Medizintechnik in Hechingen
: Bentley drängt mit neuem Partner auf den US-Markt

Der führende Stenthersteller Bentley aus Hechingen arbeitet jetzt mit dem globalen Medizintechnikunternehmen Terumo Aortic zusammen, um mit seinem Spitzenprodukt auf dem US-Markt Fuß zu fassen.
Von
swp
Hechingen
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Sie freuen sich auf die Zusammenarbeit: Bentley-CEO Sebastian Büchert (links) und Erik Pomp, der CEO von Terumo Aortic.

Sie freuen sich auf die Zusammenarbeit: Bentley-CEO Sebastian Büchert (links) und Erik Pomp, der CEO von Terumo Aortic.

Bentley
  • Bentley aus Hechingen kooperiert mit Terumo Aortic, um auf dem US-Markt Fuß zu fassen.
  • Ziel: Neue Verfahren zur Behandlung komplexer Aortenaneurysmen entwickeln und in den USA einführen.
  • Fokus: Kombination des TREO®-Systems und des BeFlared-Stents für präzisere, sicherere Eingriffe.
  • Erste Anwendung des BeFlared-Stents 2024 in Paris, FDA-Zulassungsantrag für 2026 geplant.
  • Partnerschaft soll neue Standards bei lebensrettenden Aortenbehandlungen setzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Hechinger Unternehmen Bentley, ein weltweit führender Hersteller von ballonexpandierbaren gecoverten Stents, und Terumo Aortic, ein globales Medizintechnikunternehmen, das in Schottland ansässig ist, haben ihre Partnerschaft zur Durchführung einer klinischen Studie in den USA angekündigt. Ziel der Zusammenarbeit ist es, neue Verfahren zur Behandlung sogenannter komplexer Aortenaneurysmen weiterzuentwickeln und künftig für Patientinnen und Patienten in den Vereinigten Staaten verfügbar zu machen.

Innovative Verfahren für lebensgefährliche Gefäßerkrankungen

Aortenaneurysmen sind gefährliche Erweiterungen der Hauptschlagader, die unbehandelt zum Riss und damit oft zum Tod führen können. Besonders schwierig sind sogenannte juxtarenale oder suprarenale Aneurysmen, die in der Nähe wichtiger Blutgefäße liegen, welche die Nieren oder andere Organe versorgen. Die Behandlung dieser Aneurysmen ist technisch anspruchsvoll, da die Durchblutung der Organe während und nach der Operation sichergestellt werden muss.

Hier setzen die Unternehmen Bentley und Terumo Aortic an: Sie bedienen sich beide eines innovativen Verfahrens namens Fevar (Fenestrated EndoVascular Aneurysm Repair). Dabei kommen spezielle Gefäßprothesen – sogenannte Stentgrafts – zum Einsatz, die individuell an die Anatomie des Patienten angepasst werden können.

Kombination zweier neuer Medizinprodukte

Im Mittelpunkt der Studie steht die Kombination zweier neuartiger Produkte: das fenestrierte TREO®-System von Terumo Aortic und der BeFlared Bridging-Stent von Bentley. Die Besonderheit: Das TREO®-System kann mit bis zu fünf „Fenestrierungen“, also kleinen Öffnungen, ausgestattet werden, damit wichtige Seitenäste der Hauptschlagader weiterhin durchblutet werden. Der BeFlared-Stent von Bentley sorgt dafür, dass diese Verbindungen stabil und sicher bleiben.

BeFlared ist der erste Stent, der speziell für dieses Verfahren entwickelt wurde. Durch ein neuartiges Ballonsystem soll die Platzierung im Körper besonders präzise und einfach sein. Das Produkt ist bereits in Europa zugelassen. Der „erste Eingriff am Menschen“ wurde im November 2024 von Professor Stéphan Haulon in Paris durchgeführt.

Ziel: Zulassung in den USA

Mit der nun angekündigten Studie wollen Bentley und Terumo Aortic die Zulassung der Produkte durch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erreichen. Geplant ist, den Zulassungsantrag in der ersten Hälfte 2026 einzureichen. Nach erfolgreicher Studie und Zulassung sollen die Produkte unabhängig voneinander für Patientinnen und Patienten in den USA verfügbar sein.

Büchert: „Wir setzen neue Standards“

Erik Pomp, Geschäftsführer von Terumo Aortic, sieht in der Partnerschaft großes Potenzial: „Mit seinen innovativen Eigenschaften hat der BeFlared-Stent das Potenzial, zum Goldstandard bei Fevar-Verfahren zu werden und unsere Plattform optimal zu ergänzen.“

Auch Sebastian Büchert, Geschäftsführer von Bentley, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Diese Studie wird die Bedeutung von BeFlared bei der Behandlung komplexer Aortenaneurysmen weiter festigen. Gemeinsam setzen wir neue Standards in der Patientenversorgung.“

Die Kooperation von Bentley und Terumo Aortic könnte für viele Patientinnen und Patienten mit schwierigen Aortenaneurysmen neue, schonendere Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Ziel ist es, die Gefahr für die Betroffenen zu verringern und gleichzeitig die Operation sicherer und einfacher zu machen. Die Ergebnisse der klinischen Studie werden in den kommenden Jahren erwartet.

Wer ist Terumo Aortic?

Terumo Aortic ist ein global tätiges Medizintechnikunternehmen mit Hauptsitz in Inchinnan, Schottland. Das Unternehmen ist Teil der japanischen Terumo Corporation und hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Lösungen zur Behandlung von Aortenerkrankungen spezialisiert.