, spätestens dann, wird zaghaft herumgefragt: Ist man denn das einzige netzlose Opfer, weil man nicht richtig mit dem Ding umgehen kann? Weit gefehlt! Es geht reichlich reihum! An Tag 4 kann korrigiert werden: Es ging (!) reichum: Das Netz ist wieder da!
Kritik aus Schlatt: ohne Vorwarnung!
Wehklagen mussten bis dahin ausschließlich Menschen, welche die Telekom als Mobilfunkanbieter nutzen. Und das auch nur gezielt im Killertal. Der weiße Fleck ohne Mobilfunknetz war fest umrissen: Er reicht von oben, also Hausen, bis unten durch, also Schlatt. Ein HZ-Leser hat zudem erfahren, dass auch Hechingen-Stetten betroffen ist. Wer anderen Anbieter-Connections hat, konnte weiterhin mit dem Handy am Ohr durchs Killertalleben gehen. Der betreffende HZ-Leser, ein Schlattemer, hätte sich als Kunde übrigens eine Vorwarnung aufs Smartphone gewünscht. Eine bezaubernde Idee, die tagelange Selbstzweifel verhindert hätte!
Telefonzelle, was ist das?
Alle anderen mussten sich zu helfen wissen. Man konnte selbstredend daheim umschalten aufs hauseigene WLAN. Einige Klicks am Handy, und schon ist es erledigt. Verlässt man freilich die heimische Sendezone, ist das Netz wieder perdu. Sich ständig anderswo neu einwählen, das kann nerven. Gleichzeitig tritt ein, wovor die Allwissenden schon immer gewarnt haben: Es gibt keine öffentlichen Telefonapparate mehr!
Ortsbaumeister nur schwer erreichbar
Eine kleine Nachfrage bei der Gemeindeverwaltung Jungingen ergab, dass sich sogar dort schon Einwohner ohne Netz erkundigt hatten, was denn los sei. Ganz nach der Überzeugung, dass das heimische Rathaus alles wissen muss. Bürgermeister Oliver Simmendinger erklärte, dass man selbst betroffen war: Gemeinde-Handys, zum Beispiel das des Ortsbaumeisters und des Hausmeisters, werden ebenfalls von der Telekom bedient. Beide Mitarbeiter waren seit Montag nicht erreichbar, zumindest nicht per Handy. Das sei, so sagt Simmendinger, tatsächlich und teilweise schon ein Problem. Aber damit müsse man für diese Tage halt damit umgehen.
Es sollte nicht mehr allzu lange dauern. Ein HZ-Leser aus Schlatt war so tapfer und hatte sich bei der Telekom-Hotline gemeldet. Ergebnis: durchhalten bis diesen Freitag, 18 Uhr. So die Nachricht am Mittwoch. Die HZ hat bei der Pressestelle der Telekom in Bonn nachgefragt. Die Antwort kam sehr zeitnah und war umfassend. Ein Lob aus dem Hohenzollerischen ins Rheinland.
Nachbarstandorte bringen es nicht so
Es ist ganz einfach so, dass auch heutzutage noch analog herangegangen werden muss. Und zwar bei gleich zwei Mobilfunksendern, welche die Telekom im Bereich Killertal betreibt: dem Antennenstandort Hausen und dem Junginger. Dort wurde seit Montag geschafft in Sachen Wartung und Modernisierung. „Für Wartungsarbeiten findet sich leider nie der richtige Zeitpunkt“, bedauerte die Telekom. Die Kunden müssten deshalb mit Einschränkungen rechnen, „soweit benachbarte Standorte die Mobilfunkversorgung nicht mit übernehmen können“. Erlösung war in Sicht: Die Arbeiten sollten laut Presseauskunft voraussichtlich bis Ende der Woche abgeschlossen sein. Wenn da nicht eine kleine Diskrepanz deutlich wird mit der Auskunft der Kunden-Hotline! Dann aber stünden alle Dienste, im Killertal 2G, 4G und 5G, wieder ohne Einschränkungen zur Verfügung! Bis dahin galt: Die Telekom bedauert die Unannehmlichkeiten für ihre Kunden ausdrücklich. Aber auch dies hat sich nun seit Donnerstagmorgen erledigt.
Man aktiviere am Router und am Smartphone
Die Telekom gibt genaue Anweisungen, wie man daheim trotz Netzlosigkeit mit dem Handy telefonieren kann. Wir geben dies ungeschützt weiter, empfehlen aber aus eigener Erfahrung dringend, die Hände vom Router zu lassen. Aber jeder und jede, wie er und sie wollen. Bitteschön: „Unsere Kunden können weiterhin Ihre Smartphones nutzen, wenn bei vorhandenem Festnetzanschluss mit Internettarif der Dienst WLAN-Call genutzt wird. Dazu aktiveren unsere Kunden am Router das WLAN und am Smartphone die entsprechenden Einstellungen zum WLAN-Call. Fragen von Kunden zur Nutzung von Anrufen über WLAN beantwortet gerne unser Kundenservice. Unser Kundenservice ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 330 1000 erreichbar.“
Noch besserer Mobilfunk im Zollernalbkreis
Fast parallel zur Erklärung, wieso das Killertal momentan Telekom-netzlos ist, hat das Unternehmen eine Medieninformation veröffentlicht, um seine Präsenz im Bereich Zollernalb zu unterstreichen. Insgesamt 61 Standorte werden demnach im Landkreis betrieben, und 98 Prozent der Bevölkerung werden laut Mitteilung mit schnellem Mobilfunk versorgt. Ein Antennenstandort, der in Zimmern unter der Burg, wurde jetzt neu in Betrieb genommen, lässt die Telekom wissen, und an einem weiteren Standort wurde der Mobilfunk ausgebaut. Damit habe man die Abdeckung mit mobilem Internet im Zollernalbkreis weiter verbessert. In den nächsten drei Jahren sollen weitere 32 Standorte hinzukommen.

