Millionenprojekt Gymnasium Hechingen
: Öde Teerflächen werden zum Natur-Erlebnis-Raum

Neugestaltung nach den aktuellen ökologischen Maßgaben: Das städtische Gymnasium bekommt kräftig mehr Natur. Ein Bundesprogramm macht es möglich.
Von
red
Hechingen
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Noch wird geplant, aber das schon ziemlich realistisch: Statt der vielen asphaltierten Flächen soll es am Hechinger Gymnasium mehr Raum geben für die Natur.

Noch wird geplant, aber das schon ziemlich realistisch: Statt der vielen asphaltierten Flächen soll es am Hechinger Gymnasium mehr Raum geben für die Natur.

Thomas Jauch
  • Hechinger Gymnasium plant naturnahe Umgestaltung großer Asphaltflächen auf dem Schulgelände.
  • Bundesprogramm fördert 80 % der Kosten von rund 956.000 Euro, Stadt trägt 191.000 Euro.
  • Geplant sind Entsiegelung, Rückhalteräume für Regenwasser und eine naturnahe Bepflanzung.
  • Schüler wirkten in Workshops mit Modellen mit – Ziel ist besserer Wasserhaushalt und Aufenthaltsqualität.
  • Baubeginn soll im Sommer 2027 starten, vorbehaltlich der Beschlüsse des Gemeinderats.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viel Geld ist bislang in die Sanierung des Hechinger Gymnasiums geflossen. Jetzt wird auch der Außenbereich angepackt. Mithilfe eines Bundesprogramms und Eigenmitteln soll sich die Asphaltfläche zumindest teilweise wandeln. Der Regen spielt dabei eine zentrale Rolle. Zum einen sind es die Trockenheit und Versiegelung, also eigentlich der Wassermangel, zum anderen die zunehmende Gefahr durch Starkregenereignisse, die Sorgen bereiten.

Rund 100.000 Quadratmeter werden umgestaltet

„Entsiegelung und naturnahe Gestaltung Gymnasium Hechingen“ heißt das Projekt, das Dr. Gabriele Lamparter, die Leiterin des städtischen Eigenbetriebs Entsorgung, quasi an Land gezogen hat. Annähernd 100.000 Quadratmeter sollen rund um die Schulgebäude in einen „Natur-Erlebnis-Raum“ umgestaltet werden, und zwar durch Entsiegelung, die Herstellung von Rückhalteräumen für das Regenwasser und eine naturnahe Außengeländegestaltung.

Kosten soll die Maßnahme rund 956.000 Euro. Dazu trägt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verbraucherschutz im Rahmen des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ mit Fördermitteln in Höhe von 80 Prozent bei, das sind rund 765.000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei 191.000 Euro.

Derzeit laufen die Vorplanungen für das Projekt. Diese sehen auch die Mitwirkung der Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums vor. In der vergangenen Woche waren an zwei Tagen insgesamt 50 Jugendliche damit beschäftigt, ihre Vorstellungen von einem naturnahen Schulgelände umzusetzen, und zwar in Karton-Landschaftsarchitekturmodellen.

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Der Unterschied zwischen dem derzeitigen Zustand und der erhofften Zukunft macht es deutlich: Am Gymnasium Hechingen kommt bislang die Natur zu kurz.

Der Unterschied zwischen dem derzeitigen Zustand und der erhofften Zukunft macht es deutlich: Am Gymnasium Hechingen kommt bislang die Natur zu kurz.

Thomas Jauch
„Alter, das macht richtig Spaß.“
Schüler-Kommentar
Am Gymnasium wird experimentiert, wie für mehr Natur gesorgt werden könnte.

Da die Anzahl der teilnehmenden Schüler begrenzt war, mussten sich diese auf einen der Plätze bewerben, und so wurden schon mit der Bewerbung Ideen gesammelt, durch die Klassenstufen hinweg. Im Klassenzimmer ging es dann richtig los. Mit Unterstützung von Meike Paasch, einer der Projektplanerinnen, wurde mit unterschiedlichsten Materialien experimentiert. Ein Schülerkommentar: „Alter, das macht richtig Spaß.“

Gut für Wasserhaushalt und Aufenthaltsqualität

Der Planerin und den Schülern über die Schultern schauten Betriebsleiterin Gabriele Lamparter und Joachim Schulz vom Team der Schulleitung. Dass der Schulhof mehr naturnahes Grün braucht, ist nicht zu übersehen. Vor allem die Trockenheit der letzten Monate hat der aktuellen Bepflanzung zugesetzt, die versiegelten Flächen sind zudem sehr groß. Da sehen die Planer viel Potenzial, um den Wasserhaushalt und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Das Team der neuen Natur am Gymnasium mit ,sitzend vorne,  links: Planerin Meike Paasch und Gabriele Lamparter, Leiterin des Eigenbetriebs Entsorgung, Mitte hinten: Lehrer Joachim Schulz, Mitglied des Schulleitungsteams.

Das Team der neuen Natur am Gymnasium mit ,sitzend vorne, links: Planerin Meike Paasch und Gabriele Lamparter, Leiterin des Eigenbetriebs Entsorgung, Mitte hinten: Lehrer Joachim Schulz, Mitglied des Schulleitungsteams.

Thomas Jauch

Der naturnahen Bepflanzung und Gestaltung, in der sich die Schüler üben, stehen (unterirdische) Bauwerke gegenüber, die das Oberflächen- und Dachregenwasser sammeln und zurückhalten beziehungsweise zur Bewässerung der Vegetation nutzbar machen sollen, wodurch das Kanalnetz entlastet wird. Und zudem soll das Wasser dem geologischen Untergrund helfen. Der besteht nämlich aus dem gefürchteten „Lias Epsilon“. Dieses Gestein quillt auf, wenn es austrocknet, und sorgt für Risse in den Gebäuden.

So geht es jetzt weiter

Der Zeitplan für das Gesamtprojekt sieht vor, entsprechende Vergabebeschlüsse des Gemeinderats vorausgesetzt, dass die Umsetzung im Sommer 2027 beginnen kann. Dabei gilt es insbesondere, die großen Tiefbauarbeiten sinnvoll auf den Schulbetrieb abzustimmen.